Susan Albers – „Happy New Year 2020“

Apr 30, 2020 | ALLGEMEIN, Menschen, PORTRAITS

Bei dichtem Nebel und kalter Luft stößt man mit einem Gläschen Sekt mit Freunden und Nachbarn auf 2020 an. Was uns dieses Jahr wohl bringen mag?

Der Terminkalender ist prall gefüllt, tolle Reisen und Events warten auf mich, ich bin gesund, läuft bei mir. Im Januar ist es noch relativ ruhig, ein paar Auftritte, Proben, kleinere Projekte, auf die man sich vorbereitet. Mein großer Plan für 2020: endlich die ruhigere Zeit vor dem Tourstart im März / April nutzen, um an meinem neuen Album zu schreiben und neue, eigene Lieder zu produzieren.

Im Februar fahre ich dann zum ersten Mal zu meinem Kollegen Bert Smorenburg nach Amsterdam ins Studio. Endlich geht es los, wir arbeiten an 2 Songideen und möchten diese dann in nächster Zeit ausarbeiten und zu einer großen Produktion heranwachsen lassen.

Und dann kam CORONA….

Zunächst dachte ich, naja, ist eigentlich, wie eine heftige Grippewelle. Mal sehen, was sich in nächster Zeit noch alles entwickelt. Dann folgten die ersten Absagen der Konzerte mit der Big Band der Bundeswehr. Direkt das erste Konzert für uns in der Arena Düren wurde abgesagt, die Hoffnung, dass es die kleineren Veranstaltungen wohl nicht treffen würde, wurde uns dann schnell genommen.

Enttäuschte Veranstalter, Musiker, Techniker…

Aber es wird wohl alles schnell vorüber sein und spätestens im Mai geht es dann wohl wieder los. 
Falsch gedacht. Wir bleiben zuhause! Es folgten immer mehr Absagen von festen Terminen, immer noch die Hoffnung, dass es mit den tollen Reisezielen, wie Tokio zu den Olympischen Spielen mit der Big Band, definitiv wohl wieder klappen sollte. Absage! Termine im Juni wurden abgesagt, aber es ist doch erst März??? Warum sagt man das so früh ab, wenn man doch noch garnicht weiß, wie es weiter geht? Gecancelte Termine bestimmen meinen Terminkalender bis Ende Juni. Dann die Verschiebung der Olympischen Spiele – schade, hoffentlich dürfen wir nächstes Jahr überhaupt mit der Big Band dabei sein… Enttäuschung und Frustration macht sich breit. Naja, 3 Monate, das werde ich schon überstehen, ich habe Gott sei Dank Rücklagen, durch die Absagen auch wenig Kosten, da Reise-/Übernachtungskosten oder Ausgaben für Kostüme, Zubehör, etc. wegfällt. Geht schon….

Dann lese ich bei Facebook Anfang April von den ersten „Genesungen der Natur“, Delfine werden in Mallorcas Buchten und Häfen gesichtet, die Grachten in Venedig sind glasklar..

Das regte mich an, einen Text zu verfassen, über die andere Sichtweise der aktuellen Situation. Was, wenn das Virus eigentlich da ist, um uns mal gehörig einen auf den Deckel zu geben, dass es so nicht weitergehen kann?… „Die Erde ruft mich, beweint ihr Leiden“. Mein neuer Song „Letzte Chance“ entsteht und bringt mir die Möglichkeit, diese surreale Zeit kreativ zu nutzen. Es tut gut, seine Gefühle und Gedanken in musikalische Emotionen zu packen. Und wenn diese dann auch noch die Zuhörer genau so berühren, dann ist alles richtig gewesen. Die Hoffnung, dass wohl bis zum Sommer alles relativ überstanden sein wird, hält sich fest.

15. April 2020 – ALLE GROßVERANSTALTUNGEN WERDEN BIS ZUM 31.08. ABGESAGT!!!

Das Aus unserer Sommer Open Air Tour 2020, Absage aller Promotiontermine mit Yamaha, 44 Termine sind weg. So langsam kommt das Gefühl der Unsicherheit, Frustration über den Wegfall meiner Einnahmen, die große Frage, stehe ich in diesem Jahr überhaupt nochmal auf irgendeiner Bühne? Werden die Ersparnisse alle weg sein, wenn diese Krise überstanden ist?

Und was parallel dazu in den Medien berichtet und aktualisiert wird im Rahmen der Künstlerbranche muss ich nicht erwähnen. Ende März beantrage ich die Soforthilfe für Künstler und Selbständige vom Land. Eine kleine Finanzspritze kam dann doch 2 Wochen später an. 

Was soll ich sagen, dieses Jahr ist eine absolute Katastrophe für viele Menschen aller Branchen. Ich versuche, diese “geschenkte“ Freizeit mit Kreativität und neuen Ideen zu füllen, veranstalte von Zuhause aus #stayhome Konzerte für die Fans, um nicht ganz in Vergessenheit zu geraten.

Not macht erfinderisch, auf einmal funktioniert Homeoffice, Homeschooling, man stockt technisches Equpiment auf, um einfach von Zuhause aus besser arbeiten zu können. Es gibt immer 2 Seiten von allem, und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, diese Krise mit nicht ganz so vielen Ängsten und Sorgen zu überstehen. Und unterm Strich zählt nur ein: Gesundheit.

Ich denke, diese Zeit ist ein Spiegel von dem, was wir Menschen in den letzten Jahrzehnten gelebt und kreiert haben. Dass ein Umdenken stattfindet ist gut so und absolut überfällig. Das Schlimme ist nur, dass viele Menschen für diese Lektion mit dem Leben bezahlen mussten.

Also bin ich einmal mehr dankbar für alles, was ich habe.

Eure Susan

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www.susanalbers.net

Meinen Song gibt es auf allen bekannten Downloadportalen zu Kaufen und Streamen. Auf youtube und Facebook sind auch meine #stayhome Konzerte zu sehen.