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How much is the Fish?

von | Jun 20, 2022 | Coverstory, Kulinarik

Scooter – Sushi im Glas – Was wollen wir trinken? – Karp-Schreiber

Text: Roland Buß // Fotos: Kirsten Buss

Zum Titelfisch

An die Petri-Jüngerinnen und -Jünger unter euch: Welchen Speisefisch haben wir bei der Gestaltung unserer Titelseite unterschlagen? Einer ist es mindestens.  Wie konnte ich den Rochen vergessen – den wir in der letzten Ausgabe gehuldigt haben? Was wir nicht vergessen habensind Thunfisch und Lachs, die beiden Hauptdarsteller unserer Kitchen-Story „Sushi im Glas.“

Wenn man diese in Sashimi-Qualität auftreiben will, wie es sich für gutes Sushi gehört, muss man ein Stückchen tiefer ins Portemonnaie greifen. Bei diesen Gedanken taucht der Song  „How much is the Fish“ von Scooter in meinen Gehörgang und nistet sich ein. Was sagt er aus, der Song aus dem Jahre 1998, den die Techno-Band für die Fussball-Weltmeisterschaft in Frankreich produziert hat? Was ist die Story dahinter? 

 

Die Auflösung von „How much is the Fish?“ 

Da ich im Gegensatz zu Kirsten nicht zu den Texthörern gehöre, es eher Stimmen und Sounds sind, die sich bei mir verankern (siehe Artikel „The Voice“), war ein wenig Songtext-Recherche angesagt. 

Meine Fragen fanden keine Antwort in dem Text, der von H.P. Baxxter, Jens Peter Thele, Rick J. Jordan und Axel Coon  verfasst wurde. wOffensichtlich war ich damit nicht alleine. Im Jahre 2016 hat dieser kuriose Songtitel zu einem witzigen Schlagabtausch zwischen US-Moderator Jimmy Fallon  und der deutschen Band Scooter geführt. Auslöser: Der Late-Night-Talker hatte in seiner Show den Scooter-Song „How Much Is The Fish“ durch den Kakao gezogen. „Dieser Song ist verrückt“, sagte der Moderator zu seinem lachenden Publikum. H.P. Baxxter twitterte am nächsten Tag amüsierte Grüße an Fallon.

In diesem süffisanten Schlagabtausch räumt H.P. Baxxter ein, dass er einen Fisch für’s Aquarium im Studio gekauft habe. 3,80 DM habe der seinerzeit gekostet. Der Songtitel sei übrigens eine Notlösung gewesen: „Mir ist zu dem Song einfach absolut kein Titel eingefallen“, so Baxxter … „Und da ich nicht mehr so ganz Herr meiner Sinne war, hab ich einfach gedacht ‚How Much Is The Fish‘ wäre doch ganz lustig.“  

 

Soweit zur humorvollen Variante. Das Geständnis „nicht mehr Herr seiner
Sinne gewesen zu sein“ würde ich angesichts des Songtextes nicht nur auf dessen Titel beschränken 🙂 Vielleicht ein Indiz, dass H.P. uns süffisant ein kleines Geständnis untergejubelt hat. Wie wir alle wissen, handelt es sich bei „Fischschuppenkokain“ um eine raffinierte und vergleichsweise reine Form von Kokain. Es wird wegen der glänzenden und reflektierenden Eigenschaften dieses Kokains so genannt und im Straßenjargon mit „Fish“ abgekürzt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt 🙂

 

Was macht den Ohrwurm aus?

In diesem Fall ist es weniger der Text – es ist der Refrain mit seinen hinterlegten Rhythmen und unzähligen „NaNaNa’s“ mit denen Scooter uns ein altbekanntes Trinklied in Erinnerung ruft:

Was wollen wir trinken, sieben Tage lang,

was wollen wir trinken, so ein Durst.

Die Original-Melodie geht übrigens zurück auf das alte bretonische Volkslied „Son ar chistr”, welches 1929 von den Bauern Jean-Bernard und Jean-Marie Prima komponiert wurde. Besungen wird dort der Cidre — zu deutsch Apfelwein. Ob es der sein wird, den wir zum Sushi genießen werden? Eher nicht. Zumal wir selten sieben Tage nacheinander das Gleiche trinken – außer Kaffee.

Schlagabtausch zwischen Jimmy Fallon & Scooter – How Much Is The Fish?! 

Scooter erklaert: How Much The Fish Is.

Songtext „How much is the Fish“ – von Scooter

Ins Deutsche übersetzt  

Die Jagd ist besser als die Beute

Wenn wir unsere Songs verwandeln

Dann brauchen wir eure Hilfe

Falls ihr schon wieder bei Atem seid

Dies ist die erste Zeile des zweiten Kapitels

 

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Dass ihr euch wie die Irren auf die Tanzfläche stürzt

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Und mit voller Wucht herbeieilt

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Dass ihr euch wir die Irren auf die Tanzfläche stürzt

Ich will, dass ihr wiederkommt, drum wascht das Geschirr ab

Übrigens: Was kostet der Fisch?

Wir übertreten alle Vorschriften

Ignorieren die Maschine

Ihr werdet die niemals stoppen

Die Jagd ist besser als die Beute

 

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Dass ihr euch wir die Irren auf die Tanzfläche stürzt

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Und mit voller Wucht herbeieilt

Ich will, dass ihr zur Rhythmus-Attacke wiederkommt

Dass ihr euch wir die Irren auf die Tanzfläche stürzt

Ich will, dass ihr wiederkommt, drum wascht das Geschirr ab

Übrigens: Was kostet der Fisch?

https://www.youtube.com/watch?v=cbB3iGRHtqA 

Sushi im Glas

Wie kommt man auf die Idee, Sushi im Glas zu servieren? Möglicherweise bei der Einnahme bewusstseinserweiternder Substanzen oder … wie bei mir … wenn man trotz aller Leidenschaft für’s Kochen eher grobmotorisch unterwegs ist. Sushi traditionell mit der Bambusmatte zu rollen, wäre mir zu viel Fummelei. Zugegeben beim Aufdekorieren der hier gezeigten Gläser kamen auch kleine Löffelchen und Pinzetten zum Einsatz. Aber, es muss nicht so filetgran gearbeitet werden, wie beim gleichmäßigen Rollen traditioneller Sushi. 

Was ihr seht, ist wirklich keine große Kunst – auch wenn es für eure Gäste so anmuten dürfte. Wichtig ist, den Thunfisch, den Lachs und die Jakobsmuscheln leicht anzufrieren. Ihr habt es dann leichter die Teile sehr fein aufzuschneiden. Wichtig ist auch, den Sushi-Reis so zuzubereiten, wie es in vielen Rezepten im Netz zu finden ist. 

Lasst euch bei euren Kreationen gerne von unseren Impressionen leiten. Aber noch wichtiger, von eurem Gaumen. Verwendet nur das, was ihr mögt. Neben Fisch, Muscheln und Reis haben wir folgende Zutaten verarbeitet: 

Sushi im Glas

Wie kommt man auf die Idee, Sushi im Glas zu servieren? Möglicherweise bei der Einnahme bewusstseinserweiternder Substanzen oder … wie bei mir … wenn man trotz aller Leidenschaft für’s Kochen eher grobmotorisch unterwegs ist. Sushi traditionell mit der Bambusmatte zu rollen, wäre mir zu viel Fummelei. Zugegeben beim Aufdekorieren der hier gezeigten Gläser kamen auch kleine Löffelchen und Pinzetten zum Einsatz. Aber, es muss nicht so filetgran gearbeitet werden, wie beim gleichmäßigen Rollen traditioneller Sushi. 

Was ihr seht, ist wirklich keine große Kunst – auch wenn es für eure Gäste so anmuten dürfte. Wichtig ist, den Thunfisch, den Lachs und die Jakobsmuscheln leicht anzufrieren. Ihr habt es dann leichter die Teile sehr fein aufzuschneiden. Wichtig ist auch, den Sushi-Reis so zuzubereiten, wie es in vielen Rezepten im Netz zu finden ist. 

Lasst euch bei euren Kreationen gerne von unseren Impressionen leiten. Aber noch wichtiger, von eurem Gaumen. Verwendet nur das, was ihr mögt. Neben Fisch, Muscheln und Reis haben wir folgende Zutaten verarbeitet: 

ShitakepilzeKräuterseitlingekleine ChinapilzeGurkeAvocadoMangogrüner Spargelroter ChiliKresserote SprossenLimettenrispe rote BeteFrühlingszwiebelgebratener LauchEdamameWakameNori-AlgenPecannüsseKrokantSambal Oleksüße SojasauceIngwer WasabiMangosauce … Unterschätzt bitte nicht den Aufwand für’s Schnibbeln und vorbereiten. Zu Zweit sind das locker 2-3 Stunden. Die Mühe ist es wert – und es spricht überhaupt Nichts dagegen, sich mit ein paar Schlückchen Küchenwein zu belohnen. 

Was übrig bleibt, kann man gut als Bowl anrichten und für die nächsten Tage im Kühlschrank deponieren – so wie ihr das auf dem Bild oben seht. Wenn ihr mit „Sushi im Glas“ eure Gäste umsorgen wollt, empfehlen wir euch die Gläser schon am Vortag zu füllen. So könnt ihr eure Gäste megaentspannt empfangen und mit kleinen Kunstwerken im Glas verwöhnen. Wichtig ist, die Gläser eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank zu holen, damit der Inhalt nicht eiskalt ist.  Dann könntet ihr sie mit ein paar Toppings wie Kresse, Sprossen, Krokant etc. aufhübschen.  Die Frage „How much is the Fish?“ können euch übrigens Jan de Graaf vom Bocholter Wochenmarkt und Jens Daniels vom Handelshof beantworten – die Fischdealer unseres Vertrauens. Beim Gedanken an Sushi wäre es  unterlassene Hilfeleistung am werchfell euch den Song von Rainald Grebe vorzuenthalten: „Reich mir mal den Rettich rüber“ 

 

Die Antwort auf die Frage „Was wollen wir trinken“ … zum Sushi?

Unsere Passion für’s Weinland Südafrika und die Connections in die
dortige Weinszene waren die Erfolgsfaktoren, dass wir vor einigen Jahren einen legendären Chenin-Blanc vom Cap auf der Weinkarte von Henssler & Henssler platzieren durften. Ihr wisst schon, das Hamburger BaseCamp vom Fernsehkoch & sympathische Kodderschnauze Steffen Henssler – zugleich unser Epi-Zentrum für kongeniales Sushi. Da diese Tropfen hierzulande nicht weit verbreitet sind, wollen wir euch eine Alternative in den mentalen Einkaufswagen empfehlen und zwar einen guten Riesling. Dessen frische und spritzige Säure, harmoniert wunderbar mit dem mineralischen Geschmack des Fisches. 
Wenn Riesling, dann gerne aus dem Rheingau oder von der Mosel – den Parade-Fleckchen der deutsche Kult-Rebsorte. Nach dem Motto „Esse und trinke nichts, worüber du keine Geschichte erzählen kannst“ teilen wir eine kleine Story, welche wir mit dem nachfolgenden Weingut verbinden. Es ist jetzt 13 Jahre her, dass mein Freund, der Five-Star-Weinmaker Donovan Rall aus Südafrika erstmalig bei uns zu Gast war. Die Gelegenheit wollte er nutzen, um einen jungen Mann zu besuchen, mit dem er seinerzeit während einer Weinlese in Neuseeland Erfahrungen über den heimischen Glasrand hinaus gesammelt hat – so wie es dieser Jobst-Julius Karp auf seiner Webseite schreibt. Ich hatte Donovan einen Lift verpasst, sprich ihn nach Brauneberg zu Jobst und seiner Familie gefahren. Natürlich nicht ohne Führung durch den dortigen Weinkeller. Die Qualität der Weine stand im Einklang mit der Herzlichkeit der Gastgeber und so nahm ich das Angebot an, dort zu übernachten. Und … um am frühen Morgen danach mit Jobst Mutter und Donovan auf Steinpilz-Jagd durch die dortigen Wälder zu streifen. Dieses Erlebnis gepaart mit dem schreibenden Karpfen des Logos hat sich unauslöschlich in meinen Synapsen verankert und deswegen sprechen wir gerne diese leicht befangene Empfehlung aus. Eine Selektion von Jobst Weinen hat unsere Sushi-Session zu einem perfekten Erlebnis gemacht. 

„Reich mir mal den Rettich rüber“

… genau wir unseren Lieblings-Sushi-Movie „Sushi in Suhl“ – nach einer wahren Begebenheit: 

Sushi in Suhl 

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Weingut Karp-Schreiber – Hier greift der Karpfen zur Feder.

So wie der Karpfen zur Mosel, so gehört derselbe auch zu unserem Wappen. Angefangen hat diese beachtliche Tradition bereits 1664 mit Fischern, die neben dem Fang des „Karp“ – was moselfränkisch „Karpfen“ bedeutet – auch Weinbau betrieben. Um 1900 kam dann durch eine Heirat die Familie Schreiber hinzu, wodurch der Karpfen zumindest im Namen nicht mehr alleine schwimmen musste. 

Heute leitet Jobst-Julius Karp in der 13. Generation das traditionsreiche Weingut. Der diplomierte Ingenieur für Weinbau und Oenologie bereiste nach seinem Studium in Geisenheim zunächst einmal die sprichwörtliche Weinwelt von Kalifornien über Neuseeland, Australien und Südafrika bis nach Spanien, um über den heimischen Glasrand hinaus Erfahrungen zu sammeln. (Auszug aus der Website) karp-schreiber.de

Euer PAN-Kitchen-Stories-Team