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Fellpflege im Winter: Gut gegroomt ist gut isoliert

von | Nov 30, 2020 | Allgemein

Medien berichten, dass das Jahr 2020 als Jahr der Heimtierhaltung angesehen werden kann. So haben sich die Fellnasen einen sicheren Platz in unserem Leben gesichert. Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen und Co tummeln sich in deutschen Wohnzimmern und viele genießen den Status eines Familienmitgliedes. Aufgrund der engen Mensch-Tier-Beziehung erscheint es mir besonders wichtig, nicht nur über die Gesunderhaltung unserer geliebten Vierbeiner, sondern auch über ihre richtige Pflege zu berichten. Streitpunkt Nummer 1 im Winter ist, ob Bello und Mietze auch zur kalten Jahreszeit getrimmt, geschoren oder sogar beim Freigang eingekleidet werden müssen. Was meine Groomer Kim Hörning und Tina Pollmann zu diesem Thema sagen, das erfahren Sie beim Weiterlesen.

Grooming bedeutet nichts anderes als Pflege. In der Sprechstunde höre ich seitens der Besitzer häufig, dass die Fellpflege erst im Frühjahr in Angriff genommen werden soll, da Bello oder Mietze ja sonst frieren. Dies ist ein Irrglaube, sagen meine Groomer, die in meiner Praxis Termine zur Fellpflege Ihrer Heimtiere anbieten. Ein schlecht belüftetes oder – noch schlimmer- verfilztes Fell bleibt lange nass und lässt die betroffenen Tiere auch nach dem Freigang frieren. So soll es in der Fellpflege keinesfalls eine Winterpause geben, denn ein gut gegroomtes Fell isoliert den Körper hervorragend vor Kälte.

 

Wie das Fell gepflegt werden soll, das hängt einzig und allein von der Fellstruktur ab. Nur Pudelartige und die wenigen Rassen, die keinen Fellwechsel haben, eignen sich für die Schur. Die Schermaschine sollte bei anderen Rassen jedoch nicht großflächig zum Einsatz kommen, da das Fell beim Nachwachsen verwollt und noch empfindlicher für Schmutz und Verfilzung werden kann. Rassen mit viel Unterwolle – wie Golden Retriever und Berner Sennenhunde – werden mit dem Carding-Striegel gepflegt, um das Fell zu lüften. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Haarberge bei dieser Methode aus dem Fell entfernt werden. Neben der Schur und dem Carding stellt das Trimmen, das Herausziehen der alten Haare mit der Hand, dem Trimmstein oder mit dem Trimmesser, die dritte Möglichkeit der Fellpflege dar. Der ein oder andere von Ihnen weiß, dass ich inzwischen stolze Besitzerin eines Riesenschnauzers bin und mir die Pflege unseres Familienhundes besonders am Herzen liegt. Es handelt sich übrigens um einen Irrglauben, dass Hunde beim Trimmen leiden. Meine Luna Bella liegt stundenlang entspannt auf dem Behandlungstisch und genießt ihr Wellness beim Trimmen in vollen Zügen.

 

 Bei Schnee und Eis muss natürlich besonders auf die Pfotenpflege geachtet werden. Die empfindliche Haut zwischen den Zehen ist besonders anfällig für Irritationen und Entzündungen. Vergessen Sie nicht, die Pfoten regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls Filz zu entfernen. Der Pfotenbereich sollte allerdings nicht geschoren werden, da die Haare unter den Pfoten auch einen gewissen Hautschutz darstellen. Hier kann eine Schere vorsichtig zum Einsatz kommen, um das Fell etwas zu kürzen. Wenn Ihr Vierbeiner durch Streusalz gelaufen ist, müssen die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ausgespült werden. Danach kann bei empfindlichen Tieren ein Pfotenbalsam aufgetragen werden, um die Haut widerstandsfähiger zu machen. Braucht Bello ein Regencape? Das muss von Fall zu Fall entschieden werden. Wenn Ihr Hund lange braucht, um trocken zu werden und vielleicht schon in ein Alter gekommen ist, wo eine Verkühlung besonders gesundheitsschädigend ist, dann ist es sinnvoll eine Regendecke anzulegen. Manche Hunde genießen den Schutz vor Wasser und Kälte und andere fühlen sich von der Kleidung eingeengt. Ein nasser Pelz wird zum Trocknen am besten mit einem Microfasertuch in Wuchsrichtung abgerieben und keinesfalls gerubbelt, da die Haare sonst splissen. Auch ein lauwarmer Fön darf hier vorsichtig zum Einsatz kommen, um die Trocknungszeit zu verkürzen.

Ihnen Wünsche ich zum Jahresende, dass Sie sich ein dickes Fell zulegen und auch im Jahr 2021 trotz aller Unwegsamkeiten nicht den Mut verlieren. Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie auf dem tiermedizinischen Sektor Hilfe brauchen. Manchmal genügt schon ein Telefonat. Und mit diesem Angebot möchte ich auf meinen nächsten Artikel „Telemedizin in der Tiermedizin“ verweisen.

Bleiben Sie gesund! Ihre Dr. Simone Möllenbeck