Mo.-Fr., 8 – 17 Uhr

 Kunsthandel Koenen ART NETWORK | Kunst tut gut | Part I

Nov. 28, 2025 | Portraits

187 Minuten Künstlertreff mit Peter Koenen | Deep Talk über eine barrierefreie Kunstszene | Eine hybride Galerie mit 45 Künstlern – von No-Names über Promi-Künstler wie Udo Lindenberg bis zu Ikonen wie Andy Warhol

Advertorial  Fotos: Kirsten Buß | Text:Roland Buß

 

Hard Facts Peter Koenen

Geburtsjahr: 1971 | 54 Jahre | Seit seinem 16. Lebensjahr „Kunst-infiziert“ | Mann von Martina | Vater von Paul und Tom | Kunsthändler mit 38 Jahren Erfahrungswissen in der Kunstszene | Galerist | exzellenter Bilder-an-die Wand-Bringer … in Wort & Tat | Freund von Karl Wissing junior

Prolog

Es kommt gelegentlich vor, dass Menschen, die uns in unseren PAN-Räumlichkeiten besucht haben … für ein Shooting mit Kirsten, für eine Interviewsession mit uns beiden … sich dafür bedanken, dass wir sie in unserem „Wohnzimmer“ empfangen haben. In der Tat ist es so, dass sich diese Räume, in denen wir schreiben, fotografieren, grafiktisieren (könnte sein, dass das anders heißt 😉 … sich nach und nach dem angeglichen haben, wie wir upstairs in unserem „Nest“ an der Münsterstraße 12 leben. 

Gerne erinnern wir an dieser Stelle, dass zwischen uns … also im Mittelgeschoss … Räumlichkeiten frei werden.

Ich glaube nicht, dass es viele Dinge gibt, die wir zusammengetragen haben, die keine Geschichte erzählen könnten. Wir wählen Gegenstände, die uns bereichern und erinnern, sehr bewusst aus. 

Während ich das schreibe, blicke ich auf die Bronzeskulptur des kleinen Jungen auf meinem Schreibtisch, der mich daran erinnert, sich immer ein Stück weit das Kind-Sein im Kopf zu bewahren. 

Ich blicke auf Peter Pan, ebenfalls bronzen, der unseren Meetingtisch ziert … auf die Fotos der Gehry-Bauten im Düsseldorfer MedienHafen, die Kirsten mit ihrer Nikon D750 zur „blauen Stunde“ (der bevorzugten Lichtstimmung vieler Fotografen) so genial eingefangen hat. Ich erinnere mich an den Moment, als Christian Grunewald, den Kirsten für Schwarz-Weiß-Porträts „verhaftet“ hatte, die Gehry-Bilder sah und uns mit in die Geschichte zog, dass die Firma Grunewald diese berühmten Bauwerke maßgeblich bzw. formgebend mitgeprägt hat. Das sind sie, diese Geschichten, die deutlich machen, welche tolle Charaktere und Unternehmen unsere Heimat ausmachen. 

Auf einem unserer Weinklimaschränke im Meetingraum steht ein Setzkasten. Ein Relikt aus alten Druckereitagen, in dem früher Bleilettern systematisch aufbewahrt wurden, um daraus Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile … Texte zu setzen – Gedanken in Gedrucktes zu verwandeln. 

 

Und schließlich thront auf der Schublade eines altehrwürdigen Druckereischrankes ein kleines Bild des Künstlers Branko mit dem Namen „A GREAT PLACE TO BE“.

 

Peter Pan  | Branko | Gehry Bauten

“Das Bild des Anstoßes“

Gerahmt und vertrieben durch unseren Bekannten Peter Koenen – wie es die Rückseite verrät. Als Bruder unserer Freundin Anja, als Schwager von Harald, als Sohn unserer damaligen Hochzeits-Überraschungsgäste Elisabeth und Klaus Koenen … hat er mehrmals im Jahr ähnliche Laufwege wie wir. 

Mit seinem Vater Klaus, dem „Vater der Clowns“, haben wir 2023 dieses süffisant-unterhaltende Interview in Papier gemeißelt: 

Zeit, die Erinnerungen aufzufrischen … gerne mit einem eingeschenkten Glas Wein und dem kleinen Branko-Bild, welches ich vor mir aufstelle. Abgebildet … 3D-artig inszeniert … ist unser Historisches Rathaus … mit vielen liebevollen Accessoires. Dieses Kunstwerk, so possierlich es auch wirkt, macht einfach gute Laune. Ich drehe den amtlichen Rahmen … auf der Rückseite ein bordeauxroter, runder Aufkleber mit Peters Branding „Kunst tut gut“. Recht hat er, der Peter – Zeit, uns mal intensiver über seinen Claim auszutauschen. 

Wie wäre es, wenn mehr Menschen ihre vier Wände, ihr Arbeitsumfeld um solch positiv aufgeladene Symboliken bereichern – es sich bei deren Betrachten „gut gehen lassen“? 

Naheliegende Gedanken … für uns … Handy raus … folgende Zeilen via WhatsApp an Peter Koenen adressiert (16.17 Uhr): 

Lieber Peter, wir sind gerade mitten im Storyboard für unsere Jahreswende-PAN-Edition – unter dem Motto #allesimFluss | #amFluss (unsere gute alte Aa).

Die Welt wirkt zurzeit ein bisschen zu laut, zu schnell, zu voll mit Meinung – und zu leer an Herz. Deshalb setzen wir ein Gegenzeichen: Entschleunigung, Reflexion, Zuversicht.

Wir halten inne, blicken zurück – und nach vorn: auf ein 2026 mit mehr Haltung, mehr Verbindung.

Wie sieht’s bei dir aus? Gibt es Art Network-Themen oder Botschaften, die du in dieser besonderen Zeit – rund um Weihnachten und den bevorstehenden Jahreswechsel – im PAN teilen möchtest? Möglicherweise ein Geschenkanreiz zu Weihnachten … sich ein symbolhaftes Bild für 2026 schenken?

Peters Antwort (18.24 Uhr | zwei Stunden 7 Minuten später): 

Hi Roland. 

Lass mal quatschen, wenn ich wieder zurück bin … ab dem 25.10.2025.

Grüße – aus Kuala Lumpur
Peter

Freitag | 31. Oktober 2025 | 17.00 Uhr | Halloween | Münsterstraße 12 | 46397 Bocholt | Meetingraum PAN | 3 Stunden und 7 Minuten 

Gerade mit Ehefrau Martina, den gemeinsamen Söhnen Paul (15) und Tom (12) von einer Asien-Rundreise zurück: 12 Tage Singapur und Kuala Lumpur. Wir sprechen über Peters Eindrücke von der Reise, über Gott und die Welt und über Malzbier. Sein Schwiegervater, Willi Eiting, der seinerzeit mit seiner Frau Hedwig das Hotel Am Erzengel in Bocholt betrieben hat, habe den Kindern immer eingebläut, Malzbier zu trinken: „Das bringt Kraft“ – so sein Ausspruch. Wir kommen überein, dass wir eigentlich viel zu wenig davon trinken – von der für uns wohlschmeckenderen Alternative zu vielen Null-Promille-Getränken. Meine kulinarischen Synapsen laufen sich warm und erinnern mich, künftig wieder Malzbier an Soßen zu geben, wie es unsere Ahnen taten. 

Nach 69 Minuten tauschen wir Cappuccino gegen Grauburgunder und Alltagsthemen gegen den Fokus auf die Kunst – der Hauptgrund unseres Treffens.

Wer oder was hat deinen Einstieg in diese Kunstwelt motiviert … wie liegen deine Wurzeln? 

Es war Salvador Dalí, der mich schon zu meiner Schulzeit fasziniert und inspiriert hat. 

Verblasste Erinnerungen an einen Besuch des Dalí-Museums in Montmartre gewinnen an Farbe in meinem Kopf. Für einen umfassenden Einblick in dessen Leben und Treiben empfiehlt Peter euch und mir den Besuch eines anderen Dalí-Museums, dem in Figueres/Spanien. Nur 170 Kilometer südlich von Carcassonne/Frankreich – eine Station auf unserer Bucketlist-Tour 2021 – mit extrem schönen Erinnerungen. Ich schweife ab … Peters Tipp für einen „Künstlertreff“ in der Evernote-App gespeichert. Wenn euch mal danach ist, eure Kreativität ein wenig anzuschubsen … die Rituale „Künstlertreff“ und „Morgenseiten“ habe ich dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron vor ca. zwei Jahrzehnten entnommen und in mein Leben integriert. 

Hast du dich selbst mal im Bereich des Erschaffens von Kunst erprobt? 

Ja, als junger Kerl war ich von der Fotokunst fasziniert. Ich habe mithilfe eines Umkehrringes die Spiegelreflex-Objektive meiner Kamera in Makros verwandelt. Inspiriert von Laurent Doussot beispielsweise habe ich Zuckerkristalle wie Monumente abgelichtet. Schwarz-Weiß-Fotografie fand ich extrem spannend … auch als Posterdruck. Dafür musste einer meiner Kumpels herhalten – dessen Rückenpartie ich mit der Kamera eingefangen habe. Von meinen besten Fotos habe ich bei der Druckerei Becks auf der Langenbergstraße Postkarten anfertigen lassen – via Aluminiumplatte auf Silberbögen. 

Damals … sprich mit 16 Jahren … war ich ganz schön stolz auf mein Branding: Fotografie: Peter Koenen 

Relativ früh habe ich festgestellt, dass der Handel mit Kunst meine Passion ist. Seitdem lebe ich meine Kreativität in diesem Bereich aus. 

Wie hat sich das bei dir entwickelt … gibt es ein auslösendes Momentum dafür? 

Da war die Idee, eine Ausbildung beim Kunsthandel Wissing anzutreten – bei dem Vater meines damals besten Freundes und Klassenkameraden Karl … plus … das ist ganz wichtig … die Ermutigung meines Vaters, diesen Weg zu beschreiten. 

Für mich stand damals fest, dass ich eine kaufmännische Ausbildung machen wollte … dazu habe ich mich bei verschiedenen Unternehmen beworben. Bei Karstadt zum Beispiel suchten sie einen Auszubildenden … da warf ich im Casting mit 30 weiteren Bewerbern meinen Hut in den Ring, wie man so sagt … genau wie bei Peek & Cloppenburg und einigen anderen Unternehmen und eben auch bei dem Vater meines Freundes – sprich beim Kunsthandel Wissing. Ungefähr zeitgleich trafen die Zusagen sowohl von Karstadt als auch von P&C ein – gerade in der Phase, in der mich Karl Wissing Senior aufgrund meiner Bewerbung zum Gespräch eingeladen hatte.  

Du scheinst überall gut performt zu haben … wie man heute sagen würden. 

Mag sein. Natürlich habe ich mich gewundert und zugleich gefreut über den Zuspruch. Aber als junger Kerl mit 16 Jahren war ich damit überfordert, die richtige Wahl zu treffen. Ich habe die möglichen Optionen mit meinem Vater erörtert. Der sagte damals: 

„Junge, wenn du den Zugang zur Kunst findest … wenn Kunst dein Thema wird … was wir jetzt noch nicht wissen, dann bist du einer von wenigen … der vielleicht darin ein Profi wird. Wenn du bei Karstadt, Kaufhof, P & C und wie sie alle heißen …. Klamotten verkaufst … bist du einer von vielen – da gibt es Tausende, die das können. Die haben tolle Programme, du könntest dort sicherlich Karriere machen … aber … bist du das wirklich … sind Klamotten dein Ding?“ 

Ich bin meinem Dad unendlich dankbar für diese Beratung. 

Und so schritt ich am 01. August 1987 die zwei vertrauten Stufen zum Kunsthandel Wissing rauf, um meine Ausbildung anzutreten. 

… genau wie ich, vor ein paar Jahren, um mir eine wunderschöne Schreibtischleuchte im Retro-Stil zu gönnen. „Gutes Werkzeug muss sein“ – dieser Grundsatz gilt auch für einen Schreiberling 😉 

Anschließend fliegen wir durch die kunstbeseelte Seite von Peters Leben:

Vita | In Stichworten

01.08.1987: Beginn der Ausbildung als Einzelhandelskaufmann bei Karl & Magitte Wissing – der Institution für Kunstbeflissene am Gasthausplatz | 14 Tage später … erster Besuch der „Ambiente“ in Frankfurt – der internationalen Leitmesse für Lifestyle … oder auch das „Haifischbecken“ für einen Jungspund, wie Peter seinerzeit 😉 | Nach der Lehre zwei weitere Jahre für den Kunsthandel Wissing im Außendienst unterwegs, um bundesweit Galerien zu beliefern | Nach dem damaligen „Pflichtprogramm“ der Bundeswehr … Realisierung eines Traumes: 15 Monate Roadtrip von Kanada bis Bolivien … nur mit einem Rucksack auf den Schultern | Mit 22 Jahren einziger Angestellter im Außendienst für ein Unternehmen, das Möbelhäuser mit Bildern belieferte und Objektausstattungen in Hotels, Krankenhäusern, Pflegeheimen etc. vornahm | Trotz eines Chefs mit einem ausgeprägten Hang zum Ausrasten (Choleriker) eine gute, lehrreiche Zeit, um Marktkenntnis zu sammeln und als vermeintliches Greenhorn ernst genommen zu werden … nicht zuletzt wegen der größten Umsätze im Vergleichsfeld der Etablierten | Anschließend bei der Gilde-Gruppe (Hauptsitz Bocholt) angestellt – für Stilglas … viel gereist … viel gesehen und erlebt … ca. 30-mal in Indien, Vietnam, auf den Philippinen und in Hongkong | In fünf Jahren zwei Reisepässe „durchgenudelt“ | 2006: Schritt in die Selbstständigkeit – mit 35 Jahren | Seit 2013: Onlinehandel 

Was hat dich vor 19 Jahren motiviert, einen eigenen Kunsthandel zu gründen? 

Ich war viel rumgekommen … hatte viel erlebt … habe mich gegen ältere Kollegen in der Branche durchsetzen müssen … und irgendwie war die Zeit gekommen, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich hatte erfahren dürfen, dass ich gut beraten und verkaufen kann … aber ich wollte dabei andere Wege gehen, als sie in der Branche üblich waren.

Ich habe Karl und Magitta Wissing viel zu verdanken … aber schon damals hatte ich den Eindruck, dass die beiden Stufen in den Laden für viele ein größeres Hindernis darstellte, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, als nur die 60 Zentimeter Höhenunterschied. Auf meinen beruflichen Stationen habe ich viele Galerien beraten und ermutigt, neue Wege zu gehen. Irgendwann reichte es mir nicht mehr, nur mittelbar auf Veränderungen Einfluss zu nehmen. Ich wollte selbst die Barrieren aufbrechen, die mir vielerorts begegneten. Meine aus Erfahrung gewachsene Einstellung ist: „Kunst muss zugänglich sein – für jedermann.“

Auch bei der Entscheidung, mich selbstständig zu machen, habe ich meinen Vater zurate gezogen. Klaus war damals in leitender Position bei der Gilde-Gruppe, bei der ich beschäftigt war. Es war für ihn ziemlich überraschend, als ich vor ihm auf unserem Küchentisch mein Business-Konzept ausbreitete … inklusive meiner Gedanken, den sicheren Job zu kündigen. Ich denke, dass er mir einen anderen Weg in dem Unternehmen hätte bahnen können … und das möglicherweise auch im Sinn hatte. 

Ein paar Stunden später haben mich meine Eltern Klaus und Elisabeth angerufen und gesagt: „Junge, wenn du das machen möchtest, dann tu das. Dein Plan klingt toll.“

Der zweite … zugleich sehr emotionale Moment in unserem Gespräch, als Peter herausstellt, wie bedeutsam diese Ermutigungen seiner Eltern für ihn waren. 

Wie setzt du deine Philosophie „Kunst für jedermann“ konkret um? 

Ich habe mit sämtlichen konservativen Etiketten gebrochen. Als 16-jähriger fand ich mich im Anzug mit Krawatte auf der Ambiente in Frankfurt wieder. Heute kommt es vor, dass ich Vorstände großer Unternehmen bei Kunstprojekten berate. Denen trete ich so gegenüber, wie ich jetzt hier am Tisch sitze … in ganz normaler Alltagskleidung – maximal authentisch. Ich besitze keine formelle Kleidung mehr, weil sie nichts über Kompetenz aussagt – die mögen meine Gegenüber in der Beratung bewerten. Dieses Denken spiegelt sich auch in meinem Laden auf der Karolingerstraße.

… den ich bislang nur von außen kenne. Lass uns bitte direkt einen Termin für eine „Tatort-Besichtigung“ fixieren. 

Sehr gerne.  

Handys gezückt … Termin fixiert … weiter im Text. Ich erfahre, dass Peter mit seiner Entscheidung im Jahre 2013, seine Bilder auch online zu vertreiben, von einigen aus der Szene belächelt wurde. Nach anfänglichen Zweifeln habe sich ART NETWORK zu einer echten Marke … einem lebendigen Netzwerk entwickelt. Mittlerweile sind Präsenz- und Online-Handel gleichberechtigt starke Säulen seines Unternehmens. 

Peter, dein Lieblingskünstler … bitte nur einen.  

Josef Beuys – weil auch er das Denken über Kunst aufbrach. Ich war bzw. bin mir bei ihm nie sicher, ob er lediglich provozieren wollte oder ob er uns als eine Art Till Eulenspiegel an der Nase rumführte. 

Die intelligente Kollegin hilft beim Erinnern: 
Josef Beuys war der Typ, der mit Filzhut und Fett nicht nur Räume, sondern Denkweisen isolierte – ein Schamane der Kunstszene, der selbst im größten Theoriegewitter noch einen charmanten Sturkopf abgab. Man musste ihn nicht immer verstehen, um ihn zu spüren – und genau das war vielleicht seine größte Kunst.

Quelle: ChatGPT

Till Eulenspiegel war eine legendäre Figur des Spätmittelalters – ein Schelm, Gaukler und Narr, der mit Wortspielen, Streichen und bewussten Missverständnissen die Autoritäten seiner Zeit bloßstellte. Er soll um 1300 in Norddeutschland gelebt haben, doch sein Name wurde durch das Volksbuch von 1515 berühmt. Eulenspiegel war kein Hofnarr, sondern ein freier, streunender Spaßmacher – einer, der die Welt wörtlich nahm und sie so ad absurdum führte. Ein subversiver Spaßmacher, der mit List und Lachen Macht entlarvte.

Quelle: ChatGPT

 

Wenn ich einen zweiten nennen dürfte, wäre es Andy Warhol. 

Andy Warhol – das Chamäleon mit Sonnenbrille, das aus Suppendosen Ikonen machte und aus dem Banalen ein Heiligtum.

Er sprach leise, dachte laut und ließ Maschinen malen, während er sich selbst zum Mythos druckte. Halb Künstler, halb Marke, ganz Spiegel einer Gesellschaft, die sich plötzlich selbst im Schaufenster betrachtete – und es mochte.

Ein Dandy der Wiederholung, ein Prophet des Oberflächenglanzes, der tiefgründiger war, als er zugeben wollte. Wer nur auf die Oberfläche sah, verpasste das Spiel. Und Andy grinste – natürlich silbern.

Quelle: ChatGPT

Wie schaut es in den eigenen vier Wänden eines Kunsthändlers aus? 

Mittlerweile etwas reduzierter. In unserer vorherigen Wohnung hatten sich 80 Bilder auf 85 Quadratmetern angesammelt 😉

Mit seiner Antwort erinnere ich mich an eine sehenswerte Doku über einen betagten Typen, der in seiner Wiesbadener Dachgeschosswohnung Werke von Picasso, Kirchner, Kandinsky etc. hortet. 

Brabant ist 87 Jahre alt und in der Kunstszene gefeiert. Das, was er geschaffen hat, hat großen Seltenheitswert: Eine riesige Sammlung an hochkarätiger Kunst – an die 700 Werke gehören ihm. Schätzwert: 40 Millionen Euro. „Wenn man einmal Blut geleckt hat beim Sammeln, dann geht das immer so weiter“, erzählt Frank Brabant in der Doku „Brabant – Vom Nachtclub zur Millionensammlung.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/frank-brabant-millionensammlung-in-wiesbaden-im-dachgeschoss-v1,brabant-doku-100.html

Gibt es dort ein Lieblingsbild, welches du nie verkaufen würdest? 

Wenn ich von unserem Bett aus in den Flur schaue, blicke ich auf ein Gemälde von Armin Mueller-Stahl. Das Werk heißt „Der Widerspenstigen Zähmung“ … der Titel steht über Kopf auf das 120 x 150 cm große Bild geschrieben. Abgebildet ist Ursula Meißner – eine deutsche Schauspielerin, die in vielen Shakespeare-Stücken überzeugt hat … unter anderem in dessen „Der Widerspenstigen Zähmung“. Ursula und Armin lernten sich an Theatern in Berlin kennen, von wo aus Armin Mueller-Stahl in den Siebzigern seine Schauspielkarriere startete.

Ich liebe dieses Bild. Eigentlich gilt es für mich als untouchable … sprich unverkäuflich. Trotzdem steht es bei mir im Onlineshop – genau wie seinerzeit das Werk „Illuminati“, ebenfalls von Armin Mueller-Stahl. Als ich dieses Bild verkauft und ausgeliefert habe, hatte ich wirklich Tränen in den Augen. Dem glücklichen Käufer erzählte ich beim Aufhängen, dass das Bild vom ersten Tag an bei uns zu Hause hing. Das machte ihn noch stolzer, dieses Bild jetzt sein Eigen nennen zu können. 

Deshalb würde ich auch beim Bild der Ursula Meißner nicht ausschließen wollen, dass ich mich davon trenne, wenn es jemanden noch glücklicher macht als mich – denn schließlich bin ich Kunsthändler, nicht -sammler. 

Warum hat es dir Armin Mueller-Stahl so angetan?  

Weil ich ihn persönlich sehr schätze – ein Mensch mit Tiefgang, der nicht um des Verkaufes willen malt, sondern aus Leidenschaft – das spiegelt sich in seinen Bildern.

Was ist das wertvollste Bild, was du jemals verkauft hast? 

Das war ein Siebdruck von Andy Warhol, das Motiv heißt „San Francisco Silverspot“. Schwer vorstellbar, dass der Druck eines Schmetterlings für etwas mehr als 100.000 Euro gehandelt wird, oder? Es stammt aus der Serie „Endangered Species“ (1983), mit der Warhol auf den Schutz bedrohter Tierarten aufmerksam machte. 

Ich recherchiere bei der Niederschrift: Bei dem porträtierten Schmetterling handelt es sich um eine Unterart der Edelfalter (Nymphalidae). Sie kommt nur noch an zwei Graslandstandorten in der San Francisco Bay Area vor und ist vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums aufgrund von Bebauung, Geländefahrzeugen und invasiven Pflanzen bedroht. Daher ist der Schutz dieser Art auch heute noch von großer Bedeutung.

Den Druck, in seinem unverkennbaren Pop-Art-Stil, hat Warhol mit Bleistift signiert – die weltweite Auflage beträgt 150 Exemplare. Eines davon hing in der Sammlung eines meiner Kunden. Er hatte es seinerzeit für ca. 12.000 Euro in New York erworben. Er hatte mich gebeten, den zeitgemäßen Wert zu ermitteln und das Werk in seinem Namen zu verkaufen. Das hat ein paar Wochen gedauert, aber es war die Mühe wert. Der Kunde hatte mit dem Verkauf seinen Einsatz fast verzehnfacht. Auch die Wertermittlung und das Veräußern im Kundenauftrag gehört zu meinen Leistungen. 

Wie würdest du dich … deinen Kunsthandel im deutschsprachigen Raum einmessen? 

Es gibt Galerien, die günstigere Werke anbieten … und zweifellos auch höherwertige. Ich kenne Ausstellungen, da hängen nur sechs Bilder – extrem hochpreisig. Die Kollegen scheinen sich damit zu begnügen, auch mal nur ein Bild im Monat zu verkaufen. Das wäre nichts für mich, zumal das auch meinem Jedermanns-Prinzip widersprechen würde. Wir bieten für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel Kunst an. 

Lass uns über höherwertige Kunst sprechen … wie finden dich mögliche Interessenten? 

Teilweise durch persönliche Empfehlungen, die ich mir im Laufe der fast zwanzig Jahre erarbeitet habe …

„Kunst muss zugänglich sein –
für jedermann.“ 

Peter Koenen 

… und auch dein „digitaler Ruf“, oder? Respekt zu deinem Google-Ranking mit der Höchstnote 5,0 – basierend auf vielen extrem zufriedenen Kundenstimmen.

Wichtig zu wissen ist, dass auch das Onlinegeschäft auf Vertrauen aufbaut. Für den Kauf teurer Bilder selektieren Kunstbeflissene bei Google vor. Die Abwicklung erfolgt meistens analog, sprich von Mensch zu Mensch. Entweder liefere ich das Werk persönlich aus oder die Kunden besuchen uns in Bocholt. 

… genau wie wir dies in Kürze tun werden. Ich möchte sehen, worüber wir sprechen und schreiben. 

Weitere Details aus der dreistündigen Interview-Session (3 Stunden und 7 Minuten, um genau zu bleiben) teilen wir mit euch in der ersten PAN-Ausgabe des Jahres 2026 – dem Jahr, in dem „Kunst tut gut“/der Kunsthandel Koenen auf 20 Jahre zurückblicken darf. 

Dann blicken wir mit euch gemeinsam auf Meilensteine, persönliche Begegnungen mit prominenten Künstlern aus seinem Portfolio wie Udo Lindenberg, James Rizzi und neuerdings auch Dolly Buster – die euch möglicherweise aus einem anderen Zusammenhang in Erinnerung ist 😉 Eine Lady, die seinerzeit in Prag Kunst studiert hat und deren Werke der Kunsthandel Koenen jetzt exklusiv vertreibt.

Wir sprechen und schreiben über (noch) unterschätzte Künstler aus seinem ca. 45-köpfigen Portfolio und was die Niederschrift unseres „Künstlertreffs“, der auf „Lass mal quatschen“ basierte, mit einer Peter-Lindbergh-Ausstellung gemein hat. 

Dem Kunsthändler gebührt das letzte Wort, was muss noch raus? 

Im Sinne von „Kunst tut gut“ würde ich deine Gedanken aufgreifen, dass Weihnachten ein guter Zeitpunkt ist, um sich selbst oder andere mit einem Bild zu beschenken – möglicherweise einen visuellen Ermutiger für das Jahr 2026. 

Andreas Noßmann

PS – Ein Hinweis in eigener Sache

Die regelmäßigen Leserinnen und Leser unter euch werden sich möglicherweise erinnern, dass wir oftmals über Kirstens kunstbeflissenem Vater Hermann berichtet haben. Zu seiner Passion, Werke des Zeichners und Künstlers Andreas Noßmann auszustellen und zu vertreiben. Vor sieben Jahren überraschte er uns mit seiner Idee, zur Weihnachtszeit eine Pop-up-Gallery in der Innenstadt zu eröffnen. Naheliegend für einen 81-jährigen, wie wir fanden 😉 Was wir nicht fanden, war ein Hinweis auf einen noch älteren Betreiber einer temporären Galerie 😉 – nicht in Deutschland, nicht in Europa … womit wir ins Thema schwenken. Der mittlerweile 88-jährige Hermann bzw. ein Teil seiner Noßmann-Werke sind sesshaft geworden. Sie haben ihren Platz in der digitalen Galerie von Peters Onlineshop gefunden – siehe: 

Darunter befindet sich auch dieses Werk mit dem Namen „Europa – Traum und Trauma“. Vom Künstler im Jahr 2012 gezeichnet – vom Titel her durchaus gegenwartsrelevant. 

Kunsthandel Koenen ART NETWORK 
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Tel.: +49 (0) 2871 260 636

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