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Plätzchen backen für Bello & Mietze

Nov. 28, 2025 | Tierarzt

Text: Dr. Simone Möllenbeck

 

Die Weihnachtszeit hat begonnen. Die Tage werden kürzer und nichts ist schöner, als sich abends mit Bello oder Mietze auf dem Sofa schön kuschelig und gemütlich einzurichten. Wer entspannt dann nicht gern bei einer Tasse Tee und einem Plätzchen? Nur schwingt doch immer ein schlechtes Gewissen mit, wenn wir den süßen Genuss mit unseren vierbeinigen Freunden teilen. Schließlich können manche Nahrungsmittel, die wir gut vertragen, für Hund und Katze sogar giftig sein. Dennoch müssen unsere Lieblinge nicht zwangsläufig leer ausgehen, denn es gibt tiergerechte Zutaten und fantastische Rezeptideen, mit denen Sie Ihre Vierbeiner verwöhnen können.

Sie werden sich wundern, wenn Sie nach Plätzchenrezepten für Hund und Katze suchen, welche Vielfalt in Zeitschriften, Büchern und in diversen Internetforen angeboten wird. Genau wie beim Backen für uns Zweibeiner reicht ein gesunder Menschenverstand aus, um das richtige Rezept für Ihren vierbeinigen Freund zu finden. Natürlich ist erst einmal wichtig, sich generell mit der Bekömmlichkeit der diversen Zutaten auseinanderzusetzen. Folgende Nahrungsmittel, die für süße oder herzhafte Backideen in Frage kämen, sind ungeeignet oder sogar giftig für unsere Vierbeiner: Schokolade, Rosinen, Weintrauben, Avocados, Alkohol, Tee, Kaffee, Macadamianüsse, Knoblauch und Zwiebeln. Andere Plätzchenzutaten sind nur in Maßen verträglich, da sie ansonsten Magen-Darm-Beschwerden oder den ungeliebten Weihnachtsspeck hervorrufen. Hierzu zählen Nüsse, Zucker, Milchprodukte, Getreide, Salz und Gewürze.

Besitzer von Tieren mit einer Futtermittelunverträglichkeit müssen natürlich noch mehr bedenken, denn ihre Lieblinge reagieren darüber hinaus auch auf Nahrungsmittel, die von anderen Hunden und Katzen ganz normal verstoffwechselt werden. So können Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Koliken, Hautausschlag, Nesselsucht, Ohrenentzündungen und Juckreiz bei betroffenen Tieren durch herkömmliche Futtermittel ausgelöst werden. Laut führender Dermatologen sind die häufigsten Auslöser beim Hund Milch und Milchprodukte, Rind, Eier und Weizen, gefolgt von Huhn, Lamm, Soja und Mais. Fisch, Reis und Schwein sind beim Hund eher seltene Allergieauslöser. Bei Katzen rufen in den meisten Fällen Rind, Milchprodukte und Fisch die allergischen Reaktionen hervor. Manchmal ist es sehr schwierig, die genaue Ursache für die beschriebenen Symptome herauszufinden. Inzwischen ist ein Bluttest zum Thema Futtermittelunverträglichkeit in der Tierarztpraxis durchführbar. In sehr schwierigen Fällen hilft aber nur eine sogenannte Eliminationsdiät, um die Ursache für die Beschwerden auszumachen. Bei dieser Diät wird wochenlang nur eine Kohlehydrat- und eine Eiweißquelle verfüttert, um zu schauen, ob die Symptome darunter verschwinden. Gerade bei diesen Patienten ist das Selberkochen oder das Plätzchenbacken eine Chance für die geplagten Besitzer, denn nur wer selber kocht und backt weiß, was der vierbeinige Liebling wirklich zu sich nimmt.

Da Hunde- und Katzenkekse in der Regel mit fleisch- oder fischhaltigen Zutaten gebacken werden, müssen bezüglich der Lagerung besondere Regeln beachtet werden. Bevor die Köstlichkeiten in einem Gefäß kühl und trocken gelagert werden, müssen sie besonders gut ausgekühlt sein. Je nach Rezept halten sich die Leckereien manchmal nur ein bis zwei Wochen, weil sie keine Konservierungsstoffe enthalten und oft noch eine Restfeuchte besitzen. Dennoch gibt es einen Trick, den Ihnen Ihr Hund und auch Ihre Katze gerne verzeihen wird: Sie können das Gebäck unkompliziert einfrieren und damit die Haltbarkeit auf mehrere Monate erhöhen. Na-türlich muss die Köstlichkeit vor dem Verzehr wieder aufgetaut werden. Schlussendlich sind Sie, die Backfee, verantwortlich für Ihr Tier und bitte denken Sie ein wei-teres Mal daran, dass Sie sehr schmackhafte und hochkalori¬sche Leckereien produzieren, die in großen Mengen für den unge¬wollten Winterspeck sorgen. Also verfüttern Sie die Plätzchen, Kekse, Cracker und Co bitte in Maßen und widerstehen Sie dann und wann den bittenden Hundeaugen und dem klagenden Katzenmiauen. 

Meine Vierbeiner stehen übrigens auf Thunfischcracker, die ich in verschiedenen Größen abbacke, damit ich sowohl unserer Riesenschnauzerhündin „Bella“ als auch dem Rauhaardackel „Franz Josef“ sowie den Katzen „McCoy“ und „Mausi“ eine Freude machen kann. Ihnen wünsche ich eine geruhsame Vorweihnachtszeit und angenehme Festtage mit Ihren Lieblingen. Ich verbleibe mit den besten Wün¬schen für das Jahr 2026, in dem ich mit meinem Artikel „Toxoplasmose – gefürchtete Zoonose“ starte.

Dr. Simone Möllenbeck
Fachtierärztin für Heimtiere
Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde beim Kleintier
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