Von zweien, die vor 17 Jahren mit Kellen loszogen … über zwölf Apostel … zu Leuchtturmprojekten | Wenn Erfahrung und Tatendrang zusammenkommen | Jeden Tag 100 %
Advertorial | Fotos: Kirsten Buß & Weidemann + Schilling | Text:Roland Buß
Florian Schillings & André Weidemann
Prolog
Sieben bis acht Jahre dürften es her sein, dass „Obelix“ (unser Kosename für den Steinehändler Andreas Giesing), Baccara-Betreiber Rainer Tielmann und Conny Boomers uns überredeten, auf den sonntäglichen Tatort zu verzichten, um zu ihrem Freundeskreis im Mussumer Krug dazuzustoßen. Bei Bierchen, Wein und feiner Küche lernten wir ein paar uns bislang unbekannte Charaktere kennen … unter anderem auch Florian Schillings. Beim Letztgenannten handele es sich um einen sympathisch-fleißigen „Macher“ aus dem Baugewerbe, wie ihn die Runde bezeichnete. Ein illustrer Abend – ein schönes Ritual, die Woche im Kreise vertrauter Freunde abzuschließen, wie Kirsten und ich als Gäste in dieser Runde resümierten.
Seitdem ist viel Wasser durch die Aa geflossen … vieles ist passiert: Dirk Kathage, der Patron des Mussumer Krugs, der an dem besagten Abend wie immer hinterm Tresen gestanden hatte, ist inzwischen leider viel zu früh verstorben – ebenso wie Martin Ullrich, ein ebenfalls unterhaltsamer Part der Sonntagsrunde.
Auf dem Grundstück der einstigen Institution, von vielen nur „Muku“ genannt, werden nun Reihenhäuser errichtet. Die kulinarische Seele des Mussumer Krugs lebt durch Dirks Ehefrau Beate und deren Sohn Lars weiter – wie schon damals … als Kathage Catering.
Ich bin schon mal salopper in eine Story gestartet. Versteht das bitte als Hommage an Dirk, an Martin … an schöne Momente, die viele Menschen dort genossen haben … und als den Ausgangspunkt unserer Geschichte mit Florian Schillings. ErwähnensWERTvoll aus Respekt vor den Wurzeln dieser Geschichte.
Seit diesem Abend ist uns Flo mehrmals begegnet – niemals persönlich, sondern als Teil einer Firmierung auf Bauzaun-Bannern, Fahrzeug-Beschriftungen und einigen Artikeln der Medien-Kollegen in der Umgebung. Wir glauben nicht, dass es viele Menschen in der Region gibt, die Weidemann + Schillings noch nicht wahrgenommen haben bzw. von denen gehört haben – aber wer kennt deren bewegende Geschichte … die Gesichter der Macher?
Rückblick: Im Oktober 2023 berichteten wir im PAN zum Projekt ZWO – Zeitgemäß Wohnen im Herzen von Bocholt – dem ehemaligen Möbelhaus van Oepen. Während des Interview-Walks mit Matthias Korte nahm ich zum ersten Mal bewusst das Weidemann + Schillings-Branding wahr – auf der Arbeitskleidung der Handwerker, die dort agierten, und auf ihren Firmenfahrzeugen auf der Kreuzstraße. Matthias, der kaufmännische Geschäftsführer der KREATIV Unternehmensgruppe … dem Eigentümer des Gebäudes, verwies auf die gute Kooperation mit Flo Schillings und dessen Unternehmen. Aus der Vermutung wurde Gewissheit: Unsere Tresen-Bekanntschaft scheint mit seinem Unternehmen mehr in Bocholt zu bewegen, als seinerzeit von uns angenommen.
Etwa ein Jahr später standen wir mit Michaela Schneider und Andre Krome in einem Rohbau an der Aa – dem Weberquartier, um die Coverstory „Wohnfit meets Heimbau“ zu skizzieren. Auch die beiden Geschäftsführer von Wohnfit waren voll des Lobes für die zuverlässige Zusammenarbeit mit den beiden.
Es brauchte nur fünf Monate, bis wir den dritten Lobgesang auf Flo und André … das Unternehmen Weidemann + Schillings entgegennahmen – diesmal aus dem Mund von Sigrid ter Beek, der Bäderleiterin des Bahia. Wir standen vor der neu errichteten Swet Kamer dieser grandiosen Sauna-Landschaft – und die Männer von Weidemann + Schillings auf den Gerüsten, um die letzten Klinker-Reihen zu setzen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass Flo immer stellvertretend für das gesamte Unternehmen Weidemann + Schillings genannt wurde – aber er schien für unsere Gesprächspartner möglicherweise den „Außenminister“ des Unternehmens zu repräsentieren 😉
Getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ schien die Zeit reif, Florian Schillings eine Interview-Session anzubieten, um herauszuarbeiten, wie viel Weidemann + Schillings in Bocholt … in der Region steckt.
Dienstag | 04. November 2025 | 09.30 Uhr | Münsterstraße 12 | 46397 Bocholt | Meetingraum PAN
Eine herzliche Begrüßung … ein Cappuccino zum Anstoßen … und rein in die erste Frage:
Seit wann gibt es euer Unternehmen Weidemann + Schillings?
Weidemann und ich haben im Mai 2008 damit begonnen, gemeinsam … als Maurermeister mit Kelle und Bulli loszuziehen, um für Unternehmen in der Region zu klinkern.
Mit „Weidemann“ ist der zweite Geschäftsführer des gemeinsamen Unternehmens gemeint – André Weidemann.
Wir kannten uns aus unserem Städtchen … sprich Rhede. Mitte 2000 war ich bei einem Klinker-Unternehmen beschäftigt. Als meine Arbeitgeber den Betrieb geschlossen haben, war ich 22 Jahre alt. Weidemann hatte zu dem Zeitpunkt eine kleine Baufirma … so vier, fünf Leute. Dort habe ich angeheuert … er war für eine kurze Zeit mein Chef. Mit dem ¾ Meistertitel in der Hand bin ich abgesprungen, um diesen fertig zu stellen – Weidemann schließlich auch.
André musste ich regelmäßig nötigen, abends mit zur Meisterschule nach Borken zu fahren 😉 Ich habe ihn zu Hause eingesammelt und so haben wir uns besser kennengelernt. Bei einem gemeinsamen Kneipenbummel ist dann die Idee entstanden, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. Das war Samstagnacht bzw. Sonntagmorgen. Montag drauf haben wir dann unsere Firma angemeldet.
Unser erstes Projekt war der Bau eines Wohnhauses für einen privaten Bauherren in Rhede.
Für uns hatte die Woche sechs Arbeitstage … mit oftmals 12 Stunden pro Tag. Unseren Urlaub haben wir lange Zeit hintenangestellt.
Vom Einfamilienhaus zu Großprojekten in nur 17 Jahren. Wie kann es sein, dass ihr euch so rasant entwickelt habt?
Weil wir uns gemeinsam mit unseren Kunden … und mit deren Unterstützung weiterentwickelt haben. Zum Beispiel mit der Firma Brüninghoff in Heiden, mit denen wir vornehmlich im Massivbau unterwegs sind, und das seit ca. 13, 14 Jahren – deutschlandweit. Auch die KREATIV Unternehmensgruppe rund um Matthias Korte gehört zu unseren ältesten Kunden – ebefalls deutschlandweit. Mittlerweile sind wir Freunde geworden. Die Unternehmen sind gewachsen und wir mit ihnen.
Hard & Soft Facts
Florian Schillings
Geburtsjahr: 1983 | 42 Jahre | Maurermeister | Pilot | Rhedenser | Gerne mal mit Freunden im Werk II unterwegs | Oder bei Van Bebber in Xanten zum Essen | Sehr gerne auch bei Welgelegen in Groenlo/NL … super Laden mit coolem Gewächshaus-Ambiente | Wird lieber bekocht als selbst am Herd zu stehen | Experimentierfreudiger Kulinariker | Kohlrabi-Verabscheuer | Fan belgischer Fladen … insbesondere aus Reis – auch als Erinnerung an seine Oma aus Eupen/Belgien | Bier- oder Weintrinker – je nach Anlass | Für eine gute Spirituose empfänglich … gerne Williams Birne … noch lieber Rum … am liebsten Zacapa XO … oder einen Don Papa … je nach Gesellschaft | Gesellschaftsfreudig – gerne persönlich … weniger auf Social Media | Sympathischer Interviewpartner
Gibt es rückbetrachtend ein konkretes Projekt, mit dem aus eurer Zwei-Kellen-Gang 😉 ein richtiges Unternehmen wurde?
Unsere erster wichtiger Meilenstein war sicherlich das Hammersen-Carrée an der Hamminkelner Straße/Werther Straße. Das haben wir 2009/2010 gemeinsam mit der Hüls Gruppe umgesetzt – damals noch als GbR. Wahnsinn, einen solchen Vertrag zu unterschreiben. Mit dem Wissen von heute hätten wir das nie gemacht – das war ein Auftragsvolumen von mehreren Millionen Euro.
Wie groß war der Sprung zum Projekt davor?
Aus der Erinnerung würde ich sagen, dass wir bis dato Aufträge gemeistert hatten, die ca. 10 % des Hammersen-Carrée im Volumen darstellen. Das Carrée-Projekt bedeutete faktisch eine Verzehnfachung unserer damaligen Messlatte. Aber wir wollten dieses Projekt … wir wollten Gas geben. Wir haben alle aus unserem Dunstkreis aktiviert, die mit einer Kelle umgehen konnten. Mit zwölf Mann sind wir dann an den Start gegangen – unser Unternehmen, das schon vor dem Anwerfen des Betonmischers totgeredet wurde. Wir haben den Rohbau und die Fassaden fertiggestellt und uns damit Anerkennung in der Branche, insbesondere auch bei der Industrie erarbeitet.
Wie müssen wir den Begriff „Industrie“ verstehen/einordnen?
Damit meine ich vornehmlich Materialhersteller. Wenn die ihre Produkte bei Architekten, Projektentwicklern etc. vorstellen, führen diese uns als Referenz an, deren Matereialien etc. zu verarbeiten.
Machen wir bei den Meilensteinen weiter …
Zusätzlich zu unserer klassischen Bauunternehmung, die vornehmlich auf den Rohbau spezialisiert ist, haben wir vor sechs Jahren die Firma WSK gegründet – unser eigenständiges Unternehmen, das auf Projektentwicklung fokussiert ist. Dazu zählen die Beschaffung von Grundstücken, Planungen, Betreiberkonzepte, das schlüsselfertige Umsetzen etc.
Das haben wir zum Beispiel für die Bocholter Heimbau im Weberquartier realisiert. Die Heimbau hat von uns ein fertiges Produkt vermietungsfertig umgesetzt bekommen. Wir haben das Objekt schlüsselfertig übergeben.
Zu zweit angefangen … dann wart ihr quasi zwölf Apostel im Hammersen-Projekt … wie viele Mitarbeiter seid ihr heute?
In beiden Unternehmen, also Bauunternehmen und Projektentwicklung, sind es aktuell 65 Personen.
… die mit Kellen und Stiften bewaffnet eure Projekte umsetzen.
Korrekt. Das mit den Stiften hat enorm zugenommen, seit wir die WSK … sprich die Projektentwicklung gegründet haben.
Wie gehst du selbst mit deiner Kreativität um … was machst du, wenn dir eine Projektidee in den Sinn kommt?
Ich habe immer Stift und Zettel bei mir. Ich bin oldschool unterwegs – meistens mit einer Mappe, in der ich meine Gedanken skizziere.
Gibt es bevorzugte Kreativzeiten bei dir?
In der Regel ist das nach 16.30 Uhr – wenn das Tagesgeschäft abgewickelt ist … etwas Ruhe einkehrt. Dann nehme ich mir gerne zwei Stunden, um vornehmlich kreativ zu arbeiten.
Wie arbeitet ihr beiden, sprich André und du, heute zusammen?
Heute fahren wir nicht mehr mit der Kelle los 😉 Im Laufe der Jahre haben wir uns im Sinne unserer persönlichen Stärken entwickelt. André kümmert sich um die technische und ich mich um die kaufmännische Geschäftsführung. Er ist eher der Mann für das Handwerkliche … die Abwicklung vor Ort. Ich kümmere mich um Finanzierungsthemen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und die Projektentwicklung. André bekommt ein fertiges Plan-Produkt und sorgt dafür, dass auf dem Acker … zum Beispiel … ein Gebäude entsteht. Bei den ersten Gesprächen ist André selten dabei, das ist wohl der Grund, warum eure Gesprächspartner vornehmlich mich als Kontakt benannt haben.
Hard & Soft Facts
André Weidemann
Geburtsjahr: 1979 | 46 Jahre | Maurermeister | Rhedenser | Hobbys: Grillen & Politik | Bevorzugtes Grillgut: Brisket … die amerikanische Bezeichnung für Rinderbrust – ein zähes, aber bei langsamer Zubereitung sehr zartes Fleisch aus der Brust des Rindes | Ansonsten gerne Fisch … speziell Zander | Als Fan der italienischen Küche auch Meeresfrüchte wie Langostinos | Bevorzugtes Getränk: ein Helles wie Tegernseer oder Chiemseer | Auch gerne mal einen Wein … ohne auf tiefgreifende Erkenntnisse zurückgreifen zu können | Außerhäusig gerne mal eine Einkehr beim Gusto in Wesel | Ebenfalls ein sympathischer Gesprächspartner – mit einem Hauch weniger Sprachanteil als sein Geschäftspartner 😉
Wir treffen oftmals auf Doppelspitzen in Unternehmen – wo einer den kreativen Part belegt und der andere die strukturierte Ordnung verkörpert. Du schlägst ein wenig aus der Art – als kaufmännischer Zahlenmensch … der zugleich visionär kreativ agiert.
Das mag wohl stimmen. Deswegen haben wir unsere Strukturen auch entsprechend angepasst. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden – dann ist es beruhigend, sich auf gute Leute verlassen zu dürfen.
Über das Projekt ZWO, das Objekt der Heimbau im Weberqartier und die Swet Kamer haben wir euch in Bocholt wahrgenommen. Was dürfen wir noch aufführen, damit die Menschen in der Region sich ein Bild machen können?
• das Hammersen-Carrée – wie schon geschildert
• die Gebäudekomplexe Uhlandstraße/Ecke Kreuzberg – mit der Bäckerei Gildhuis im Erdgeschoss
• den Neubau der Stadtwerke Rhede
• die ehemalige Heilig-Kreuz-Kirche. Im November 2023 haben wir mit dem Büro Winkelmann_Matzken ein Investoren- und Wettbewerbsverfahren gewonnen – da geht es darum, die Kirche zu einer Kita umzugestalten (siehe Bilderstrecke etwas weiter unten). Das alte Kreuzbergheim wird abgerissen … dort entsteht ein Komplex mit Mietwohnungen. Am Königsmühlenweg wird ein Gebäude entstehen, in dem die Caritas in den unteren Bereichen eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderung betreiben wird. Darüber entstehen fünf öffentlich geförderte Wohnungen.
• das Gelände des ehemaligen Mussumer Kruges. Das Objekt steht leer – den Komplex haben wir vor ca. einem Jahr erworben. Eine Sanierung hätte das besagte Fass ohne Boden bedeutet. Mit den Architekten Winkelmann und Matzken haben wir den Bereich neu geplant. Dazu musste der Bebauungsplan geändert werden. Dort werden wir elf Reihenhäuser speziell für Familien errichten – öffentlich gefördert. Am Ende stehen 6,70 Euro Miete für jeden Quadratmeter – das passt in die Welt, das ist das, was benötigt wird.
In seinen weiteren Ausführungen wird deutlich, dass das Unternehmen in den Jahren, wo es schwierig wurde mit den Finanzierungen … die Kunden nicht investieren wollten oder konnten, Weidemann + Schillings Objekte für sich selbst gebaut … sprich in den eigenen Bestand übertragen hat, um die Mitarbeiter nicht vor die Tür stellen zu müssen.
Lass uns euer Denken in Bezug auf euer Team vertiefen …
Gerne. Ich bin jetzt 42 Jahre alt. Ich denke, dass ich mindestens noch zwanzig Jahre arbeiten darf. Und so lange möchte ich das auch im Sinne unserer Mitarbeiter denken. Es gilt der Anspruch: Wer ins Team passt … bleibt. Wir haben eine echt starke Mannschaft. Da stehen tolle Leute in den Startlöchern. Vielleicht hast du unseren Jan auf Insta entdeckt. Der hatte vorher eine kaufmännische Ausbildung gemacht, war dann im Außendienst und hat dann festgestellt, dass er etwas Handwerkliches machen möchte. Er hat seine Maurerlehre bei uns gemacht … diese auf zwei Jahre verkürzt und direkt seinen Meister angehängt. Aktuell ist er Bauleiter – der will und kann etwas bewegen.
Genau wie Tobi Schmeinck – er hat ebenfalls als Maurer angefangen, dann nebenbei seinen Techniker gemacht … und noch den Betriebswirt. Er ist für das Zahlenwerk und die Arbeitsvorbereitung zuständig. Als Prokurist, steht mit ihm die zweite Reihe bereit.
Versteht Jan und Tobi beide bitte als Beispiele, dass wir richtig gute Leute haben. Potenzial, um nach und nach die zweite Führungsriege weiter zu formieren.
Wenn sich jetzt Max Mustermann bei euch meldet, um sich ein Einfamilienhaus bauen zu lassen … ist das noch eure Kragenweite, oder seid ihr vornehmlich in größeren Projekten unterwegs?
Nein, wir vergessen nie, wo wir herkommen. Niemals! Wenn jemand eine Gartenwand gebaut haben will, bauen wir eine Gartenwand. Und wenn die Versicherung anruft, werden auch Bagatellschäden bewertet. Es kommt jemand von uns raus und flickt die Lücken … auch das ist ein Auftrag. Wo ein Maurer gebraucht wird, liefern wir einen. Im Übrigen finde ich es toll, wenn unsere Jungs auch mal nur um den Kirchturm fahren müssen, um zur Baustelle zu kommen.
Ansonsten erschließt sich der Aktionsradius von Weidemann + Schillings auf ganz Deutschland – von München bis Berlin … sogar vor Wyk auf Föhr mache man nicht halt, weil man Bock auf Herausforderungen habe. Zurück zum EFH – zum Einfamilienhaus:
Es ist immer noch ein gutes Gefühl, mit privaten Häuslebauern deren Traum vom Eigenheim zu realisieren. Ich mag diese Momente, wo man sich dann zufällig wiedersieht, plaudert und die Zufriedenheit spüren kann.
Lass uns an den Moment erinnern, als wir uns am Tresen vom Mussumer Krug kennengelernt haben. Gibt es eure Truppe noch?
Ja … aber in einer kleineren Version, wie du weißt – sprich ohne Dirk und Martin. Wir treffen uns immer noch – aber nicht mehr jede Woche.
Die nächsten sieben Minuten unseres Gespräches gelten dem eingangs erwähnten „Obelix“ und seinen liebenswerten Marotten inklusive seinem Kuckucks-Marketing-Konzept – was eigentlich eine eigene PAN-Story wert wäre 😉
Was machst du denn in den „spielfreien“ Zeiten … sprich Sonntag um 20.15 Uhr?
Die Ruhe genießen und mich auf den Montag vorbereiten … oder im Sommer … wenn die Sonne scheint … Mountainbike fahren oder Fliegerkollegen in Stadtlohn treffen. Ich habe vor fünf Jahren einen Pilotenschein gemacht.
Notiz an Kirsten und mich: Unbedingt mal wieder im dortigen Restaurant von Flos Heimat-Flughafen Stadtlohn-Wenningfeld einkehren, um gute Cevapcici und Pljeskavica zu essen.
Was wäre noch wichtig über euch zu wissen … zu erzählen?
Ihr werdet von unserem ATEA-Projekt gehört bzw. gelesen haben. Bei diesem Projekt haben wir vor einiger Zeit auf Pause gedrückt. Wir haben es gemeinsam mit Isil Schaeffler … und ihren Studio S Architekten neu aufgerollt – zu ATEA 2.0.
Natürlich wussten wir um dieses Projekt. Da wir aber lange nichts davon gehört hatten, oblag es Flo, darüber zu berichten oder zu schweigen – aus welchem Grunde auch immer. Vor unserer Interview-Session hatte ich die bisherigen Artikel und die diesbezügliche Internetseite noch mal gesichtet. Ambitioniert und atemberaubend – so mein Fazit.
Jetzt seid ihr dabei, dass Projekt aufzutauen?
In der Tat. Es reichte mir nicht, schöne bunte Bilder in der Schublade zu horten, und so haben wir gemeinsam mit Isil und ihrem Team das Projekt neu gedacht. Wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr konkreter werden zu können.
Die Einblicke, die Flo mir beim heutigen Meeting in die Projektmappe ATEA 2.0 gewährt, sind noch imposanter – auch wenn das kaum möglich erscheint. Aber für unsere ca. 73.000-köpfige Heimatstadt wäre das schon ein echter Knaller. Wäre toll, diese Einblicke mit euch im Weidemann + Schillings Part II in einer der kommenden PAN-Ausgaben zu teilen – auch was Flo mit einer 70er-Jahre-Katastrophen-Architektur konkret meint und wie man solche Objekte nachhaltig umsetzen kann.
Bekommst du manchmal Angst vor dir selbst? 😉
Zum Glück nicht … ich habe einfach Lust und ich scheue keine Arbeit. Angst wäre der falsche Begriff – auch wenn ich zwischendurch ein kurzfristiges Gedankenflattern bekomme, angesichts der Dimensionen, über die wir sprechen. Dieses verflüchtigt sich aber angesichts des Vertrauens in unsere Partner und unsere gemeinsam gewachsenen Erfahrungen.
Noch mal kurz zu ATEA … ich versuche, die Realität zu denken …
Das wird schon ein Hingucker.
Beim Projekt 7Höfe haben wir bis zu 14 Kräne gezählt und fotografiert. Bei den Dimensionen von ATEA könnten andere Kranlängen zum Einsatz kommen. Habt ihr die im eigenen Bestand?
Es wäre mir neu, dass irgendein Münsterländer Bauunternehmen solche Spezialkräne auf dem Hof stehen hat 😉 – so etwas wird projektbezogen angemietet.
Bis wohin müsste der Bocholter fahren, um ein höheres Wohngebäude als das ATEA 2.0 zu sichten?
Mindestens bis Münster, glaube ich.
Könnte laut der intelligenten Kollegin (ChatGPT) stimmen. Demnach befindet sich am Kolde-Ring 21 die Zentrale der LVM-Versicherung – mit einer Höhe von 62,4 Metern. Allerdings wird dort gearbeitet und nicht gewohnt – was die KI übersehen hat. Letztendlich landet sie mit ihren Recherchen beim Uni-Center in Köln.
#Projekt Heilig-Kreuz-Kirche
Montag | 17. November 2025 | 10.00 Uhr | Am Kreuzberg 2 | 46397 Bocholt | Heilig-Kreuz-Kirche
Wir treffen Florian Schillings vor der am 08.02.2025 profanierten Kirche. „Profanierung“ kommt vom lateinischen profanare und bedeutet „entweihen, für weltliche Zwecke freigeben“.
Auf dem Gelände holen mich die Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend ein – mit dem Kreuzberg im Zentrum:
Die Gründung einer „Kinderbande“ im Eichenwäldchen des Kreuzberges | Eine kurze Episode bei den Jungpfadfindern von Hl. Kreuz | Mein erster bezahlter Job mit 13 Jahren – das Austragen von Kirchenzeitungen, die ich im Pfarrbüro abholte und unters Volk brachte | Der Besuch der ersten Discos im Jugendheim
Weitere Infos zum Kreuzberg findet ihr hier:
#Transformation aus Kirche wird KiTa
Dlo berichtet von den Erlebnissen eines kurzweiligen Trips mit einem Teil der „Muku-Veteranen“ nach Bologna, Maranello und Umgebung, von dem er gerade zurückgekehrt ist. Wir vertagen die Details auf ein gemeinsames Weinchen oder einen feinen Rum.
Mit ihm als Schlüsselbevollmächtigem betreten wir die entweihte Kirche über den Nebeneingang an der Sakristei – ein kompletter, sehr emotionaler Flashback. Am dort noch stehenden Taufbecken verschafft mir ein Telefonat mit meiner Mum Gewissheit, dass ich dort vor 62 Jahren den Namen „Roland“ empfangen habe. Sehr zum Unwillen des damaligen Pastors, der einen typisch heiligen Namen wie Johannes oder Samuel bevorzugt hätte, wie meine Mutter berichtete – die übrigens zur Taufe gar nicht zugegen war, sondern als „Mama im Homeoffice“ 😉 – von der schweren Geburt noch nicht erholt. So war es mein Vater nebst Paten, der mich zum Becken trug. Ich verliere mich … in Erinnerungen an Momente in und um diese Kirche.
Flo holt mich mit Plänen zur zukünftigen Nutzung wieder in die Realität zurück und entführt mich zu einem kleinen Sidestep in die Musik. Während Kirsten sich aus dem Leben fotografiert, teilen wir an den stillgelegten Pfeifen einer längst verstummten Orgel unsere Begeisterung für Xavier Rudd – den australischen Klangpoeten mit seinen Liedern zwischen Erde, Wind und Widerstand.
Montag | 17. November 2025 | 11.30 Uhr | Daimlerstraße 4 | 46414 Rhede | Weidemann + Schillings Bau GmbH
Im stylischen Headquarter des agilen Unternehmens treffen wir auf besagten Weidemann, sprich André, der sich mit uns zum Cappuccino im Meetingraum mit den bodentiefen Fenstern niederlässt. An dieser Stelle stehend, den Ausblick genießend, würde er sich gerne erinnern, dass hier … in der Region … im Münsterland … die Welt noch in Ordnung sei – so meine Erinnerung an Flos Gedanken aus unserem Interview. Dies gelte es bewusst zu machen – anstatt immer das Haar in der Suppe zu suchen – so unsere Übereinkunft.
Während Kirsten die ehemalige Zwei-Kellen-Gang mit ihrer Kamera ins rechte Licht setzt, entlocke ich André ein paar private Details. Gemeinsam erinnern wir uns an die bisher eingefangenen Details zur Story der beiden.
Epilog
Circa sechs Stunden haben wir miteinander geteilt, um über Gott und die (Bau-)Welt zu sprechen. Über Star-Architekten und Superreiche … und dass es bisweilen erfüllender sein kann, einen Schweinestall zu bauen als ein pompöses Anwesen für einen speziellen Menschen.
Von dort aus blicken wir auf das „Hinterland“ des ca. 6.000 Quadratmeter großen Geländes von Weidemann + Schillings – aufgeräumt, gut sortiert und bereit für alle Arten von Bau-Einsätzen.
Der Rundgang durchs Gebäude unterstreicht, dass man sich hier der Wurzeln bewusst ist und gleichzeitig gut gerüstet für das Erklimmen neuer Level.
Kirsten und ich sind uns abermals einig, wie spannend es ist, so authentische Charaktere kennenzulernen. Mutige Entrepreneure, die lieber anpacken als lamentieren. Menschen, die ebenso stolz auf die Region sind, in der wir leben.
RESPEKT, Jungens – es war uns ein Fest, einen Teil eurer Story einzufangen. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.
Weidemann + Schillings Bau GmbH
Daimlerstr. 4 46414 Rhede
Tel.: +49 (0) 2872 91 83 00












