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WO TAPAS IHR ZUHAUSE HABEN

von | Okt 29, 2021 | Gastroszene, KITCHEN, LEBENSART

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 18:43 Uhr in unserer Private-
Kitchen-Suite oberhalb unseres Verlages / unserer Agentur.

Kirsten kehrt zu Fuß von einem Foto-Shooting heim – reichlich bepackt und aus der Puste. „Atemlos durch den Abend“ schoss es mir durch den Kopf und Gottseidank nicht über die Lippen. Die Wahrscheinlichkeit wäre groß gewesen, dass ich beim anschließenden Mahl lediglich Zuschauer gewesen wäre. „Ich musste die Fotolampen zurück lassen, sonst hätte ich gar nicht alles mitbekommen.“ 

Auf unserer Tafel baute sie ein ca. 70 Zentimeter langes Brett auf, auf dem sich extrem schmackhaft anmutende Tapas türmten. Drumherum eine Parade von Schälchen mit Dips, ein paar panierte, wohlduftende Bällchen im Wimbeldon-Format, Baguette und eine Flasche gut gekühlter Verdejo. 

„Die haben ganz schön einen am Brett – die von TapaVino oder?“ (Das war natürlich scherzhaft gemeint, ist ja klar.) „Ganz schön viel auf dem Brett, mein Lieber“ korrigierte mich meine Frau. Wir hatten Tanja Gasch & Juan-Manuel Jimenez Sanches, die Betreiber dieses kulinarischen Hot-Spots vor ein paar Tagen kennengelernt. Für heute Nachmittag war ein Shooting in deren Räumlichkeiten vereinbart und im Laufe des Abends ein Interview, um zu checken, wie die Beiden ticken, um dies mit euch zu kommunizieren. 

Doch jetzt erst einmal Zeit und Muße für den Reality-Check am Gaumen. Vorneweg: Es fehlte uns an nichts. Kein Nachwürzen, keine Komponente die wir vermisst hätten, kein Umfüllen in Tafel-taugliche Gefäße. Alles extrem wohlschmeckend und frisch. Wenn ihr diesem Facebook-Link folgt, bekommt ihr ein Gefühl dafür, was wir meinen – wie angenehm überrascht wir waren. 

Zeitsprung – gleicher Tag, 22:20 Uhr 

Manuel begrüßte uns mit den Worten

„Sorry, es ist etwas später geworden. Wir bekamen kurz vor Ladenschluss (21:00 Uhr) noch eine Bestellung rein.“

„Egal, wir konnten eh nicht schlafen.“ 

Gelächter füllen den Raum – wir lassen uns an unserer Tafel nieder, wo wir kurz zuvor die Spuren unserer Tapas-Orgie beseitigt hatten.

„Wie sprechen wir dich denn korrekt an? Im Impressum steht Juan-Manuel Jimenez Sanches – das macht einen ja ganz schwindelig.“

„Manuel reicht.“ 

„Bist du ein waschechter Spanier?“

 „Ich bin in Deutschland geboren, aber mit starken Wurzeln und Bezügen nach Spanien. Mein Papa Antonio kommt aus Granada und meine Mutter Apolonia aus einem kleinen Dorf zwischen Avila und Madrid. Von denen und von meiner Oma habe ich das Kochen authentischer spanischer Küche gelernt – Geheimnisse, die dir in der klassischen Ausbildungen an Hotelfachschulen etc. verborgen bleiben.

„Ich habe dich auf deiner Catering-Website gestalkt. Dort kann man deine recht beeindruckende Vita lesen. Du hast im Apollo-Theater in Düsseldorf gekocht, warst beim Catering der Lufthansa Group, bist mit 4 Sternen im Bereich Party-Service gesegnet worden, es gab ein eigenes Gourmet-Restaurant in Velbert, aber was bitte ist ein Euro-Toques-Chefkoch?“

 „Das ist ein Zusammenschluss europäischer Köche mit Sitz in Brüssel. Diese Organisation wurde 1986 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten z.B. die Köche Paul Bocuse aus Frankreich und Eckart Witzigmann aus Deutschland.“

Beim schreiben dieser Zeilen lese ich bei Wikipedia: Der Name „Euro-Toques“ setzt sich zusammen aus den Begriffen Euro für Europa und Toques für la toque (französisch für Kochhut), dem Standeszeichen der Köche. Die Grundphilosophie von „Euro-Toques“ ist verankert im Ehrenkodex, den einzuhalten sich jeder Euro-Toques-Koch verpflichtet. Vor allem geht es um die Verwendung jahreszeitlicher und frischer, unverfälschter Produkte und traditioneller Rezepte, um den Fortbestand regional erzeugter Produkte und die Vielfalt des europäischen kulinarischen Erbes zu erhalten.

„Respekt, das du  ein solcher  Euro-Toques-Koch bist. Was hat dich nach Bocholt verschlagen?“

 „Das war Tanja, meine Partnerin. Wir haben uns 2019 kennen- und lieben gelernt. Schnell war klar, dass wir gemeinsam etwas Neues auf die Beine stellen wollen.

 Im September 2020 wurden wir für die Outdoor Veranstaltung „Weinreise“ in Bocholt gebucht – als Ersatz für das ausgefallene Weinfest. Das Feedback der Gäste und der Gastronomen auf der Ravardistraße ließen uns erkennen, dass wir mit unseren Produkten / unserem Konzept in Bocholt sehr willkommen sind. Dann ging alles ziemlich schnell und so sind wir jetzt seit Dezember 2020 mit unserem Konzept TapaVino (Tapas – Feinkost – Weinboutique – Geschenkartikel) auf der Ravardistraße präsent.“

„Tanja, hast du eine ähnliche Vita wie Manuel?“

 „Als Manuel und ich uns kennenlernten war ich in der Eventbranche tätig. Ich bin von Hause aus gelernte technische Zeichnerin, deswegen sehen die von mir gestalteten Tapas-Platten auch immer ein wenig symmetrischer aus.“

Gelächter und die Frage, wer denn unser Tapas-Spektakel designed haben könnte. Das sah schon recht ordentlich aus, aber es lag nichts im rechten Winkel. Wir werden das mal im Auge behalten, ob wir die Handschrift in der Deko dechiffriert bekommen. Apropos Handschrift …

Eure-Tapas-Signatur

„Wir waren echt begeistert von dem, was Kirsten hierher geschleppt hat. Was muss man über eure Tapas wissen, was ist euer USP lieber Manuel?“

„Unsere Tapas sind hausgemacht. Das sind zum Teil Rezepte von meiner Oma und meinen Eltern Antonio und Apolonia, die ich über Jahrzehnte erprobt und feingeschliffen habe. Ich habe meiner Familie viel zu verdanken. Unsere Tortillas werden auch heute noch von meiner Schwester Angela hergestellt. Für unsere Hackfleischbällchen verwende ich ganz wenig Brot, das sind nur 150 Gramm trockenes Baguette auf drei Kilogramm Fleisch. Es heißt ja Fleischbällchen und nicht Brotbällchen.“

Tanja ergänzt:

„Ich liebe die Sauce, in der die Bällchen baden. Diese Sauce mit etwas Brot auftunken – einfach köstlich. Wir haben einen niederländischen Stammkunden, der flirtet immer sehr sympathisch mit mir, um zwei extra Kellen Sauce zu bekommen.“

„Manuel, habt ihr eure Küche an einer bestimmte spanische Region ausgerichtet?“

„Den andalusischen Einschlag kann und möchte ich nicht leugnen. Zum einen wegen der Herkunft meines Vaters Antonio, welcher aus Granada stammt und zum anderen mag ich es, wenn die Gerichte „Bums“ haben – sprich anständig Geschmack. Ich habe ein Originalrezept für ein baskisches Hähnchen, das erschien mir im Ergebnis aber zu langweilig. Dem habe ich mit Chorizo den Weg in Richtung pikant geebnet. Es ist nicht schlimm, wenn die Dinge lecker schmecken.“

Ein süffisant-sympathisches Grinsen huscht über sein Gesicht …

„Was ist für dich der ultimative Schinken?“

„Wir verwenden Serrano-Schinken aus Sierra Nevada. Unsere Salami stammt vom Iberico-Schwein.“

Tapas-to-go!

„Lasst uns über das Tapas-Brett sprechen, welches wir heute bestaunen und genießen durften. Welchen Preis ruft ihr dafür auf?“

„Ihr hattet eine Überraschungsplatte für zwei Personen. Dafür berechnen wir 20,- Euro pro Person.“

„Die Überraschung ist euch gelungen. Das Brett war auch reichlich bemessen, wir freuen uns jetzt schon auf das Resteessen.“

Wir plaudern über verschiedene Tapas-Platten-Varianten, wie mit Meeresfrüchten, rein vegetarisch usw.

Es könnte zielführender sein, wenn ihr liebe Leserinnen und Leser kurz mal bei den Beiden reinspringt und eine Broschüre abgreift, da darin alle Variationen aufgeführt sind. Zumal Manuel mehrfach betont hat, dass man dort alles probieren darf, bevor man ordert.

Was ihr „blind ordern“ könnt, wenn ihr eine Empfehlung mögt, sind die Flamenquines! Das sind die von mir beschriebenen frittierten „Tennis-bälle“ mit einem Innenleben, was an ein Cordon Bleu erinnert.

Die Teile in Aioli getunkt und mit einem Verdejo genossen – das ist schon ziemlich genial.

Genial ist auch, dass man einzelne Tapas ganz umkompliziert via App arrangieren und vorbestellen kann. Beim Schreiben dieses Artikels scrolle ich durch die App, die Manuel mir gezeigt hat.

Was spricht dagegen, die Service-Geschmeidigkeit dieses Tools einem Reality-Check zu unterziehen? Und so wandern Gambas, Bouqerones, Albondigas, Pollo Picante, Pollo Vasco, Aioli, Creme de queso und eine Flasche „Maison Blanc“ – Meisterstück von Axel Bauer aus Baden-Württemberg in meinen digitalen Einkaufskorb.

Mal schnell in die Woche schauen, an welchem Abend könnte es denn passen. Wann haben wir Lust unsere Tapas dort abzuholen und zu Hause zu genießen?

Okay, am Freitag 29.10.2021 bleibt unsere Küche kalt. Um 21 Uhr, zum Ladenschluß des TapaVino holen wir die Spezialitäten aus unserem digitalen Einkaufskorb dort ab.

Fazit: Reality Ceck bestanden. Die App ist wirklich extrem unkompliziert.

Tapas-bei-den-Kollegen auf der Ravardistraße

„Ihr habt im Vorgespräch erzählt, dass man eure Tapas auch in den meisten Kneipen hier auf der Ravardistraße ordern und sich an den Tisch liefern lassen kann.“

„Ja, das ist wirklich ganz easy. Dieser Service ist auch Bestandteil unserer App. Dort wählt man dann die Variante „Ins Restaurant liefern lassen“ und wählt aus dem dortigen Sortiment. Das geht allerdings nur zu unseren Geschäftszeiten, d.h. von Mittwoch bis Samstag, bis 21:00 Uhr.

 „Mit welchen gastronomischen Kollegen arbeitet ihr auf der Ravardistraße zusammen?“

„Das kann man in der App erkennen, das sind in alphabetischer Reihenfolge: Fasskeller, Herzblut, Mittendrin, Rollis, Studio B und Tagwerk.“ 

„Also könnten wir tagsüber die Tapas auswählen und vorbestellen und uns um 17:00 Uhr beispielsweise zum After-Work in einem der oben genannten Lokale verabreden. Bei unserem Eintreffen warten dann schon eure Tapas auf uns?“

„So ist das. Ihr solltet natürlich vorher bei den Kooperationspartnern reserviert haben.“ 

„Das klingt nach einem Plan.“ 

Catering

„Lass uns noch kurz über eure Kernkompetenz Catering sprechen.“

„Dazu gibt es ausführliche Informationen auf unserer separaten Website. Unter dem Label BEC – das steht für Business & Event Catering – bieten wir unsere Leistungen in Velbert, Wülfrath und neuerdings auch Bocholt an. Im Privat-Catering wird sehr gerne unsere Paella nachgefragt, die wir zum Hauptdarsteller des Menüs küren und live vor unseren Gästen brutzeln.

www.business-event-catering.de

Eure Wein-Kompetenz 

„Ich glaube, wir bekommen es seitentechnisch nicht mehr hin, dem zweiten Teil eures Namens TapaVino einen gleichberechtigten Raum einzuräumen.“

„Das ist gut so, denn den Bereich werden wir zeitnah noch weiter ausbauen. Wir werden in Kürze Weinproben als geschlossene Gesellschaften anbieten – auch mit den Winzern aus unserem Sortiment. Derzeit besteht dieses zu ca. 80% aus spanischen Tropfen. Aufgrund unserer Freundschaft zu Axel Bauer, findet man auch dessen spektakuläre Tropfen in unseren Regalen.“

Geschenkartikel und Keramiken

„Ihr habt diese Manufaktur besucht und dazu habt ihr ein tolles und emotionales Video onlinegestellt.“

 „Ja, diese Keramik ist wirklich klasse und vor allem wird jedes Stück von Hand gefertigt und bemalt. Deswegen ist auch jedes Stück ein Unikat.“

www.facebook.com/tapavino.de/videos/278046020828133

„So, die Seiten sind prall gefüllt mit spanischer Lebensfreude und wir freuen uns auf ein ganz baldiges Wiedersehen zum kulinarischen Austausch und das natürlich auch auf der Gabel und im Glas.“