Bewegtes Bocholt

Jul 28, 2020 | AKTUELLES, ALLGEMEIN, Mobil, SPECIALS

Mobil in der Zukunft

Mobilität fängt im wahrsten Sinne des Wortes mit dem ersten Schritt an. Schritte sind Bewegung und somit die Urform der Mobilität. Hier kann sich jede*r vor den Spiegel stellen und fragen: Wie mobil bin ich selbst eigentlich? Wie mobil bin ich in der einfachsten Form, zu Fuß oder mit dem Rad?

Dies ist einer der grundlegenden Schwerpunkte im Projekt Zukunftsstadt Bocholt, das sich seit 2015 mit Themen der Bewegung, der Stadtentwicklung und der Bürgerbeteiligung befasst. Bocholt ist damit eine von noch acht verbliebenen Städten im Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, und hat sich als Leitthema „Atmendes Bocholt – Bewegtes Bocholt“ gesetzt. Der Fokus liegt neben dem Thema Bürgerbeteiligung auf der individuellen körperlichen Mobilität eines jeden einzelnen, um durch mehr Bewegung zu Fuß oder mit dem Rad die eigene Gesundheit zu fördern. 

„Nachhaltige Stadtentwicklung“ braucht eine „nachhaltig gesunde Stadtbevölkerung“!

Zukunftsstadt Bocholt fokussiert mit den geplanten Maßnahmen und Angeboten auf die Förderung eines gesunden Lebensstils und von Gesundheitskompetenzen. Die sogenannten Konzepte von „Walkability“ und „Bikeability“, bilden dabei die entscheidenden Voraussetzungen für eine nachhaltige gesunde Stadt. Übersetzt bedeuten diese eine bessere Befähigung zum Laufen oder Fahrradfahren, die Schaffung von Bewegungs- und Sportmöglichkeiten, die Einbindung in die Gestaltung von Grünplanungen, Freiflächen, Fußwegen und die Stärkung als Fahrradstadt. Die Verbesserung der eigenen Mobilität soll dabei auch durch konkrete Bewegungsangebote erreicht werden. Kleine Maßnahmen, die dazu animieren, sich in der Stadt mehr zu bewegen. 

Aufbauend auf einer im März gestarteten Befragung entstand u.a. die Grundidee einer „Schnitzeljagd“ zu verschiedenen Orten in der Innenstadt. Hieraus hat sich ein Konzept von „Zukunftsspaziergängen“ entwickelt, das die Wahrnehmung der Innenstadt bzw. der Plätze und Orte schärfen soll. Hierauf aufbauend werden aktuell zielgruppenorientierte Bewegungsangebote entlang dieser Route entwickelt, für die jüngere Generation bzw. die junggebliebene im Bereich „fit und cool“ sowie für die Seniorinnen und Senioren und unter dem Motto „fit im Alter“. So entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Deutschen Sporthochschule ein Übungsprogramm für mehr Beweglichkeit im Alltag und unter weiterer Einbindung des Vereins Leben-im-Alter ein Programm zum Training mit einem Rollator.

Beteiligung wirkt

 

Oft wird gemutmaßt, dass Bürgerbeteiligungen reine Alibi-Veranstaltungen sind und die Ergebnisse hieraus nicht ernstgenommen, geschweige denn in die Planungen aufgenommen werden. In aktuellen Projekten zeigt sich jedoch, dass dem nicht so ist. In den aktuell laufenden städtischen Planungs-  und Entwicklungsprozessen wie der Erstellung des Mobilitätskonzeptes finden sich auch wesentliche Aussagen der ersten Beteiligungsphasen des Zukunftsstadtprozesses wieder. Spiele- und Sitzrouten, Maßnahmen für mehr Fahrradfreundlichkeit und viele andere Aspekte des Konzeptes zur Mobilität in Bocholt machen ersichtlich, dass die Beteiligung der Bürger*innen nicht „für die Schublade“ war. So wird die „Walkability“ und „Bikeability“ in Bocholt zunehmend gesteigert und somit die gesamte Attraktivität der Stadt.

Solche Ansätze gilt es nun in den „Reallaboren“ des Zukunftsstadtprojektes weiter konkret auszugestalten, zu vertiefen und weitere nachhaltige Beteiligungsstrukturen aufzubauen. 

Sie haben Anregungen und Ideen für die Entwicklung der Stadt Bocholt? Bringen Sie diese ein! Wenden Sie sich an das Zukunftsbüro (s.u.), der Anlaufstelle für Anregungen der Bürger*innen mit Blick auf die Zukunft!

Bleiben Sie mobil! Bleiben Sie gesund!

Anfang März wurde das Zukunftsbüro in der Innenstadt, Nordstraße 49,
als Projektbüro für die Zukunftsstadt Bocholt in Betrieb genommen und ist seit Ende Mai auch für das Publikum geöffnet