Die Büffel aus Barlo

Aug 25, 2020 | BBQ, Bier & Wein, LEBENSART, PORTRAITS, SPECIALS, Unternehmen

Büffelhof Kragemann

Die Besonderheit dieses Hofes stellen die gutmütigen Wasserbüffel dar. Seit 2004 werden sie von Familie Mölders in Barlo gehalten und mit Erfolg zum Melken überredet. Inzwischen zählt die Herde etwa 95 Tiere. Außerdem werden noch einige seltene und vom Aussterben bedrohte Rinderrassen, Barloer-Berkshire Schweine und Wiesen-Hühner gehalten.

Auf dem idyllisch gelegenen Hof in Barlo bietet sich dem Betrachter ein seltenes Bild von beeindruckenden Schwergewichten, den schwarzen Wasserbüffeln. Bei ihrem Anblick mag man kaum glauben, dass diese Tiere in ihren Charaktereigenschaften sehr sensibel sind. Erst durch aufwändige und jahrelange Zucht, hatte Familie Mölders ihre Büffel soweit, dass sie das Melken überhaupt zuließen. Damals mussten die frischen Büffel-Besitzer erst eine Beziehung zu den Schwergewichten aufbauen. Noch heute geben sie weniger Milch, wenn Fremde dabei sind. Die Tiere müssen Vertrauen in die Menschen um sich herum fassen. „Sensibel wie ein Pferd, stur wie ein Rind und treu wie ein Hund.“ so die Büffel-Züchter über ihre Tiere. Von der typischen Hochleistungs-Milchkuh unterscheidet die Wasserbüffel auch, dass sie noch sehr urtümlich sind. Weiter noch schwärmen die Besitzer in den höchsten Tönen von den Vorzügen des ungewöhnlichen Milchviehs. Büffel sind genügsam und fressen ein Drittel weniger als Kühe. Sie sind robust und werden kaum krank, kommen mit feuchten Wiesen klar und geben aromatisches Fleisch.

Die Idee mit den Büffeln entstand, wie so oft, zufällig. Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden und italienischem Essen wurde Silvia und Martin Mölders klar, wie köstlich echter Büffel-Mozzarella ist. Später zu Hause suchten sie im Internet nach Informationen über die hierzulande sehr seltenen Tiere. Was sie fanden, war ihre eigene landwirtschaftliche Zukunft. Mölders hatten Silvias elterlichen Hof Kragemann übernommen: 30 Sauen, 18 Kühe, ein paar Hühner. Ursprünglich wohnte die Familie auf dem Pachthof Eppingkrage, der zum Gut Epping gehörte. An dieser Hofstelle lag ein Waldstück, das einem Hemdkragen gleicht. So war der Name Kragemann entstanden. Nach dem Verkauf im Jahre 1912 ist die Familie an die jetzige Kotts Stegge 5 gezogen. Den Namen Kragemann haben sie aber mitgenommen. 90 Jahre lang kannte man den Hof in Barlo und Umgebung unter den Namen Kragemann. Durch Einheirat trägt der Hof heute den Namen Mölders. Damit der Name Kragemann nicht in Vergessenheit gerät, wurde sich dann für den Namen „Büffelhof Kragemann“ entschieden.

Nachdem die Idee mit den Büffeln geboren war, waren auch schnell die ersten vier rumänischen Wasserbüffel-Kühe gekauft, später wechselte die Familie zu italienischen Wasserbüffeln. Heute ist die ganze sechsköpfige Familie fest mit dem Hof verbunden. Zu den Besonderheiten des Hofes zählen inzwischen nicht nur die Wasserbüffel, sondern auch sehr seltenen Rinderrassen. Die Pinzgauerkuh „Bibi“ zählt zu den aussterbenden Rassen. Sie und auch die Jersykühe sind durch den hohen Fettgehalt ihrer Milch bestens für die Aufzucht der Büffelkälber geeignet. 

Neben den Rindern laufen und grasen Barloer Wiesen-Hühner auf den Weiden des Hofes. Sie wohnen in einem mobilen Hühnerstall. Und auch die Barloer-Berkshire Schweine, einer der ältesten Edelschweinrassen Europas, sind hier zu Hause. Sie werden in einem offenen Strohstall gehalten. So können sie mit ihren Artgenossen toben, im Stroh buddeln, ihren natürlichen Trieben nachgehen und auch ihre Ferkel hier bekommen. Sie sind sehr ruhig und ausgeglichen und geben stark marmoriertes Fleisch mit außergewöhnlichem Geschmack.

Geschmacklicher Höhepunkt ist als Delikatesse natürlich das Büffelfleisch, welches längst den Speiseplan vieler Feinschmecker erobert hat, die das Besondere lieben. Das Fleisch tendiert ins Dunkelrote, und hat im Geschmack eine wildaromatische Note. Auch Büffelschinken ist eine ganz besondere Delikatesse. Büffelmilchprodukte sind unvergleichlich köstlich. Am bekanntesten ist der Mozzarella (mozzarella di bufala). Er kann zwar auch aus Kuhmilch gemacht werden, doch ist das Original-Büffelprodukt in Geschmack und Konsistenz unübertrefflich. Dieser ist auf dem Hof sowohl als „Kleiner Kragemann“ und als „Großer Kragemann“ erhältlich. Der eigene Hofladen lädt freitags und samstags zum Kauf der verschiedenen Delikatessen ein. 

Den Mozzarella und die Wiesen-Eier gibt es zudem rund um die Uhr in der Eierhütte auf dem Hof, solange der Vorrat reicht. Auf der Homepage des Büffelhof finden sich tolle Rezepte zu den Produkten, die einem buchstäblich das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Italiano Burger vom Wasserbüffel oder geschmorten Büffelbraten und zum Nachtisch Mandel-Panna-Cotta von Büffelmilch mit Aprikosen-Orangen-Kompott oder Büffelmilcheis auf Erdbeeren. 

Mit leckeren Rezepten kennt sich Familie Mölders aus, schließlich war im vergangenen Jahr auch schon ein WDR-Kamerateam auf dem Hof zu Besuch für die Aufzeichnung von „Land und lecker“.