… machen´s gemütlich in der Quiet Season
Text: Kirsten Buß
Wie aus ein paar Zweigen, Gräsern & Bändern echte Winterstimmung wird
Es gibt Dinge, die macht man nicht, weil man muss – sondern weil es einfach schön ist und Spaß macht. Kein „Do it yourself“, kein Projekt – sondern ein kleiner Ausflug in die Ruhe. Wir sind in der „Quiet Season“ angekommen und dazu passt das Kränze binden doch wunderbar. Oder?! Zweige anfassen. Binsen zurechtbiegen. Und Durchatmen… Und dann plötzlich dastehen und denken: Wow. Das hab ich gemacht. Es ist diese leise Freude, die zur Quiet Season passt wie Samt zu Tannengrün. Unaufgeregt, handgemacht, wohltuend.
Man braucht nicht viel. Ein paar Zweige Tannengrün, gern selbst gesammelt bei einem Spaziergang durch den Wald, aus dem Garten, vom Wochenmarkt. Vielleicht ein bisschen Kiefer, Zypresse oder Eibe, für Struktur und Duft. Dazu getrocknete Binsen oder Gräser, ein Kranzrohling aus Draht oder Weide, ein bisschen Draht oder Schnur, eine gute Schere und wer mag, ein paar Bänder.
Samtbänder sind in diesem Jahr wieder ganz vorne mit dabei. Weich, edel, leicht nostalgisch. Sie bringen ein wenig Farbe in die Natürlichkeit des Kranzes, ohne aufdringlich zu sein. Je nach Gusto und Geschmack ein warmes Altgold, ein tiefes Bordeaux, ein ruhiges Petrol oder ein klassisches Tannengrün. Auch ein dunkles Pflaumenlila oder ein mattes Rosenholz kann wunderbar wirken. Ob locker um die Kranzbasis gebunden, seitlich als Akzent eingesetzt oder ganz pur als Aufhänger. Das Band könnte auch bei deinem Kranz das I-tüpfelchen sein… Oder du lässt es ganz weg, denn auch das hat Kraft.
Und dann stellt sich natürlich die grundsätzliche Frage. Wie soll er aussehen, der Winterkranz? Klassisch rund? Locker, halb gebunden? Nur aus Gräsern? Alles ist erlaubt!
Komplett gebunden ist der Klassiker. Dicht, üppig, duftend. Die Zweige im Uhrzeigersinn auflegen, mit Draht umwickeln, überlappend weiterarbeiten. Binsen oder getrocknete Akzente dazwischen bringen Bewegung und Leichtigkeit. Ein schönes Samtband gibt dem Kranz den letzten Schliff – oder eben nicht. Dein persönlicher Geschmack entscheidet.
Wer es etwas ruhiger mag, entscheidet sich für halb gebunden, halb Natur. Der Ring bleibt sichtbar, das Grün sammelt sich nur in einem Bereich – meist im unteren Drittel. Der Effekt ist modern, leicht, sehr elegant. Besonders schön wirkt’s an dieser Stelle mit einem langen, locker gebundenen Samtband, das frei herunterhängt und beim Öffnen der Tür leicht weht…
Und dann gibt es die stille Variante. Nur Gräser und Binsen. Keine Tanne, kein Volumen. Stattdessen eine helle, trockene Struktur, ganz pur. Ein solcher Kranz wirkt fast poetisch. Eben genau richtig für diese stillere Jahreszeit.
Das Schöne, jeder Kranz trägt etwas von dir. Nicht nur durch die Form, sondern durch den Moment, in dem er entstanden ist. Vielleicht mit einem Glas Wein daneben, Musik im Hintergrund…Vielleicht allein, vielleicht mit jemandem zusammen. Vielleicht mit Hund an der Seite…
Kränze sind ein wenig, wie die Quiet Season selbst. Leise, rund, von Hand gemacht. Sie bringen Ruhe ins Zuhause, Duft an die Tür oder auf den Kaminsims und ein bisschen Stolz in dein Herz. Nicht weil sie perfekt sind, sondern weil man sie selbst gemacht hat. Und weil sie bleiben. Still. Schön. Und irgendwie genau richtig. Perfekt unperfekt. Wir sagen gerne unplugged…
„Ein Kranz muss nicht perfekt sein.
– Einfach und unplugged mit Händen & Herz.“












