Das Jubiläumsjahr | Die Übergabe eines Staffelstabes | Vorstand „unplugged“
Advertorial | Fotos: Kirsten Buß | Text:Roland Buß
Startbild: Sinneswerk / v. l. n. r. Martin Wilms, Markus Thielkes, Franz-Josef Heidermann
Prolog
Kirsten und ich steuern den Parkplatz „An der Bleiche“ an. Dort, wo früher unsere Feuerwache ihren Sitz hatte – wo in Zukunft die neue Maria Montessori Schule errichtet werden soll – und wo sich gerade die ersten Schaustellerwagen für die bevorstehende Kirmes formieren. Möglicherweise nicht die klügste Idee, denen beim Aufbau in der Quere zu kommen. Dann lieber Gefahr laufen, sich wie beim letzten Mal ein Knöllchen einzufangen – auf dem Parkstreifen neben der Hauptstelle der Volksbank, zu deren Vorstand wir uns auf den Weg gemacht haben.
Parkscheibe eingestellt – die nächsten 60 Minuten sollten safe sein. Apropos safe: Im Raum stand, dass wir unsere Interviewfragen an Franz-Josef Heidermann, Martin Wilms und den frisch gebackenen Vorstand Markus Thielkes im Vorfeld zugänglich machen. Das mag durchaus komfortabel sein – wäre für uns aber wie Kochen mit Convenience-Produkten 😉 – da fehlt es häufig an Gewürzen und echten Wow-Effekten. Merci für den Respekt der Volksbank gegenüber unserer Haltung, unserem Unplugged-Style treu zu bleiben.
Dienstag, 07. Oktober 2025, 10.30 Uhr Bocholt | Meckenemstraße 10 | Hauptstelle der Volksbank Bocholt eG | Am Meetingtisch im Büro von Franz-Josef Heidermann
Im Vorstandssekretariat ein flottes Handschlag-Hallo mit Martin Wilms und Markus Thielkes. Gemeinsam mit Bernd Kleine-Rüschkamp (dem Leiter Kommunikation der Volksbank Bocholt eG) entern wir das Büro von Franz-Josef Heidermann, der gerade ein Telefonat beendet.
Der erste Schluck Kaffee … Uhrenvergleich: „Wann drängt der nächste Termin?“ und „Bleiben wir beim vertrauten Du?“ – die Koordinaten für ein smart-entspanntes Interview sind einvernehmlich gesetzt.
Wurzeln
Bernd Kleine-Rüschkamp eröffnet den Multilog unter uns sechsen und erinnert an unser Vorgespräch, wonach der Fokus auf Gegenwart und Zukunft der Volksbank Bocholt liegen sollte, mit einem kurzen Blick auf die Wurzeln:
Ein Vorgängerinstitut der heutigen Bank wurde 1900 gegründet. Sie entstand im Jahr 1974 durch die Fusion von Hemdener Spar- und Darlehnskasse und damaliger Volksbank zur heutigen Volksbank Bocholt eG. Seit der Zeit habe es keine Fusion mehr gegeben. Seit 1975 befindet sich die Hauptstelle der Volksbank Bocholt an ihrem aktuellen Standort – was somit auch ein kleines Jubiläum wert sei.
Wir erinnern uns an Bernds Aussage aus einer zurückliegenden Interview-Sequenz:
„Beim Umbau des Erdgeschosses im Jahre 2016 wurden vier Beratungsräume eingerichtet, die uns an unsere Wurzeln erinnern. Die Räume mit den Namen ‚Hemden‘, ‚Suderwick‘, ‚Werth‘ und ‚Bocholt‘ stehen für die Pfeiler der Fusionen zur Volksbank Bocholt in den heutigen Zügen.“
Franz-Josef Heidermann ergänzt, dass die Volksbank damals wie heute auch samstags geöffnet habe – außer während der bevorstehenden Kirmes. Das resultiere unter anderem noch aus der Zeit, als viele Niederländer für den Wochenendeinkauf nach Bocholt kamen und dafür ihre Gulden in D-Mark wechselten. Gulden und D-Mark sind inzwischen Geschichte, das Serviceangebot, an sechs Tagen für Kunden und Besucher erreichbar zu sein, habe Bestand.
Mit Blick auf die Wurzeln, seid ihr allesamt Eigengewächse der Volksbank?
Franz-Josef Heidermann: Für Martin, Markus und Bernd trifft das zu. Ich war zuvor 20 Jahre bei der Deutschen Bank und vier Jahre bei der DZ BANK – der Zentralbank der
Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.
Wie viele Jahre „blaues Erfahrungswissen“ sind hier am Tisch versammelt?
… eine Anspielung auf die zentrale Farbe im Corporate Design der Volksbank.
Eine kurze Abfrage ergibt: 121 Jahre | Bernd Kleine-Rüschkamp ist unlängst für sein 40-jähriges Jubiläum geehrt worden. | Martin Wilms: 38 Jahre | Markus Thielkes: 23 Jahre | Und Franz-Josef Heidermann fehlt noch ein Monat zu seinen 20 Jahren Volksbank Bocholt.
Gab es besondere Meilensteine, an die ihr euch erinnert?
Franz-Josef Heidermann: Da könnten die Altgedienten sicherlich aus den Vollen schöpfen. Was mir vom Erzählen her immer noch ein Schmunzeln abringt, ist, dass es 1975 hier an der Hauptstelle einen Drive-in … einen Autoschalter gab. Ein deutschlandweites Novum.
Kleiner Sidestep: Laut ChatGPT wurde im gleichen Jahr der erste McDonald’s Drive-in Europas eröffnet – und zwar auf der Würmtalstraße in München.
Während man unweit der Isar Burger aus dem Fenster reichte, waren es bei der Volksbank Bocholt Moneten 😉
Veränderungen | Ausrichtung | Der Kunde im Mittelpunkt
Der Drive-in hat zwischenzeitlich ausgedient. Was hat sich noch verändert?
Franz-Josef Heidermann: Ich finde viel wichtiger, zu erzählen, was sich nicht verändert hat – abgesehen von der Technik und der Regulatorik.
… damit ist die Gesamtheit aller staatlichen, gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften gemeint.
Unsere Werte haben sich nicht geändert. Genauso wenig unsere Ausrichtung auf unsere Kunden. Das ist die DNA einer Genossenschaftsbank wie unserer Volksbank. Das steht im Genossenschaftsgesetz (GenG) – demnach sind wir verpflichtet, unsere Mitglieder zu fördern.
Versteht das bitte nicht als Werbeblock, das ist meine tiefste Überzeugung. Herbert Kleinmann (ehem. Vorstand) hat einmal gesagt: „Da muss jemand von der Deutschen Bank kommen, um uns zu erklären, was eine Genossenschaft ist.“ Er hatte dabei meine vierjährige Genossenschaftserfahrung bei der DZ BANK „geschlabbert“.
Der Kunde im Mittelpunkt als gesetzlicher Auftrag, nicht als Floskel?
Markus Thielkes: Das ist tatsächlich gelebte Praxis, die wir im Team mit allen Kolleginnen und Kollegen umsetzen.
Franz-Josef hat den Leitsatz geprägt:
„Wir verkaufen unseren Kunden nichts, was sie nicht brauchen. Aber was sie brauchen, sollen sie von uns bekommen.“
Ihr werdet bei uns kaum jemanden finden, dem er das nicht sympathisch eingebläut hat 😉 Dazu gehört auch, dass man mal bewusst auf ein Geschäft verzichtet. Unlängst haben wir
einem Kunden geraten, eine Investition aus der eigenen Liquidität zu stemmen, statt über uns zu finanzieren. Eine faire Beratung zahlt auf das Vertrauen ein – die Basis für eine langfristige Partnerschaft.
Martin Wilms: Wir haben vor einiger Zeit ein Projekt aufgelegt, in das alle Abteilungen einbezogen sind. Wir stellen unsere Bank buchstäblich auf den Kopf. Die oberste Prämisse dabei ist, dass wir all unser Handeln auf unsere Kunden ausrichten.
Franz-Josef Heidermann: Um das mal mit einem konkreten Beispiel zu unterlegen: Neben der Hauptstelle haben wir sechs Filialen, die relativ gleichmäßig in Bocholt verteilt sind.
Dort treffen die Kunden noch auf Menschen – auch … wie geschildert … am Samstag. Unter Optimierungsgesichtspunkten hätten wir das weiter straffen können. Aber – wir halten daran fest – das ist eine bewusste Entscheidung.
Um an meinen von Markus zitierten “Glaubenssatz” anzudocken: Es gibt bei uns keine umsatzabhängige Bezahlung. Wenn einer unserer Berater mit einem Kunden z. B. einen Bausparvertrag abschließt, hat der Berater dadurch keinen persönlichen Vorteil. Damit verhindern wir, dass ein gutes Produkt an den falschen Kunden kommt – das machen wir nicht. Unsere Mitarbeiter performen dann am besten, wie man neudeutsch sagt, wenn sie das Gefühl haben, dem Kunden etwas Gutes zu tun.
Franz-Josef Heidermann
Baujahr 1962 | Sternzeichen: Widder | Ehefrau: Iris | drei Kinder und sechs Enkelkinder | Lieblingslied: Knockinʼ on heaven’s door
Martin Wilms
Baujahr 1971 | Sternzeichen: Wassermann | Vierfacher Vater mit Ehefrau Anke | Korsika-Fan | Imker | Lieblingslied: Tears in Heaven
Engagement | Soziales
Ihr habt euch unter anderem dem Thema Ehrenamt verschrieben.
Franz-Josef Heidermann: Das stimmt, das kann euch Bernd aber viel verlässlicher erzählen, weil er ganz nah an den Menschen, an den Vereinen ist.
Das ist uns bekannt. Aber angesichts deines Ausscheidens … wer hätte es verdient bzw. verdient gehabt, für sein außerordentliches Engagement ausgezeichnet zu werden?
Franz-Josef Heidermann: Wir sehnen die Fertigstellung des Stadttheaters herbei, wo wir die Tradition des Ehrenamtspreises wiederbeleben werden. Aber … um Eure Frage zu
beantworten … lasst mich ein wenig nachdenken …
… gerne … Markus hat erst um 12.00 Uhr den nächsten Termin 😉
Franz-Josef Heidermann: Georg Ketteler würde ich benennen wollen. Den fand ich cool. Ein echt kantiger Typ, sicherlich nicht Everybody’s Darling – aber was er ehrenamtlich
geleistet hat, war herausragend. Sowohl vom Umfang als auch von der Qualität seines Schaffens. Was er alles in seinem Kopf abgespeichert hatte, hat mich immer wieder umgehauen.
Georg Ketteler war langjähriger Leiter des Kulturamts der Stadt Bocholt, des Stadtmuseums und Geschäftsführer des Heimatvereins. Er starb im letzten Jahr im Alter von 84 Jahren.
Franz-Josef Heidermann: Was uns auch sehr am Herzen liegt, ist der Verein „Die Tafel“ in Bocholt – mit dem wir eine Partnerschaft eingegangen sind, die über das Zur-Verfügung- Stellen eines Budgets hinausgeht.
Bernd Kleine-Rüschkamp: Unsere Auszubildenden dürfen in jedem Jahr einen Tag zur Tafel gehen, um die dortigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen. Sie werden dazu von uns freigestellt. Das ist aber nicht verpflichtend.
Franz-Josef Heidermann: Uns ist wichtig, dass die jungen Menschen Einblicke in eine Welt gewinnen, die sie so vielleicht nicht kennen. Sie sind kurzfristig Teil dieser Gemeinschaft – damit schließt sich wieder der Kreis zur Genossenschaft, wo es darum geht, etwas in die Gesellschaft zurückzugeben.
Engagement | Sportliches
Gibt es bis auf das gleiche Gründungsjahr eine besondere Nähe zum 1. FC Bocholt? Ich spiele damit nicht auf das Kapitel Friedel („Tito“) Elting an.
Martin Wilms: Dieses Kapitel kann man im Übrigen im Buch „125 Jahre“ nachlesen, das der 1. FC Bocholt zu seinem Jubiläum aufgelegt hat. Wir geben uns Mühe, alle Vereine zu bedenken … die Gerechtigkeit zu wahren.
Von Bernd Kleine-Rüschkamp wissen wir, dass sich die Volksbank Bocholt gegen die gezielte Förderung einzelner Sportler ausgesprochen hat. Auch hier liegt der Fokus auf der Gemeinschaft … auf Vorhaben, die Menschen in ihrem Ehrenamt zum Wohle des Vereins zu unterstützen.
Engagement | Kulturelles
In euren Räumlichkeiten hier in der Hauptstelle ist das Theaterbüro des Stadttheaters Bocholt e. V. untergebracht – nicht ohne Grund, oder?
Franz-Josef Heidermann: Das Stadttheater hat sich für mich zu einer Herzensangelegenheit entwickelt. Während ich im Kontext der Bank vornehmlich mit Unternehmen und deren Charakteren zu tun hatte, traf ich in der Theaterlandschaft auf eine ganz andere Welt … und Menschen, die anders ticken. Das hat mich enorm bereichert. Diesen Part des Staffelstabes, sprich den Vorsitz für den Verein Stadttheater Bocholt e. V., habe ich an Martin weitergereicht.
Martin Wilms: Der Funke, sprich die Begeisterung von Franz-Josef ist relativ schnell auf mich übergesprungen. Ich freue mich über diese neue Aufgabe. Es ist beindruckend, was dort geleistet wird – und der Einsatz der Akteure wirkt echt ansteckend.
Das Team
Eure Webseite verzeichnet aktuelle 224 Mitarbeitende. Sprechen wir über einen Teil davon, der mir bei der Vorbereitung besonders ins Auge gestochen ist. Wer sind die „Zukunftsgestalter?“
Markus Thielkes: Das sind ca. 20 junge Menschen aus unserem Team, denen wir seit dem Jahr 2022 jährlich ein Budget zuteilen, das sie komplett selbstständig verwalten und einsetzen dürfen. Daraus haben sie zum Beispiel die Veranstaltung „How to invest“ kreiert, in deren Rahmen sie 130 junge Leute zu uns in die Bank eingeladen haben.
Martin Wilms: Diese Kolleginnen und Kollegen sind extrem wichtige Sparringspartner für uns. Ein Team, in das wir Themen reingeben, um uns eine jüngere, frischere Sichtweise abzuholen.
Wer kann Zukunftsgestalter bei euch werden?
Bernd Kleine-Rüschkamp: Zunächst einmal jeder Auszubildende im dritten Lehrjahr. In den ersten beiden Jahren sollen sie die Möglichkeit haben, uns und unsere Bank kennenzulernen, in den Tritt zu kommen, um dann im dritten Jahr Verantwortung in der Projektarbeit zu übernehmen. Das ganz auf freiwilliger Basis … auch über die Ausbildung hinaus … bis zu einem Alter von etwa 30 Jahren.
Franz-Josef Heidermann: Wir haben diesem Team zum Beispiel das Vertrauen geschenkt, unsere Vertreterversammlung am 25. Juni 2025 zu gestalten, gemeinsam mit Bernd und seinem Team. Diese Veranstaltung ist das zweitwichtigste Datum in unserem Jubiläumsjahr, neben unserem Geburtstag am 14. November 2025. Auch das war ein bewusst gesetzter antizyklischer Ansatz. Statt einen Rückblick auf 125 Jahre zu gestalten, haben wir die jungen Leute gebeten, den Blick nach vorn zu richten … die neue Geschichte der Genossenschaft zu erzählen. Ansonsten hat man bei dem Begriff immer das Gefühl, man müsse die Staubwedel rausholen. Dieses Bild hat sich überholt – Genossenschaft ist Zukunftsarbeit. Das haben die echt super rübergebracht, das war eine tolle Veranstaltung.
Bernd Kleine-Rüschkamp: Möglicherweise gab es die Erwartungshaltung, dass wir für diesen Festakt einen „echten Knaller“ präsentieren, wie man so sagt. Wir wollten uns aber nicht für teures Geld einen prominenten Festredner an Bord holen – das sind wir nicht.
Franz-Josef Heidermann: Wir haben jetzt speziell auf die Zukunftsgestalter abgestellt, aber mit Blick auf unsere 224 Kolleginnen und Kollegen möchte ich aus voller Überzeugung sagen, dass wir mit echt tollen Menschen zusammenarbeiten dürfen. Ich bin immer wieder geflasht davon, was die Kolleginnen und Kollegen draufhaben.
Bernd Kleine-Rüschkamp
Leiter Kommunikation der Volksbank Bocholt eG
Wie viele Mitglieder hatte die Volksbank seinerzeit zur Gründung? – die künstliche Intelligenz spricht von 67 Personen.
Franz-Josef Heidermann: Wenn einer das weiß, dann Bernd.
Bernd Kleine Rüschkamp: Überliefert sind annähernd 50 Personen. Im Zweifel könnte man zur höheren Zahl tendieren, sprich ChatGPT … wir orientieren uns aber lieber an dem, was wir wissen.
Vielleicht meint die KI die Mitgliederzahl zum Ende des Gründungsjahres 😉
Welche Erinnerungen habt ihr ansonsten an das Jahr 1900?
Franz-Josef Heidermann: Da wurde mein Lieblingsverein gegründet … der in der ersten Liga 😉
Nachdem er ausführt, dass es sich dabei um Borussia Mönchengladbach handelt und er gerade keine leichten Zeiten durchmache (Tabellenplatz 17) erfahren wir, dass Markus Thielkes als Sympathisant des FC Schalke 04 nicht unerfahren ist, was das Wechselbad der Gefühle angeht.
Martin Wilms können wir eine Zuneigung zu einem Club entlocken, der ebenfalls im Jahre 1900 gegründet wurde – aber weiter südlich.
Allerdings ziehe er die Praemium-Arena am Hünting der Allianz Arena vor 😉 – genau wie seine 15-jährige Tochter, die ihn gerne zu den Heimspielen der „Schwatten“ begleite.
Damit ihr, liebe Leserinnen und Leser, das Gründungsjahr ein wenig einsortiert bekommt: Im Jahre 1900 trat das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Kraft, das auch heute noch die Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen regelt. Zudem wurde der Stromdiebstahl unter Strafe gestellt und im Strafgesetzbuch verankert.
Im gleichen Jahr ergab eine Volkszählung, dass 56.345.014 Menschen in Deutschland lebten – rund 27 Millionen weniger als heute.
Schwenken wir zurück auf die Mitgliederzahlen und deren Entwicklung. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Volksbank Bocholt mehr als 24.000 Mitglieder verzeichnet. Irrt die KI … was ja gelegentlich vorkommen soll? 🙂
Franz-Josef Heidermann: Aktuell dürfen wir uns über 24.493 Mitglieder freuen
… so auch der Zähler auf der Webseite der Volksbank.
Schwenken wir zurück auf die Mitgliederzahlen und deren Entwicklung. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Volksbank Bocholt mehr als 24.000 Mitglieder verzeichnet. Irrt die KI … was ja gelegentlich vorkommen soll? 🙂
Franz-Josef Heidermann: Aktuell dürfen wir uns über 24.493 Mitglieder freuen
… so auch der Zähler auf der Webseite der Volksbank.
Das bedeutet, dass ungefähr jeder dritte Bocholter Mitglied der Volksbank ist.
Martin Wilms: Das stimmt, aber wir haben noch reichlich Potenzial, denn noch mehr Bocholter sind unsere Kunden. Unser Ziel “Jeder Kunde ist Mitglied – und jedes Mitglied ist Kunde” haben wir noch nicht ganz erreicht. Das zeichnet uns als Genossenschaftsbank aus.
Wie groß ist euer Ehrgeiz, das 25.000. Mitglied in naher Zukunft zu ehren?
Franz-Josef Heidermann: Bernd und sein Team vom Marketing sind da abermals sehr innovativ unterwegs.
Wie genau das aussieht und was ein Dyson Airwrap Multistyler damit zu tun hat, könnt ihr, liebe Leserinnen und Leser, hier einsehen:
… unter anderem mit neuen Sitzgelegenheiten in der Bocholter Innenstadt.
Martin Wilms: Mit diesen modularen Elementen aus Pflanzkübeln und Holzbänken, die an zwölf Stellen aufgebaut sind, wollen wir gemeinsam mit dem Team Stadtmarketing dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Der Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt ist das Ergebnis der Bürgerbefragung zur Innenstadtstrategie, die vor einiger Zeit durchgeführt wurde.
Nachzulesen ist, dass die Volksbank Bocholt sich mit 80.000 Euro an diesen zusätzlichen Sitzgelegenheiten beteiligt hat – die nunmehr in jedem Jahr zwischen März und Oktober zum Verweilen einladen.
Markus Thielkes
Baujahr 1981 | Sternzeichen: Krebs | Vater zweier Kinder mit Ehefrau Eva | Alter Handballer | Fahrradfahrer
Selfie-Point
am Aasee Bocholt
Foto: Jens Wiegrink
Foto: Volksbank Bocholt eG vom Eröffnungsevent
Sprechen wir kurz über den Selfie-Point am Aasee in Form eines Fahrrades, wie kam es dazu?
Bernd Kleine-Rüschkamp: In unserem Team Social Media war der Gedanke gereift, dass ein weiterer Selfie-Point geeignet sei, die Marke Bocholt auch viral zu stärken.
Zunächst hatten wir den Schriftzug BOCHOLT favorisiert, wie man das aus vielen Städten wie Bochum, Frankfurt, Amsterdam etc. kennt.
Die Idee, ein Fahrrad dafür zu wählen, stammt von Thomas Kerkhoff – passend zu uns als Fahrradstadt und zur Dachmarken-Strategie der Stadt Bocholt.
Markus Thielkes: Da viele unserer Kolleginnen und Kollegen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen … wir als Bank auch
einige Radfahr-Aktivitäten unterstützen, haben wir diese Idee aufgegriffen und gemeinsam mit der Stadt Bocholt umgesetzt.
Teil des Stadtgesprächs ist zudem ein drittes Engagement – nennen wir es den „X-Faktor“ 😉 – der Volksbank Bocholt als Geschenk an die Stadt Bocholt: ein weiterer, sichtbarer Beitrag zum Stadtbild.
Unser journalistischer Anstand gebietet es, dies nicht unerwähnt zu lassen – zugleich aber auch den Respekt gegenüber dem Wunsch unserer Gesprächspartner zu wahren, dieses Kapitel erst dann fortzuschreiben, wenn es so weit ist.
Euer Engagement in Ehren … aber werdet ihr selbst auch noch ein wenig die Korken knallen lassen?
Martin Wilms: Das tun wir in der Tat – aber nicht so laut, wie man das möglicherweise erwartet hätte. Unser Jubiläumstag … der 14. November 2025 … fällt glücklicherweise auf einen Freitag.
Die Übergabe des Staffelstabes
Markus ist zum 01. Oktober 2025 in den Vorstand der Volksbank Bocholt eG berufen worden – als Nachfolger von dir, Franz-Josef. Wie sind die Aufgaben im Vorstand verteilt?
Ich zitiere eine Passage aus einem zurückliegenden PAN-Artikel: „Martin Wilms ist für die Banksteuerung, das Personal und die Kreditsachbearbeitung zuständig, während Franz-Josef Heidermann den Markt verantwortet.“
Volksbank Story aus Juni 2023
Seite 20 bis 29
Franz-Josef Heidermann: Bernd bringt das immer sehr pragmatisch auf den Punkt: Martin ist der Innenminister und ich bin der Außenminister unserer Bank.
Bernd Kleine-Rüschkamp: Und beide müssen gleichberechtigt ohne Kanzler klarkommen 😉 – es gibt keinen Vorstandsvorsitzenden bei uns.
Ist Markus dein passgenauer Ersatz? Gehst du zum 30. November 2025 mit einem guten Gefühl in den Ruhestand?
Franz-Josef Heidermann: Ich verabschiede mich mit einem sehr guten Gefühl, weil der künftige Vorstand in Person von Martin und Markus auf eine Idee zurückzuführen ist, die Martins Vorgänger Herbert Kleinmann und ich vor Jahren erdacht und mit dem Aufsichtsrat kommuniziert haben. Bei der Diskussion um unsere mögliche Nachfolge stießen wir immer wieder auf die Charaktere Martin und Markus.
Wie ist das mit dir, Markus, fühlst du dich als passgenauer Ersatz für Franz-Josef – sprich als „Außenminister“ der Volksbank Bocholt.
Markus Thielkes: Franz-Josef kann man nicht ersetzen 😉 Allerdings entspricht sein Aufgabengebiet meiner Vita innerhalb der Volksbank Bocholt. Den größten Teil meiner Laufbahn habe ich damit verbracht, unsere Firmenkunden zu betreuen – zuletzt als Bereichsleiter.
Also sind Martin und Markus echte Eigengewächse der Volksbank.
Franz-Josef Heidermann: In der Tat. Ich empfinde unsere Nachfolgeregelung auch als ganz starkes Signal für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen – dass sich Engagement, am Ball bleiben und Geduld auszahlen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich bei uns weiterzuentwickeln.
Wir darf man sich die Übergabe des Staffelstabes konkret vorstellen?
Markus Thielkes: Als der Aufsichtsrat meine Berufung in den Vorstand Ende 2023 beschlossen hat, bin ich ein halbes Jahr später hier oben auf den Flur gezogen, um ganz eng mit den beiden zusammenzuarbeiten. Ziel war es, einen Rundumüberblick zu bekommen … auch in die Gesamtsteuerung unserer Bank, die vornehmlich Martin verantwortet.
Martin Wilms: De facto ist es so, dass wir die letzten zwei Jahre alles als Dreigestirn gesteuert und entschieden haben.
Franz-Josef Heidermann: Markus und ich werden im Herbst zwischen 100 und 110 Termine zusammen wahrgenommen haben. Wir haben vor drei Monaten damit begonnen, Termine bei unseren Firmenkunden und einem Teil der Privatkunden gemeinsam zu machen. Ich … um mich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken und Markus, damit
unsere Kunden ihn noch besser kennenlernen.
Wir sind viel in Interview-Settings unterwegs … wir glauben, ein gutes Gespür dafür zu haben, wenn sich etwas authentisch anfühlt … oder das Gesagte eher für die Galerie gedacht ist. Euer Zusammenspiel mutet ziemlich harmonisch an … trügt der Schein? Gibt es zwischen euch auch mal richtig Zoff?
Das aufkeimende Gelächter werte ich als Signal, dass diese Art von Neugier sich außerhalb der erwarteten Fragen befinden könnte, auf die man eingestellt war.
Franz-Josef Heidermann: Der Sonnenschein, den ihr jetzt wahrnehmt, der herrscht nicht immer. Natürlich zoffen wir uns … oder besser gesagt: Manchmal diskutieren wir
engagiert heftig 😉 Aber es kann ja nicht sein, dass wir immer gleicher Meinung sind. Wichtig ist, dass wir offen miteinander umgehen und gemeinsam um Lösungen im Sinne unserer Mitglieder und Kunden ringen – nur so geht es, davon bin ich absolut überzeugt.
Wird es diese Streit-/Einigungskultur auch in Zukunft geben … zwischen euch beiden, Martin und Markus?
Bernd Kleine-Rüschkamp: Die sind immer noch in denFlitterwochen unterwegs 😉
Wir geben auch dieser einsetzenden kollektiven Lachsalve den Raum, den sie verdient.
Gibt es ein einheitliches Führungsverständnis, auf das ihr euch committed?
Bernd Kleine-Rüschkamp: Ich würde das gerne aus meiner Sicht schildern: Ich kenne keine andere Bank, wo die Türen des Vorstandes grundsätzlich immer offen sind. Das ist hier kein geflügeltes Wort, sondern praktizierte Haltung. Zudem nimmt bei den Gesprächen auf Bereichsebene immer ein Vorstandsmitglied teil.
Franz-Josef Heidermann: Wir sind immer auch operativ unterwegs, wir fahren mit unseren Mitarbeitern zu den Kunden. Nah an ihnen zu sein, das halten wir für wichtig, aber auch nah an unseren Mitarbeitern. Ich nutze jede sich bietende Gelegenheit dazu. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mir in den letzten zwanzig Jahren mal eine Akte habe bringen lassen. Wir suchen bewusst den Kontakt und fordern auch kritische Töne ein – auch von unseren Auszubildenden. Auf diese Weise bekommen wir permanent neue Vorschläge, die uns helfen, agil zu bleiben und uns weiterzuentwickeln.
Martin Wilms: Was es uns leicht macht, sind auch die sprichwörtlich kurzen Wege in unserer Bank. Wenn es darum geht, schnelle Entscheidungen zu treffen, warten wir nicht bis zum Jour fixe am Freitag, sondern kommen anlassbezogen innerhalb weniger Minuten zusammen.
Weil es gerade passt … das Ding mit dem Duzen
Bei den Recherchen im Vorfeld des Interviews war ich auf der Facebook-Seite der Volksbank auf das Video-Format „Drei schnelle Fragen“ gestoßen. Offensichtlich von Auszubildenden erstellt, die die offenen Türen des Vorstandes genutzt haben, für kurze Spontan-Befragungen. Während Martin und Markus im lockeren Du angesprochen wurden, ging es bei der Ansprache von Franz-Josef ein wenig förmlicher zu.
Ist das deinem Alter geschuldet oder lässt du dich gerne siezen, Franz-Josef?
Franz-Josef Heidermann: Da habe ich echt viel drüber nachgedacht. Ganz ehrlich … ich war unsicher … ich habe nie gewusst, wo ich die Grenze ziehen soll. Als ich vor zwanzig Jahren hier aufschlug, kannte ich fast keine bzw. keinen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die meisten waren zusammen hier groß und vertraut geworden. Ich war der Externe … und zu der Zeit war das Sie auch eher Regel als Ausnahme im Bankensektor. In den letzten Jahren bin ich dann zwangsläufig in die Rolle des „Alten“ entwachsen …
… als Silberrücken 😉
Franz-Josef Heidermann: … so kann man das auch bezeichnen. Letztendlich habe ich es für fast alle beim Sie belassen – obwohl das eigentlich gar nicht meiner Natur entspricht.
Ein sehr ehrliches Statement, danke fürs Teilen. Nutzen wir die Gelegenheit, ein weiteres Relikt anzusprechen … das Ding mit der Krawatte. Seit wann ist die Geschichte?
Martin Wilms: Die Krawatte ist nicht Geschichte, aber mit Manfred Rademaker hat sich der vorletzte passionierte Krawattenträger der Volksbank in den Ruhestand begeben.
Markus Thielkes: Die Diskussion um die Krawatte ist schon älter … letztendlich war es der Rekordsommer im Jahr 2018, der den Binder in unserem Haus endgültig überflüssig machte. Seitdem ist der offene Hemdkragen salonfähig.
Ausblick | Der Neue Vorstand
Markus … fangen wir beim jüngsten Vorstandsmitglied an: Angelehnt an den Spruch „Neue Besen kehren gut“ … was wird sich verändern? Welche Handschrift würdest du gerne in deine zukünftige Arbeit einbringen?
Markus Thielkes: Genau diese Frage hat mir gestern ein Kunde gestellt, den ich mit Franz-Josef besucht habe 😉 Wir sind in den letzten Jahren sehr erfolgreich unterwegs
gewesen. Mir ist wichtig, den eingeschlagenen Kurs zu halten, die Themen weiter voranzutreiben … auch die Digitalisierung. Ich bin nicht angetreten, um alles auf den Kopf zu stellen, sondern Bewährtes zu stärken und zielgerichtet weiterzuentwickeln.
Martin, was dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger, eure Kundinnen und Kunden von dir/der Volksbank Bocholt in Zukunft erhoffen?
Martin Wilms: Ich möchte auch da einen Slogan anführen, der viel über unsere Haltung aussagt: „Durch die Bank besser.“ Das ist unser Anspruch, unsere Kunden sollen sich besser fühlen durch unser Handeln und die Möglichkeiten, die wir ihnen aufzeigen und mit ihnen gemeinsam umsetzen.
Und … ich würde gerne an unserem Ziel festhalten: Jeder Kunde ist Mitglied und jedes Mitglied ist Kunde – auch mir liegt es am Herzen, das 25.000. Mitglied in unserer Gemeinschaft zeitnah begrüßen zu dürfen.
Franz-Josef, dem zukünftigen Ruheständler gebührt das letzte Wort, bevor wir zu euren B-Seiten wechseln 😉 Was wäre dir noch wichtig?
Franz-Josef Heidermann: Ich habe, seitdem ich vor zwanzig Jahren bei der Volksbank Bocholt angefangen habe, sehr viel recherchiert zu Banken, die erfolgreich sind … und was deren Mentalität ausmacht. Im Jahre 2010 ist mir eine kleine Volksbank in Norddeutschland ins Auge gefallen. Beim Aufräumen meines Büros habe ich vor Kurzem gefunden, was ich seinerzeit dazu notiert hatte … was zu denen geschrieben stand. Damals wie heute kann ich mich zu 100 Prozent mit deren Denken identifizieren: Totale Kundenausrichtung – samstags geöffnet – kein Hochdruckvertrieb.
Das ist jetzt 15 Jahre her. Nach der Wiederentdeckung meiner Notizen habe ich die besagte Bank gegoogelt. Ich habe mich echt gefreut festzustellen, dass die noch immer eigenständig am Markt … und supererfolgreich sind – was die Bilanz belegt, die ich mir aus dem Internet gezogen habe. Diese Prinzipien funktionieren und ich bin überzeugt, dass sie gut zu einer Genossenschaftsbank wie der Volksbank Bocholt passen.
Die B-Seite der Charaktere | Vorstand „unplugged“
Unsere Erfahrung zeigt, dass Menschen gerne wissen, wie die führenden Köpfe eines Unternehmens … einer Organisation ticken – auch jenseits ihres Jobs. Manches kann man ergoogeln … das meiste jedoch nicht. Die Neigung, etwas Privates von sich preiszugeben, entwickelt sich oftmals reziprok zur Hierarchiestufe der Beteiligten/der Interviewpartner 😉
Wir sind gespannt, inwieweit sich Franz-Josef Heidermann, Martin Wilms und Markus Thielkes in die „privaten Karten“ schauen lassen:
Was macht ihr sonntags um 20.15 Uhr?
66 Prozent der Befragten switchen zwischen dem Tatort in der ARD und Wunderschön im WDR – je nachdem, welches Ermittler-Team am Start ist … bzw. welche Stadt, welche Region im Fadenkreuz liegt. Der Münsteraner Tatort scheint mehrheitsfähig 😉 Bei weniger prominenten Spürnasen obsiegt oftmals die Reise-Dokumentation im Dritten.
In einem der schon angesprochenen Kurz-Videos hast du erwähnt, dass du gerne noch mehr Zeit zum Nachdenken haben würdest. Das wird in naher Zukunft der Fall sein …
Ich erinnere mich und teile eine Interview-Sequenz mit Christian Bollmann, einem der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, welches das Metallrad des Selfie-Points am Aasee gefertigt hat. Christian sagte: „Ich denke echt gerne.“
Wie schaut es bei dir aus? Denkst du auch gerne?
Franz-Josef Heidermann: Das trifft zweifellos auch auf mich zu. Ich habe früher sehr viel Sport gemacht. Nach dem Joggen habe ich mir regelmäßig einen Zettel genommen und notiert, was mir während des Laufens eingefallen ist. Ich habe auch in meiner Freizeit viel über unsere Bank nachgedacht – Abschalten war nicht immer einfach.
Bernd Kleine-Rüschkamp: So ein Montagmorgen konnte bisweilen schon mal anstrengend sein, wenn Franz-Josef am Wochenende viel Zeit zum Denken hatte 😉 Ich glaube, es gibt im ganzen Haus niemanden, der den Markt … den Wettbewerb besser beobachtet als Franz-Josef.
Andere beschreiben dich als verlässlich und empathisch. Passt das?
Franz-Josef Heidermann: Ersteres auf jeden Fall. Wenn ich ein Wort gebe, dann halte ich das. Das muss auch so sein – darauf muss der Kunde vertrauen dürfen. Empathisch … das mögen andere entscheiden. Ich glaube schon, dass ich ein gutes Gespür für Zahlen … und ein gutes Gespür für Menschen habe.
Martin … vier Kinder habe ich bei dir/euch recherchiert. In welcher Alterskohorte sind die unterwegs … ist es noch stressig zu Hause?
Martin Wilms: Überhaupt nicht, unser Ältester ist 28 und verheiratet, die Mittleren sind 22 und 25 … und aufgrund ihres Studiums auch nur noch sporadisch zu Hause und unsere Jüngste ist 15.
Ihr wart bereits achtmal auf Korsika … was macht diese Insel aus?
Martin Wilms: Ähnlich wie ihr mit eurem Landy und dem Dachzelt sind wir mit unseren Kindern 24 Stunden an der frischen Luft unterwegs gewesen – zeltend die Natur genießen. Mal ein paar Tage am Strand … dann zum Wandern in die Berge. Was mich freut, ist, dass sie jetzt … wo sie erwachsen sind, auch dort Urlaub machen. Unsere Kinder hatten schon den Gedanken, dass es toll wäre, wenn wir alle noch mal zusammen dort Urlaub machen würden.
Wir haben erfahren, dass du Imker bist.
Martin Wilms: Das stimmt, das ist aber etwas weniger als die halbe Wahrheit. Im Grunde genommen unterstütze ich meine Frau bei unserem gemeinsamen Hobby.
Zeitsprung: Martins Frau Anke haben wir beim offiziellen Fassanstich auf der Bocholter Kirmes kennengelernt. Die beiden sind sogar zertifizierte Imker. Ihre Passion beschränkt sich auf guten Honig für den eigenen Bedarf. Wichtiger sei ihnen jedoch, einen Beitrag für die Natur zu leisten … die Faszination für Bienenvölker … und das Thema Insekten im Allgemeinen.
Markus, worin suchst du den Ausgleich zum Job?
Markus Thielkes: Ich habe immer sehr gerne Sport gemacht. Ich habe 20 Jahre aktiv Handball gespielt – ein körperbetonter Sport, der selten ohne Blessuren bleibt.
Nach der fünften Knie-Operation beschränke ich mich mittlerweile aufs Fahrradfahren. Insbesondere die 20 Minuten zur Arbeit und den abendlichen Heimweg empfinde ich als schöne Möglichkeit, den Kopf freizubekommen.
Ansonsten liegt der Fokus auf unserer Familie – wir haben zwei Kinder … eine vierjährige Tochter und einen beinahe 12-jährigen Sohn.
Gibt es einen Lieblingsgegenstand bei dir … etwas, bei dem du echt trauern würdest, wenn du den verlierst?
Markus Thielkes: Tendenziell eher nicht – auch wenn man meinen könnte, es sei mein Handy 😉 Ich habe es echt zu oft in der Hand.
Womit kann man dir eine richtige Freude machen?
Markus Thielkes: Mit schlechtem Wetter 😉 … wie beispielsweise am letzten Sonntag. Wir haben alle vier am Tisch gesessen und stundenlang Uno und Phase 10 gespielt – das war das beste Geschenk.
Wir erfahren, dass Franz-Josef echtes Mitleid mit denjenigen empfindet, die glauben, ihm etwas schenken zu müssen 😉 … und dass Martin ähnlich unterwegs ist wie Markus: Beim Zusammenkommen mit der Familie … mit den Partnern der Kinder … mit der Feststellung, dass sich alle gut verstehen, gehe ihm das Herz auf.
Gibt es Menschen, Begegnungen … die dich inspiriert haben, Franz-Josef?
Franz-Josef Heidermann: Ich hatte als junger Angestellter das Glück, wirklich tolle Vorgesetzte zu haben, von denen ich viel lernen durfte. Aber der größte Mentor in meinem Leben war tatsächlich mein Vater – ein Landwirt … bodenständig und sehr klug, wie ich fand – mit einer klaren, einfachen Sprache. Sein wichtigster Satz an mich war: „Junge … das Wichtigste ist, dass du abends in den Spiegel gucken kannst.“ Sein zweitwichtigster Satz lautete: „Du kannst nur ein Kotelett essen.“
Der geteilte Gedanke, dass man am kalten Buffet auch schon mal zwei kleinere Schnitzelchen auf den Teller packen könnte, löste ein Schmunzeln aus. Dennoch herrscht Einigkeit zu den Kernbotschaften von Heidermann senior: Bleib anständig. Werde nicht gierig – genug ist genug.
Markus, gibt es solche Inspiratoren auf deinem Weg?
Markus Thielkes: Natürlich bin ich auch durch meine Eltern geprägt worden, wofür ich sehr dankbar bin. Aber im beruflichen Kontext … ich weiß, dass Franz-Josef das jetzt nicht hören will … hat er die Entwicklung der Volksbank Bocholt und auch meine eigene berufliche Haltung maßgeblich mitgestaltet. Er ist direkt in führender Position bei der Volksbank eingestiegen … seine Sicht von außen hat uns spürbar gutgetan.
Martin Wilms: Ich möchte das gerne unterstreichen. Dieses Abweichen von den „Eigengewächsen“ war mutig … aber diese zunächst fremde Sicht hat uns noch kundenorientierter werden lassen. Darauf darfst du stolz sein. Wir als Bank haben jetzt die Möglichkeiten, davon zu profitieren.
Dem scheidenden Vorstand ist anzumerken, dass diese Lobhudelei so gar nicht sein Ding ist – auch wenn das echt authentisch rüberkommt. In diesem Zusammenhang pulverisiert sich für alle Beteiligten auch die Frage, ob zwei oder drei Personen aufs Cover sollen? – sichtlich zum Leidwesen von Franz-Josef Heidermann. Wir erlösen ihn mit der nächsten Frage:
Was ist euer absolutes Lieblingsfood?
Martin Wilms: Ich habe mich schon gewundert, dass du erst nach fast 90 Minuten danach fragst 😉 Bei mir wäre das im Moment Gemüsetarte.
Markus Thielkes: Bei mir liegen Bitterballen und Pommes ganz weit vorn.
Franz-Josef Heidermann: Voll eure Baustellen, oder? Die Kollegen sind offensichtlich mit wenig zufrieden 😉 Ich aber auch, bei mir steht ein Fischbrötchen ganz oben auf der Liste.
Wir übrigens auch, wenn es gut gemacht ist. Kirsten und ich wissen, worauf Franz-Josef anspielt … um das kulinarische Bild, das sich andere von uns machen, woran wir aufgrund unserer Kitchen-Storys und Postings nicht gänzlich schuldlos sind 😉 Gleichwohl dürfen wir die Runde wahrheitsgemäß darüber aufklären, dass wir gerade von einer viertägigen Auszeit in Hamburg zurückgekehrt sind. Und … unsere erste … als auch die letzte Mahlzeit war ein Fischbrötchen.
Wir nähern uns dem Ende. Wohin würdet ihr auswärtige Freunde/Gäste führen, um ihnen ein Stück Bocholt zu
zeigen. Was sollten die gesehen/erlebt haben?
Martin Wilms: Auf den Markt … gerne am Samstag … ich finde die Atmosphäre toll. Und abends gerne ein Bummel über die Ravardistraße.
Vier Tage später trafen wir uns übrigens vor dem Fischstand von Jan de Graaf, wo ich die vorbestellten Rochenflügel abholte und Fellnase Paula ihre mit Blicken erbettelten Kieler Sprotten.
Markus Thielkes: Ich würde zum Sonnenuntergang an der Ottilie einladen …
… dort, wo es jetzt auch einen ziemlich coolen Selfie-Spot gibt 😉
Genau ;-).
Franz-Josef Heidermann: Unseren Marktplatz finde auch richtig toll. Und von dort aus gerne durch das KuBAaI-Areal zum Aasee – das ist jetzt schon klasse, wie dieses Gebiet entwickelt wurde – das wird mittelfristig ein echtes Highlight, wenn alles fertig ist.
Ansonsten machen wir auch gerne einen Abstecher zu unseren niederländischen Nachbarn. Nach dem Überfahren der Landesgrenze setzt bei mir automatisch das Urlaubsfeeling ein.
Wir schließen mit der letzten Frage:
Welche Frage hättet ihr gerne beantwortet, die wir vergessen haben zu stellen?
Franz-Josef Heidermann: Gegenfrage: Was war das Überraschendste für euch … in diesem Interview?
Dass du doch ein wenig mehr von dir preisgegeben hast, als ich es erwartet hätte.
Franz-Josef Heidermann: Echt?
Natürlich echt. Sonst hätte ich es ja nicht gesagt. Aber … überraschend finde ich bei der Niederschrift … dass uns diese Frage nach dem Überraschendsten aus unserer Sicht in mehr als 500 Interviews noch nie einer gestellt hat. Da könnte was dran sein, an der Empathie von FJH.
Wir bedanken uns für 96 Minuten geteilter Zeit und einer kurzen Reflexion auf unser Gespräch: Es war ein sehr sympathischer Termin und … wir haben wirklich das Gefühl, das die Antworten sich im Einklang mit den Gedanken und Handlungen befinden.
Franz-Josef Heidermann: Der passende Satz dazu stammt von Alfred Herrhausen, dem ehemaligen Sprecher der Deutschen Bank: „Wir müssen das, was wir denken, sagen. Wir müssen das, was wir sagen, tun. Wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.“ – der steht seit langer Zeit auf meinem Schreibtisch.
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