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Der Urlaubsspeck muss weg!

von | Sep 29, 2021 | VITAL

Nach der Urlaubszeit sind die Zeitschriften voll von Blitzdiäten und den Versprechen, schnell wieder in Topform zu kommen. Sind Sie in Ihrer Freizeit auch ein wenig über die Stränge geschlagen und plagen sich nun mit ein paar Pfunden zu viel auf der Hüfte herum? Kaum schaut man in ein Magazin werden gleich Lösungsvorschläge für das Erlangen der Traumfigur gemacht. Wir Zweibeiner scheinen auf dem Gebiet Diät bestens beraten.

Aber wie schaut es bei Bello und Mietzi aus? Als Tierärztin würde ich mir wünschen, dass auch Tierbesitzer mehr über die Gewichtskurve ihres Schützlings nachdenken, denn mehr als 50 % der Hunde und Katzen sind mittlerweile übergewichtig. Tiermedizinisch gesehen ist das ein Problem und grundsätzlich hat es mit dem Zusammenleben mit uns Menschen zu tun.

Vor der Domestikation des Hundes musste sich dieses Jagdraubtier nämlich seine Nahrung selbst besorgen. Der Wildhund war teilweise Tage unterwegs, bevor er Erfolg auf der Pirsch hatte. Diese Situation hat sich drastisch geändert: Die Jagdneigung wird bei unseren Haushunden meist konsequent aberzogen und in fester Hand bemisst der Hundehalter die Tagesration. Außerdem besucht so mancher Haushund auch mal gerne zusammen mit Frauchen oder Herrchen abends den Kühlschrank…

Auch Katzen haben entwicklungsgeschichtlich eine Änderung ihrer Lebensgewohnheiten erfahren. In vielen Haushalten ist der Freigang für den Haustiger nicht möglich, so dass vielen Katzen die Bewegung fehlt. Statt Mäuschen zu jagen wartet die Mietze auf ihren „Dosenöffner“, um sich verwöhnen zu lassen. Zudem sind viele Katzen Leckermäuler, die eine besondere Affinität zu fetthaltigen Speisen wie Sahne und Co. haben.

Folglich führen mangelnde Bewegung und zu reichhaltiges Essen auch beim Tier zur sogenannten Adipositas (Fettleibigkeit). Leider ergeben sich aus dieser Situation auch bei unseren Haustieren zahlreiche Folgeerkrankungen: Bewegungsstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes mellitus, Atemnot, Organverfettungen und psychische Veränderungen wie Lustlosigkeit drohen der Gesundheit unseres Schützlings.

Klar, dass es auch in der Tiermedizin gewisse Risikogruppen bezüglich der Adipositas gibt. So haben Kastraten einen deutlich verringerten Grundumsatz und brauchen somit weniger zum Leben. Auch gewisse Hunderassen wie Labrador Retriever oder Cocker Spaniel neigen zu Übergewicht. Besonders Mischlingskatzen haben ein erhöhtes Risiko, zu viele Pfunde auf die Waage zu bringen. Ich persönlich kämpfe mit unserem British Kurzhaar Kater Mogli um jedes Gramm.

Woran erkennen wir, dass unser Haustier zu viel wiegt? Prinzipiell sollten die Rippen und die Wirbelsäulenfortsätze fühlbar sein. Darüber hinaus können wir beim normalgewichtigen Patienten die Taille erkennen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich mit dem Thema Diät auseinandersetzen.

Natürlich nützen im Kampf gegen die Fettleibigkeit auch bei Tieren nur viel Bewegung und angemessenes Futter. Hat man erst mal seinen eigenen Schweinehund überwunden, gibt es für Hund und Frauchen oder Herrchen eine reichhaltige Palette an Hundesport. Wer es nicht in Gemeinschaft möchte, kann die Bewegung durch lange Spaziergänge an der frischen Luft oder beim Radfahren genießen. Auch Katzen fühlen sich draußen ungemein wohl. Tiger, die in Einzelhaltung leben und keinen Freigang haben, sollten durch ihre Besitzer täglich bespielt werden.

Die Futterfrage ist ein viel diskutiertes Thema. Fakt ist: Wenn Ihr Tier zu viel auf die Waage bringt, dann frisst es zu viel – auch wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Liebling nur noch von Luft und Liebe lebt. Die wenigen Ausnahmen von Stoffwechselstörungen sollten allerdings zuvor von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt geklärt werden. Beispielsweise kann eine Unterfunktion der Schilddrüse durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert werden. In der Tierarztpraxis sind Sie auch auf dem Gebiet der Diät bestens beraten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihrem Tier die überschüssigen Pfunde zu entlocken, ohne dass es für Sie oder Ihren Vierbeiner zur Qual wird. Auf diesem Wege haben Sie einen Meilenstein zum langen gemeinsamen Leben erreicht.

Ihnen wünsche ich einen traumhaften Start in den Herbst, den ich so sehr liebe, da ich dann mit meiner Riesenschnauzerhündin Bella die schönsten Spaziergänge unternehmen kann. In diesem Sinne verweise ich schon jetzt auf meinen nächsten Artikel „Fiffi ist weg – Tipps zum Antijagdtraining“ und verbleibe mit besten Grüßen.

 

Ihre Dr. Simone Möllenbeck

Hovesath 7 · Rhede
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