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Das Tomahawksteak

von | Jul 13, 2021 | Kulinarik

Endlich ist Sommer. Und was wäre ein Sommer ohne ausgiebige BBQ-Abende? Unser heutiger Hauptdarsteller auf dem Grillrost: Das Tomahawk Steak, welches mit seinem langen Rippenknochen eine so archaische Optik besitzt, wie kein anderes Steak. Der Angeber, der Prahler, der Ferrari oder auch der König unter den Steak-Cuts, wie es oftmals heißt.

Ein Tomahawk in der Hand zu halten ist schon ein leicht episches Gefühl. Schließlich ist es eines der epochalsten Cuts, die vom Rind möglich sind. Es stammt aus dem vorderen Rücken, zwischen der achten und zwölften Rippe. Ein Tomahawk Steak ist damit eigentlich ein Ribeye Steak, welches seinen Rippenknochen in voller Länge behalten durfte. Wie beim Cote de Boeuf, nur eben bis zum Ende der Rippe. Der markante Rippenknochen hat zwar kaum Einfluss auf den Geschmack, sorgt aber dafür, dem Fleischgenießer das Ausmaß des Tieres vor Augen zu führen, welches er gerade verspeist. Viele Schrecken vor der mächtigen Größe des Steaks zurück. Doch wir finden, dass jedes Merkmal an Fleisch, das an das Grundprodukt Tier erinnert, zu einem bewussteren Konsum beträgt. Deshalb hat der Knochen am Tomahawk definitiv seine Berechtigung.

 Aufgrund der imposanten Größe eignet sich das Teilstück besonders gut für den Grill, da eine gewöhnliche Pfanne platztechnisch ganz schnell an ihre Grenzen stoßen würde. Das Fleisch ist dabei zum Kurzbraten geeignet und ein wahrer Fleischgigant, der mächtig Eindruck auf dem Rost schindet. Damit euer Tomahawk maximale Wertschätzung erfährt, sollte es mindestens vier Wochen trocken gereift sein, gerne auch länger. Seine Lage im Rücken, geschützt von Knochen und Fett, lässt ein Dry Aging dieser Dauer zu. Dadurch sollte es intensiv dunkelrot und zart im Biss sein. Der Geschmack sollte mild und nussig sein, durch die enzymatischen Aktivitäten des Dry Agings. Für die perfekte Zubereitung den Grill zuvor stark erhitzen, um das Steak von beiden Seiten für 90 bis 120 Sekunden scharf angrillen zu können. Danach in die indirekte Hitze von etwa 140 Grad legen und fertig grillen. Die gewünschte Kerntemperatur liegt für medium zwischen 55 und 57 Grad.

 Wer es gerne puristisch mag, genießt sein Steak mit ein paar Meersalzflocken und gutem Steakpfeffer. Eine leckere Kräuterbutter, eine schöne Rotweinbutter oder die argentinische Kräutersauce Chimichurri wären mit Sicherheit auch eine gute Wahl. Angesichts der Fleischgröße eignet sich als Beilage ein leichter Salat. Wer dennoch nicht auf eine Sättigungsbeilage verzichten möchte, greift zu Kartoffelspalten mit Rosmarin und Thymian, angereichert mit grünem Spargel und Kirschtomaten vom Grill. Beides ist schnell gebraten und lässt sich sogar zubereiten, während das Steak nach dem scharfen Angrillen noch ruht.

Das Tomahawk ist ein Steak, das man sicher nicht alle Tage zubereitet und vielleicht ist es durch seine Größe und seine beeindruckende Form auch ein Steak, an das sich nicht jeder sofort herantraut. Doch mit seinem charakteristischen Aussehen und seinem imposanten Knochen dürfte es am Tisch auf jeden Fall alle Blicke auf sich ziehen.

Damit darf der nächste Grillabend bald kommen!