Advertorial | Text : Roland Buß | Fotos: Kirsten Buß & Tekloth
Von Papierschnipseln, einem burgunderroten Youngtimer, blauen Bullis und rockigen Riffs
Ein Interview-Roadtrip: beginnend beim „Meister im Blaumann“, über einen visionären Energie-Fuchs und drei geerdet-ambitionierte Musketiere – gemeinsam auf dem Weg zum ultimativen Benefizkonzert mit der U2-Coverband „Achtung Baby“
Prolog
60 Jahre TEKLOTH gilt es in diesem Jahr zu feiern. Wir feiern jetzt schon die Interview-Momente, die vor uns liegen: mit Josef Tekloth, dem Vater von Jürgen und Gründer des Unternehmens, Jürgen selbst und dem „dritten Sturm“, wie man das im Eishockey bezeichnen würde – Oder gemäß unseres internen Arbeitstitels „die Geschäftsführer-Musketiere“: Stefan Boland, Sebastian Groß-Hardt und Christof Tepasse. Wie würde eigentlich die legendäre Herzblatt-Susi den uns vertrauten Jürgen Willing beschreiben?
Also, liebe PAN-Leserinnen und Leser, wer soll euer Herzblatt sein?
Entscheidet ihr euch für den charmanten Energie-Fuchs aus Bocholt, der euch beim ersten Treffen galant in seinen dunkelblauen Tesla-„Akkuschrauber“ bittet, um euch dann im Geparden-Modus in atemberaubenden 2,1 Sekunden von Null auf Hundert tief in die Sitze zu tackern – fliegende Sonnenbrillen und Schleudertrauma-Gedanken inklusive?
Oder wählt ihr lieber den tiefenentspannten Genießer, der als stolzes Mitglied der „FdP“ (Freunde des Powernappings) jeden Tag pünktlich zur Mittagszeit für ca. 15 Minuten die Augen schließt, um die eigenen Akkus für die zweite Tageshälfte wieder aufzuladen?
Oder schlägt euer Herz doch eher für den sympathischen „Neandertaler auf dem Weg zum digitalen Nomaden“, der zwar als Visionär hochkomplexe Gebäudetechnik steuert, seine privaten Termine aber streng analog in einem kleinen Taschenkalender hütet, dem er zu Jahresbeginn mit der Papierschere liebevoll 1,5 Zentimeter abschneidet, damit er perfekt in die Gesäßtasche der Jeans passt?
Ihr müsst euch gar nicht entscheiden, denn all diese wunderbaren Marotten gehören zu ein und demselben Mann!
Wenn ihr wissen wollt, wie Jürgen Willing seinen Kunden eine Wärmepumpe live und kopfüber auf dem Notizblock skizziert, warum er ein „Fahrendes iPad“ liebt und was es mit den weißen Stellen in seinem Kalender auf sich hat – dann zückt jetzt euer Handy und scannt diesen QR-Code.
Lest unsere legendäre Story aus dem Jahr 2024: „Von Wärmepumpen, Geparden, der Macht von Notizen und Powernapping“.
Doch der Reihe nach – beginnen wir mit Josef Tekloth, dem 83-jährigen Urgestein aus dem Baujahr 1942, der einen Tag vor Heiligabend Geburtstag hat:
Der Meister im Blaumann & Die Wurzeln
Dienstag | 10. März 2026 | 08:00 Uhr 46395 Bocholt | Schlavenhorst 25 | Foyer der TEKLOTH GmbH
Am Empfang sitzt Josef Tekloth, der von allen respektvoll „Meister“ genannt wird. Er trägt keine Anzughose, sondern sitzt dort authentisch in seinem vertrauten Blaumann. In einem Unternehmen, das heute fast 200 Mitarbeiter zählt, verkörpert dieser 83-jährige Co-Founder 😉 das geerdete, handwerkliche Fundament, auf dem hier alles wachsen durfte.
Herr Tekloth, Sie sind jeden Morgen um 6:30 Uhr hier am Empfang und begrüßen die Mitarbeiter. Warum ist Ihnen dieses tägliche Ritual so wichtig?
Ich bin eigentlich mein ganzes Leben lang Frühaufsteher gewesen. Ich stehe morgens um halb vier auf, fahre eine Runde mit dem Hund, frühstücke und bin dann meistens um sechs Uhr hier im Betrieb. Bis vor Kurzem war ich auch immer der Erste, der hier morgens aufgeschlossen hat. Ich freue mich einfach, morgens da zu sein, und es gehört für mich zu einem guten Start in den Tag, die Leute persönlich zu begrüßen.
Josef Tekloth | Der “Meister”
Welche Werte haben Sie besonders geprägt?
Wir haben damals in unserem Elternhaus eine stramme Erziehung genossen und wussten noch genau, was Mein und Dein ist. Mein Vater hat immer gesagt: „Sei hilfreich und bescheiden, dann mag dich jeder leiden.“
Und für mich ist auch der Satz sehr wichtig: „Es ist besser in Ehren zu versagen, als durch Betrug erfolgreich zu sein.“ Dieses „Leben und leben lassen“ hat uns immer begleitet, und genau das lebe ich heute auch meinen Urenkeln vor.
Als Sie 1963 in den damals noch kleinen Laden der Familie Willing einstiegen – hätten Sie da je geahnt, was sich daraus einmal entwickelt?
Natürlich nicht. Ich war ja gerade mal zwanzig Jahre alt und bin mit einem kleinen BMW angefangen, in den ich hinten mein Material packte. Mein damaliger Lehrmeister hat mich zum Glück sehr unterstützt, und ich konnte das Material bei ihm oft erst dann bezahlen, wenn ich selbst wieder Geld von Kunden eingenommen hatte. Erst mit meiner Meisterprüfung 1966 wurde ich dann richtig selbstständig.
Sie haben im Laufe der Jahre unzählige Lehrlinge ausgebildet. Was ist das Wichtigste, das Sie den jungen Menschen für ihren handwerklichen Weg mitgeben?
Ich sage denen immer: Kommt montags mit sauberer Kleidung und geputzten Schuhen zur Arbeit. Das ist eine Frage des Auftretens und der Freundlichkeit.
Und vor allen Dingen: Wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann müsst ihr die anderen, oder den Meister fragen. Die jungen Leute können nicht alles wissen, aber sie haben bei uns die Möglichkeit, eine sehr solide und vielseitige Lehre zu machen, vom Kundendienst bis zur Großbaustelle.
Wir haben gerade auf dem Hof beobachtet, dass Sie selbst kleine Papierschnipsel vom Boden aufheben. Welche Rolle spielt diese Ordnung im Handwerk?
Das ist ungemein wichtig. Die Jungs müssen nicht den letzten Staub mit dem Wischlappen wegwischen, aber sie müssen die Baustelle sauber verlassen. Wir bekommen oft Rückmeldungen von Kunden, die genau diese Sauberkeit bei unseren Leuten loben. Ordnung ist für mich eine absolut elementare Grundvoraussetzung für gute und effiziente Arbeit.
1974 haben Sie bereits die erste Wärmepumpe installiert. Das war damals absolutes Neuland. Wie kam es zu diesem mutigen Schritt?
Ich hatte nach meinem Meister in Elektro noch meine zweite Meisterprüfung in der Kältetechnik gemacht. Da eine Wärmepumpe im Grunde eine reine Kühlanlage ist, dachte ich mir: Wenn ich die reparieren kann, falls mal etwas kaputt ist, dann können wir die auch guten Gewissens einbauen. Durch die damalige Ölkrise, wurde diese Technik immer populärer.
Wenn man den offiziellen Meisterbrief überreicht bekommt – geht man danach eigentlich etwas aufrechter durchs Leben?
Von der Kompetenz her schon – ich habe unheimlich viel dazugelernt. Aber ansonsten ist mir dieses Stück Papier an sich nicht so wichtig – es steht eingerahmt in einer Ecke meines Büros. Ich bin im Nachhinein dankbar und froh, dass ich das damals alles schaffen konnte. Mein Vater sagte immer: Man lernt so lange, wie man lebt.
Ich teile mit dem „Meister“ ein Sprichwort von Opa Frenk: „Man darf erst aufhören zu lernen, wenn alle Finger gleich lang sind.“ Eine Lebensweisheit, die der gestandene Handwerksmeister Josef Tekloth mit einem Lachen quittiert.
Heute dominieren Apps, Tablets und die hauseigene Software den Betrieb. Kommen Sie mit dieser digitalen Welt zurecht?
Da brauche ich jemanden, der mir hilft, da komme ich überhaupt nicht klar. Wenn es früher hieß, der Computer sei abgestürzt, war das für mich der absolute Horror. Ich nutze heute zwar ab und zu ein Tablet, aber am liebsten ist mir immer noch das persönliche Telefonat. Da kann man noch ein paar nette Worte mehr wechseln, als einfach nur einen Daumen hoch unter eine digitale Nachricht zu setzen.
Ihr Sohn Jürgen ist der visionäre Treiber der Firma, Sie das geerdete Fundament. Wie hat dieses Zusammenspiel über die vielen Jahre im Alltag funktioniert?
Da gab es natürlich auch mal Zeiten, in denen es Reibereien gab, gerade in der Phase, als Jürgen 1990 in die Firma eintrat. Aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft, uns die Hand gegeben und gesagt: So, jetzt streiten wir nicht mehr.
Heute liegt er mir gelegentlich in den Ohren, dass ich mein altes Diesel-Auto gegen ein E-Modell tauschen soll. 😉 Aber im Großen und Ganzen kommen wir heute sehr gut miteinander aus und haben uns über all die Jahre perfekt ergänzt.
Zum 60-jährigen Jubiläum gibt es am 13. Juni ein riesiges Benefizkonzert auf dem Hof. Werden wir Sie an diesem Abend ausnahmsweise in einer Rocker-Lederjacke statt im Blaumann sehen?
Nein, ganz bestimmt nicht. In eine Lederjacke muss ich mich nicht stecken. Ich werde ganz normal hingehen, ein paar Stunden dort bleiben … und freue mich einfach darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Es ist immer schön, wenn alte Bekannte oder Mitarbeiter von der Baustelle kommen und noch nach dem „alten Holzmichel“ fragen ;-).
Die private Seite des Meisters – ein Leben in Verbundenheit
Die vierbeinige Begleiterin:
An der Seite von Josef Tekloth steht treu seine 12-jährige Hündin „Cora“, eine kleine Münsterländerin. Ihre tadellose Wasserarbeit, was für einen Jagdhund wichtig sei, hat er ihr durch hartnäckiges Training an einem Teich in Werth beigebracht.
Das pragmatische Fahrzeug:
Er fährt konsequent einen allradgetriebenen VW-Bus (Diesel, 150 PS). Der Grund ist absolut pragmatisch: Mit diesem Wagen fährt er sich auf seiner Wiese im Suderwick, wo er regel mäßig Gartenabfälle entsorgt, im Matsch endlich nicht mehr fest. Ein Elektroauto kommt für ihn nicht infrage.
Bei diesen Diskussionen mit seinem „E-infizierten“ Sohn Jürgen würde ich gerne einmal Mäuschen spielen ;-).
Die analoge Passion:
Er pflegt seine Verbindungen durch ausführliche
Briefe – an seine geliebten Urenkel, an Weggefährten oder zu familiären Anlässen. Geschrieben wird traditionell von Hand, bevorzugt mit einem
„Inky“-Stift, ordentlich sortiert nach einem ganz
eigenen, analogen Ablagesystem.
Bei dieser Schilderung klärt sich auf, dass es der
„Meister“ war, der Kirsten am 24.04.2023 einen sympathischen und wertschätzenden Brief zu ihren im Editorial des PAN geteilten Erinnerungen an einen Magnolienbaum schrieb. Einen Brief, den wir in Ehren halten – damals nicht ahnend, dass er vom Vater unseres PAN-Gefährten Jürgen Willing stammt.
Das kulinarische Highlight:
60 Jahre lang war er leidenschaftlicher Jäger. Sein
unangefochtenes Lieblingsgericht ist eine Ente von der Bocholter Aa aus seinem Jagdgebiet bei Liedern. Da er sie seit dem Tod seiner Frau nicht mehr selbst rupfen mag, bringt ihm ein alter Jagdfreund aus
Verbundenheit jeden Winter eine gebratene halbe Ente vorbei – eine Geste, die echte Freundschaft
beweist.
Roadtrip durch die Historie – Der Visionär auf Tesla-Schleichfahrt
Dienstag | 10. März 2026 | 12:25 Uhr 46395 Bocholt | Schlavenhorst 25 | vom Gelände der TEKLOTH GmbH … unterwegs durchs Industriegebiet … auf den Straßen der Stadt | Mobiler Untersatz: Roter Tesla-Youngtime
Jürgen Willing bittet uns, in seinem burgunderroten Tesla Model S aus dem Jahr 2013 Platz zu nehmen. Wir gleiten vom Hauptquartier der TEKLOTH GmbH nach rechts in den Schlavenhorst.
Kirsten hat ihre Sonnenbrille vorsichtshalber trotzdem tief auf die Nase gedrückt und hält sich an der Türverkleidung fest. Die Erinnerung an unsere letzte Testfahrt in Jürgens aktueller Rakete, dem Tesla Model S Plaid, sitzt offensichtlich noch tief. Damals hatte uns sein „Akkuschrauber“ – wie er ihn selbst bezeichnet – in erbarmungslosen 2,1 Sekunden von Null auf Hundert in die Sitze getackert und Kirstens Brille in den Kofferraum befördert. Heute lassen wir es entspannter angehen – was aber nicht dem in die Jahre gekommenen Fahrzeug geschuldet ist – sondern dem Anlass unserer Ausfahrt. Wir möchten mit Jürgen ein paar Meilensteine des Unternehmens abfahren und eine kleine „visuelle Inventur“ vornehmen: Wieviel Tekloth steckt eigentlich in den Unternehmen des größten, zusammenhängend erschlossenen Industriegebiets in NRW?
Dein aktueller Plaid-Tesla gleicht einer Boden-Boden-Rakete. Heute cruisen wir stilecht und deutlich entschleunigter in deinem roten Tesla-Oldtimer, einem Model S der allerersten Generation.
Ist das heute sinnbildlich für deinen eigenen neuen Rhythmus? Hast du das Tempo nach der formellen Übergabe der Geschäftsführung an die ‚drei Musketiere‘ wirklich gedrosselt?
Dieser Wagen, eine limitierte Signature-Edition, ist für mich eher ein rollendes Museumsstück der Mobilitätswende. Vor vierzehn Jahren, als Elektromobilität in Deutschland für die meisten noch nach Golfcart klang, habe ich blind eine nicht unerhebliche Anzahlung an ein damals völlig unbekanntes Start-up namens Tesla überwiesen.
Viele haben damals gesagt: Du Idiot, bestellst dir so einen „Akkuschrauber“. Aber für mich war das eine echte Überzeugungstat. Um mir das selbst ein wenig schön zu rechnen, habe ich das mental auch unter Marketinggesichtspunkten verbucht. 😉
Heute haben wir fünfundvierzig Elektrofahrzeuge in der Firmenflotte und der Wagen hier hat fast dreihunderttausend Kilometer auf dem Tacho, schnurrt aber wie am ersten Tag.
Wir biegen in den Anholter Postweg ein und verlangsamen auf Höhe der Hausnummer 2 unsere Fahrt. Durch die Seitenscheibe blicken wir auf ein Gebäude, das heute kaum noch etwas von dem erahnen lässt, dass genau hier die Keimzelle des heutigen Unternehmens TEKLOTH liegt.
Hier hat alles begonnen. 1958 haben deine Eltern August und Thea Willing den Betrieb gegründet …
Genau. Hier hat alles in einer kleinen Garagenwerkstatt mit Ladengeschäft begonnen.
Stand hier auch deine persönliche Wiege?
Das kann man wörtlich nehmen, denn das hier vor uns ist mein Elternhaus, hier bin ich geboren. Die Wurzeln des Unternehmens und meine eigenen sind untrennbar miteinander verbunden. Mein leiblicher Vater hat hier in der Werkstatt zunächst mit Hausgeräten und Leuchten angefangen, bis er Ende 1961 an den Folgen einer Verletzung, die sich tragischerweise zu einer Hirnhautentzündung entwickelte, verstarb. Da war ich gerade mal neun Monate alt.
Als mein Vater Josef Tekloth dann im März 1963 in das Leben meiner Mutter und in den Betrieb trat, wuchs die Firma von zu Hause aus stetig weiter. Erst war da nur die Garage, dann bauten wir eine Doppelgarage an, und unser privater Keller diente jahrelang als Lager. Ich bin quasi mittendrin zwischen Kabeln und Geräten groß geworden.
Das alles nahm exakt hier seinen Anfang, bis wir 1984 mit der Firma in den Industriepark umgezogen sind.
Wie viel von dem, was das Gebäudetechnik-Imperium TEKLOTH heute ausmacht, verdankt das Unternehmen der bodenständigen Handwerks-Basis deines Vaters, und wie viel deinem unruhigen, visionären Geist, der schon vor Jahrzehnten an Wärmepumpen glaubte?
Es war immer die Kombination aus beidem. Die tiefe Verwurzelung im anständigen, sauberen Handwerk durch meinen Vater, gepaart mit meinem Mut, Dinge einfach auszuprobieren. Wir hatten früh den Riecher für das, was kommen würde – sei es die Kältetechnik Ende der Sechzigerjahre, die Photovoltaikanlagen mit der TEKLOTH Solar oder die komplette Digitalisierung des Gebäudemanagements. Wir haben uns gegenseitig perfekt ergänzt.
Jürgen steuert den roten Tesla zurück in Richtung Industriegebiet. Wir passieren dabei eine ganze Reihe Bocholter Schwergewichte, bei denen TEKLOTH seine technologische Handschrift hinterlassen hat. Ob beim Komplettausbau der Bocholter Transport Gesellschaft (BTG), bei Ostermann, Fiege, PlasticPartner oder dem langjährigen Stammkunden Sinnack – die Liste der Referenzobjekte, an denen wir vorbeigleiten, liest sich fast wie das Who-is-Who der hiesigen Wirtschaft. Es waren nicht wenige der unmarkant-markanten Pantone-blauen-Bullis mit TEKLOTH-Schriftzug, denen wir auf dem Weg begegneten.
Auf Schleichfahrt mit dem Tesla Model S
Es dürfte einfacher sein, die Unternehmen aufzuzählen, die nicht zu eurem Kundenkreis zählen, oder?
Das stimmt. Wir sind sehr zufrieden – unsere Mitarbeiter übrigens auch. Lange Anfahrtswege zu unseren Kunden sind eher selten.
Du hast die Geschäftsführung formell an Stefan Boland, Christof Tepasse und Sebastian Groß-Hardt abgegeben. Wir haben die Jugens dazu befragt. Christof meinte, dass dir das echte Loslassen im Alltag noch ein kleines bisschen schwerfällt – was nach all dem Herzblut, das du hier investiert hast, absolut verständlich ist.
Das klingt in der Theorie meistens hervorragend. Aber von hundertfünfzig Prozent auf Null runterzufahren, das wäre entgegen meiner DNA. Das geht als Vollblutunternehmer einfach (noch) nicht ;-). Das seht ihr ja auch an meinem Vater Josef.
Es ist ein täglicher Lernprozess für mich. Ich bin unglaublich froh über das starke Team, das wir dort geformt haben. Aber ich möchte meine Erfahrung und meinen Riecher natürlich noch weiter einbringen. Zudem ist die familiäre Zukunft bereits skizziert: Meine Tochter Theresa und mein Schwiegersohn Quirin Kaliner, beide Kälte- und Klima-Ingenieure, machen sich derzeit in Bayern warm, um in ein paar Jahren das Bocholter Team in der Planung und Projektierung zu verstärken. Dann kann ich mich vielleicht wirklich entspannter zurücklehnen.
Kirsten, die auf der Rückbank entspannt die Kamera im Anschlag hält, schiebt sich zwischen unsere Vordersitze und mustert den analogen Taschenkalender, der halb aus Jürgens Gesäßtasche ragt. Die Leserinnen und Leser der letzten Story haben einen kleinen Wissensvorsprung in Bezug auf die sympathische Ambivalenz von Jürgen, was den Umgang mit neuer Technologie angeht.
Jürgen, eine Sache müssen wir zum Schluss noch klären. Deine ‚drei Musketiere‘ schwärmen uns im Interview leidenschaftlich von KI, Cloud-Lösungen und der selbstgebauten Software ‚TEKLOTH Intelligence‘ vor.
Und du? Du bist der Herr der Smart-Home-Technologie, fährst Tesla, seit es sie gibt, ziehst aber bei jeder Gelegenheit deinen kleinen, analogen Taschenkalender aus der Jeans. Hand aufs Herz: Steht unser Road-Interview da heute drin?
Natürlich, zeige ich euch sofort …
… sprach er … und bog auf das Gelände Schlavenhorst 62 ein. Die zweite große Etappe der Firmengeschichte – zugleich der erste Standort von TEKLOTH im Industriegebiet.
Nachdem das Unternehmen bis 1984 aus dem Elternhaus heraus betrieben worden war, gehörte TEKLOTH in den Jahren 1983/1984 zu den Pionieren und ersten Betrieben, die ein Grundstück in dem damals neu entwickelten Industriepark erwarben und dort ein eigenes Firmengebäude errichteten.
An diesem neuen Standort fasste das Unternehmen nicht nur Fuß, sondern wuchs auch stetig weiter: Das ursprüngliche Gebäude wurde im Laufe der Zeit ausgebaut und die Halle wurde nach hinten erweitert – auf eine Fläche, die zuvor lediglich eine Wiese gewesen war, auf der einige Schafe grasten.
Die Mitarbeiterzahl vergrößerte sich an diesem Standort maßgeblich von anfänglich etwa 13 bis 15 auf rund 40 Beschäftigte. An diesem Standort kamen zu den angestammten Bereichen Elektro und Kältetechnik (Milchkühlung) auch die frühe Wärmepumpentechnik voll zum Tragen.
Dieser Standort diente der Firma viele Jahre als Heimat, bis der Platz durch das stetige Wachstum abermals nicht mehr ausreichte. Im Jahr 2009, als das Unternehmen bereits auf rund 50 bis 60 Mitarbeiter angewachsen war, folgte schließlich der Umzug zum heutigen, größeren Hauptsitz am Schlavenhorst 25. Das alte Gebäude am Schlavenhorst 62 wurde vor etwa 17 Jahren an die Familie Fromme (Firma Pedefit) verkauft, die dort bis heute ansässig ist.
Nach der Schilderung dieses Meilensteins, zückte Jürgen sein legendäres Notizbuch (lasst euch das bitte unbedingt mal von ihm zeigen). Und ja, unser Road-Interview stand da heute minutiös drin.
Wenn ein Tag mal komplett ohne Notizen in meinem
Kalender bleibt, dann habe ich frei – so einfach ist meine Welt.
Mag ja sein, lieber Jürgen … aber bei deinem Durchblättern sind zumindest für uns nicht viele weiße Flecken
erkennbar ;-).
Es gibt sie tatsächlich, diese weißen Stellen in meinem Kalender.
Die würde er jetzt gerne nutzen, um Versäumtes nachzuholen. Es folgt eine Hommage an Marietheres, die Ehefrau und Mutter der gemeinsamen Kinder Lisann, Hannah und Theresa, die ihn stets unterstützt und den Rücken freigehalten habe.
Eine geduldige Chauffeurin, die ihn gerade in den Anfängen so oft zu Terminen begleitet habe, damit er sich auf dem Beifahrersitz vorbereiten konnte … in Akten wälzend, Telefonat führend.
Marietheres sei es auch, die darauf achte, dass er als Angehöriger der FdP – der Freunde des Powernappings 😉 mittags eine Pause einlege, um die Akkus für seinen Körper und den Geist aus dem Jahre 1961 aufzuladen.
Überhaupt seien es die Frauen gewesen, die im Kontext der Entwicklung des Unternehmens TEKLOTH eine bedeutende Rolle eingenommen hätten, ohne nach außen hin in Erscheinung zu treten. Seine Mutter Thea, die Ehefrau von Josef Tekloth seien alle zu ähnlichem Dank verpflichtet.
Aber zugegeben, oft dominieren dann doch die akribischen Notizen und vereinzelt das leuchtende Gelb der kleinen Zettelchen.
Beim genauen Hinsehen erkennen auch wir, dass Jürgen wohl fortan mehr „weiße Stellen“ eingeplant hat, als bei unserer letzten Notizbuch-Inventur im Jahre 2024. Eine analoge Insel inmitten eines hochdigitalisierten 360-Grad-Unternehmens. Es ist für uns immer wieder faszinierend, wie Jürgen mit diesem Büchlein in der Gesäßtasche einem Unternehmen dieser Größenordnung so souverän voranschreitet.
Es ist diese verblüffend-sympathische Schizophrenie, die Jürgen Willing so authentisch macht. Der Mann, der ganze Gebäudekomplexe per App steuern lässt, vertraut seine wichtigsten Gedanken einem Stück zurechtgeschnittenem Papier an. Wir cruisen im Youngtimer weiter durch das Industriegebiet Schlavenhorst.
Wir steuern den roten Tesla auf das Gelände der TEKLOTH Solar GmbH am Schlavenhorst 105. Ein Stopp, der eigentlich die rasante Entwicklung der Tochtergesellschaft visualisieren sollte, die Jürgen vor gut 15 Jahren gemeinsam mit Franz Schmeink als 50/50-Projekt gegründet hat.
Doch statt nackter Zahlen und Photovoltaik-Fakten rückt plötzlich wieder das Familiäre in den Fokus. Als wir aussteigen, kommt uns Jürgens Schwester Marion entgegen. Ein freudiges, leicht überraschtes „Hallo“, gefolgt von einer tiefen, innigen Umarmung der beiden.
„Sieh mal, der Jürgen hat seine Schwester total lieb“, flüstert Kirsten mir mit einem Schmunzeln zu, während sie diesen ungestellten Moment spontan mit ihrer Kamera einfängt.Es sind genau diese authentischen Sekunden am Rande eines vollgepackten Geschäftsalltags, die uns einmal mehr zeigen: Egal, wie groß das Gebäudetechnik-Imperium TEKLOTH sich mittlerweile entwickelt hat – im Kern schlägt hier immer noch das unverkennbare Herz eines eng verbundenen Familienunternehmens.
Unser „spontaner“ Stopp im Harderhook 31, bei Reinhard Nehls und dessen Unternehmen Caisley, entpuppte sich von einem Kaffee mit einem Freund zu einem getarnten „Feuerwehreinsatz“ für einen Kunden aus Düsseldorf, der in Bredouille war.
Ein via Handy geschildeter akuter Notfall in dessen Tiefkühlhaus erforderte sofortiges Handeln. Jürgen hatte im Vorbeifahren das Auto seines alten Freundes Reinhard entdeckt und kurzerhand beschlossen, uns auf einen schnellen Kaffee bei ihm „zwischenzuparken.“ 😉
Übrigens … jetzt, wo wir etwas Zeit haben ;-): Wenn Tiere weltweit eine Identität bekommen, ist Caisley meist nicht weit: Als einer der führenden Hersteller von Ohrmarken sorgt das Unternehmen mit durchdachten Lösungen dafür, dass Tierkennzeichnung einfach, sicher und zuverlässig funktioniert.
Während wir mit Reinhard eine Wiener Melange schlürften, hing Jürgen ununterbrochen am Handy und koordinierte in Windeseile ein Ersatzteil sowie einen Techniker, um den Kunden vor einem immensen Warenschaden zu bewahren. Einmal mehr zeigte sich: Selbst beim Kaffeepäuschen bleibt der leidenschaftliche Energie-Fuchs immer im Dienst.
Gegen 13:30 Uhr bogen wir nach 65 illustren Minuten mit einem der gefürchtetsten Interviewpartner auf diesem Planeten 😉 … wieder auf den Hof des Headquarters von TEKLOTH ein – dort, wo am 13. Juni 2026 das gigantische Open-Air-Konzert stattfinden wird, auf das wir noch zu sprechen bzw. zu schreiben kommen – siehe am Ende dieser Story.
Zeit für Jürgen, seine Akkus mittels Powernapping für die zweite Tageshälfte zu laden. Zeit für Kirsten und mich, den gelegentlich sprunghaften Erzählstil von Jürgen, bei einem Lunch sacken zu lassen und in wohlsortierte Skizzen zu übersetzen ;-).
Der zweite Sturm – Status Quo und Zukunft mit den drei Musketieren der Geschäftsführung
Dienstag | 03. März 2026 | 14:36 Uhr 46395 Bocholt | Schlavenhorst 25 | Großer Meetingraum der TEKLOTH GmbH
Wer im Eishockey vom „zweiten Sturm“ spricht, denkt nicht an ein ungemütliches Wetterphänomen, sondern an geballte Energie auf dem Eis. Wenn die erste Reihe nach einem langen, intensiven Shift auf die Bank fährt, springt der zweite Sturm über die Bande – mit frischen Beinen, neuem Tempo und dem klaren Auftrag, den Druck nahtlos aufrechtzuerhalten. Genau dieser fliegende Wechsel findet bei TEKLOTH seit einiger Zeit statt: Mit Stefan Boland, Christof Tepasse und Sebastian Groß-Hardt hat eine neue, dynamische Führungsgeneration das Eis betreten. Es ist die gebündelte Kompetenz von drei auserwählten Musketieren, die das Unternehmen TEKLOTH nun als Führungstrio mit klaren Visionen und neuen digitalen Strukturen in die Zukunft der Gebäude- und Energietechnik steuern.
Genau zu denen mache ich mich gegen 14:15 Uhr auf den Weg, als ich meine lederne Radtasche mit Schreib- und Interviewgedöns an meine „Rotweinfietze“ einklinke – einem BioBike aus den 60zigern. Als ich vom Hofe radeln will, pfeift Kirsten mich via Handy zurück: „Die drei warten schon auf uns … wir sind 15 Minuten über der Zeit.“ Tausche Fietze gegen PAN-Mobil (Defender) – gut 20 Minuten später schlagen wir im uns vertrauten Meeting-Raum auf.
Männer, Asche auf mein Haupt – ich hatte den Termin falsch eingetragen. Das erste Bier auf eurem Jubiläums-Open-Air geht definitiv auf uns. Da wir gerade bei Fehlern sind: Wie geht ihr in einem knapp 200-köpfigen Betrieb mit solchen Patzern um?
Stefan Boland: Fehlerkultur ist bei uns … bei einem so großen Team … Teil unserer Arbeitsrealität. Wer arbeitet, macht Fehler. Entscheidend ist, wie wir das intern aufarbeiten. Bei uns wird das offen besprochen. Es gehört absolut dazu, Dinge zu akzeptieren, eine zweite Chance zu geben und es beim nächsten Mal einfach besser zu machen. Wer keine Fehler zulassen will, würde sich als Unternehmen nur im Schneckentempo weiterentwickeln.
Ich werfe einen Blick auf meine Notizen. Vor mir sitzen drei Generations-Typen, jeweils exakt zehn Jahre voneinander getrennt. Eine bewusste Entscheidung von Jürgen Willing, um das Unternehmen auch in der Führungspyramide gesund altern zu lassen – so die übereinstimmende Erklärung der drei.
Stefan, du bist als ruhender Pol am längsten in der Geschäftsführung und hast 1986 die Lehre begonnen. Christof, du hast hier 1996 als Azubi beim „Meister“ Josef Tekloth angefangen. Und Sebastian, du bist nach einer Banklehre 2011 als Praktikant eingestiegen und heute der Jüngste im Bunde – wie wir aus dem Vorgespräch mit Ronja wissen.
… die junge Powerfrau aus dem Marketing, die mit Kirsten die Frauenquote im Meetingraum verkörpert.
Wir haben anmoderiert bekommen, dass Ihr drei allesamt Eigengewächse des Unternehmens TEKLOTH seid und von Jürgen gezielt ausgewählt und in die Funktion des Geschäftsführers gefördert wurdet. Wie ging das vonstatten?
Christof Tepasse: Bei mir ist das jetzt ziemlich genau 30
Jahre her. Ich habe 1996 hier angefangen. Damals waren wir ein relativ überschaubares Team von gerade einmal 24 Mitarbeitern, und ich war quasi genau Nummer 24 auf der Liste. Wenn man sieht, dass wir heute knapp 200 Leute sind, kann man wirklich sagen: Ich habe die Firma wachsen sehen und bin mit ihr mitgewachsen.
Stefan Boland: Christof und ich sind beide von Haus aus Elektromeister und haben das Tagesgeschäft von der Pike auf kennengelernt. Ich bin seit 2014 offiziell als Geschäftsführer tätig.
Sebastian Groß-Hardt: Bei mir war der Einstieg eher ein schleichender Prozess. Ich komme ja gar nicht klassisch aus dem Handwerk, sondern hatte zuvor eine Banklehre gemacht, die im Januar 2011 endete. Direkt am 1. Februar bin ich dann für ein dreimonatiges Praktikum hier bei TEKLOTH angefangen. Nachdem ich Gefallen an dem Unternehmen gefunden hatte, bin ich am 01. August 2011 offiziell hier gestartet – bevor ich zum 01. Oktober 2011 mein duales Studium im Bereich Kälte-, Klima- und Systemtechnik angetreten habe. Später habe ich noch den Master im Bereich Technisches Management drangehängt.
Wie funktioniert Ihr als Dreigestirn im Alltag? Wer tritt aufs Gas, wer auf die Bremse?
Christof Tepasse: Es gibt bei uns niemanden, der pauschal nur bremst oder Gas gibt. Wir verstehen uns menschlich extrem gut, auch wenn wir fußballtechnisch zwischen Schalke, Gladbach und Bayern München geteilt sind. Wobei die Leidensfähigkeit bei Stefan und bei mir aufgrund unserer Lieblingsvereine und deren Tabellenstände ausgeprägter ist, als bei Sebastian.
Damit ist zumindest bei ihm klar, dass sein Herz für Bayern München wummert … und für Zahlen, wie uns Ronja im Briefing verraten hat.
Sebastian Groß-Hardt: Die Aufgabenteilung ist gewachsen: Einer kümmert sich um Elektro und IT, der nächste um Heizung, Klima, Controlling, und dann haben wir den starken Kundendienst und das Lager. Jeder hat seine absoluten Stärken. Die Grenzen sind manchmal fließend, aber wir haben ein blindes Vertrauen in die Entscheidungen des anderen und tragen diese immer gemeinsam mit – nachdem wir bisweilen ausgiebigst diskutiert haben ;-).
Ihr skaliert das Thema Energiewende gerade massiv. Aus vielen Einzelgewerken ist das 360-Grad-Prinzip geworden – wie man auf Eurer Webseite sehr anschaulich nachvollziehen kann. Wo seht ihr für die Firma TEKLOTH in den nächsten Jahren das größte Potenzial – und was ist intern eure größte Baustelle?
Sebastian Groß-Hardt: Das größte Potenzial liegt definitiv im Energiemanagement. Die Energie muss exakt dorthin verteilt werden, wo sie gebraucht wird. Es reicht nicht mehr, einfach nur Leitungen zu ziehen. Egal ob Wind, Solar oder andere Quellen – der Strom muss intelligent gesteuert werden, oftmals über unsere eigens entwickelte Software ‚TEKLOTH Intelligence‘.
Stefan Boland: Was uns zudem auf Trab hält, ist ganz klar das Thema Digitalisierung unserer eigenen Abläufe. Wir wachsen rasant. Demnächst stellen wir unser komplettes ERP-System um. Das ist im laufenden Tagesgeschäft wie eine Operation am offenen Herzen. Unsere Strukturen und Prozesse müssen jetzt unserem Personalzuwachs angepasst werden.
Anmerkung: Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) ist eine integrierte Softwarelösung, die zentrale Geschäftsprozesse (Finanzen, Personal, Produktion, Vertrieb, Einkauf) in einer gemeinsamen Datenbank vernetzt.
Stefan Boland
Hard Facts: Am längsten im Unternehmen – seit 1986. In der Geschäftsführung tätig – seit 2014.
Soft Facts: Der ruhende, bodenständige Pol des Trios. Stark verwurzelt in Mussum. Bewahrt auch dann die Ruhe, wenn der digitale Sturm (ERP-Umstellung) tobt.
Unter dem Motto „Feste feiern“ skizziere ich weitere Team-
Kitt-Rituale in meinen Notizen:
Vom ersten Tag an begegnen sich alle auf Augenhöhe, was das Eis bricht und für ein starkes Miteinander sorgt. Alle duzen sich, mit Ausnahme vom „Meister“ – dem alle mit einem getragenen Sie begegnen. Nicht weil er das einfordert, sondern weil das zum Anstand des Teams gehört.
Die legendäre Fahrradrallye: ein Ritual seit mindestens 40 Jahren. Der Clou: Das Orga-Team würfelt die rund 150 Teilnehmer wild durcheinander – selbst Ehepartner werden gezielt getrennt, um den Austausch untereinander zu „provozieren“ – echte Teambildung eben.
Spezielle Frauen-Events: Ergänzend zu den großen Sommer- und Weihnachtsfeiern gibt es eigene Ausflüge für die Mitarbeiterinnen, wie gemeinsame Winterwanderungen oder Kirmes- und Altweiber-Touren.
Gebührende Verabschiedungen: Wer nach 40 oder 45 Jahren in den Ruhestand geht, verlässt die Firma nicht lautlos, sondern wird von der Belegschaft gebührend gefeiert. Man kann darauf “einen drauf kippen” und die Neurentner sind auch danach noch gern gesehene Gäste, wie beispielsweise auf der Weihnachtsfeier.
Bevor wir auf die ganze große Feier, Euer Jubiläums-Open-Air, zu sprechen kommen … lasst uns noch kurz über Eure gewaltige blaue Flotte sprechen. Wenn man durch Bocholt fährt, hat man das Gefühl, ihr plant heimlich, die ganze Stadt in eurem TEKLOTH-Pantone-Blau anzustreichen.
Christof Tepasse: letztens wurde einer unserer Mitarbeiter von einem Fahrer der Firma Schares angesprochen, der sich humorvoll beschwerte: Egal, wo er hinfahre, er habe schon wieder so einen blauen „TEKLOTH-Bulli“ von uns vor der Nase. 😉
Er hat nicht unrecht, bezüglich eurer Omnipräsenz im Straßenbild dieser Region, oder? Wieviel Fahrzeuge umfasst euer Fuhrpark?
Stefan Boland: Knapp 120 Fahrzeuge, davon fast 80 Bullis.
Sebastian Groß-Hardt: Der größte Teil davon ist inzwischen komplett elektrifiziert oder hybrid unterwegs.
Dank Jürgens Vorreiterrolle, von der sich bislang wohl nur der „Meister“ nicht anstecken lässt ;-).
Im Verlaufe des Gesprächs, wird deutlich, dass das Dreigestirn eigentlich ein Fünfgestirn ist, da Isabel dos Santos und
Andreas Grütter mit ihren Prokura die Geschäftsführung ausmachen.
Eigengewächse, handverlesen … mit viel Weitsicht … um auch die nächsten Jahrzehnte das Unternehmen TEKLOTH zukunftssicher zu machen. Wie macht der Jürgen das bloß? Ob der noch ein zweites Notizbuch für strategische Unternehmensentwicklung bei sich trägt? 😉 … Werde ihn beizeiten mal fragen.
Das klingt extrem harmonisch. Aber ein Mann geistert hier doch noch jeden Tag durch die Gänge. Jürgen Willing hat den Staffelstab spürbar an euch weitergereicht. Christoph, du hast uns im Vorgespräch verraten, dass Jürgen das echte Loslassen im Alltag noch ein kleines bisschen schwerfällt. Wie oft funkt der Energie-Fuchs noch dazwischen?
Christof Tepasse: Jürgen sagt selbst, dass das für ihn ein Lernprozess ist. Das ist auch völlig nachvollziehbar! Er hat diese Firma über Jahrzehnte groß gemacht, das ist sein Baby. Da steckt sein komplettes Herzblut drin. Wenn jemand so viele Jahre Vollgas gegeben hat, kannst du den Schalter nicht einfach auf Null umlegen. Er ist in der Theorie des Loslassens vielleicht schon etwas weiter als in der Praxis. Aber wir sind unglaublich froh, dass er mit seiner Erfahrung und seinem Riecher noch beratend dabei ist.
Christof Tepasse
Hard Facts: Seit der Lehre 1996 im
Unternehmen. Elektro-Meister und Betriebswirt des Handwerks. Seit 2019 in der Geschäftsführung.
Soft Facts: Ausgeglichener Typ, mit breitem Überblick, engstens mit der DNA des Unternehmens verwurzelt.
Zuwachs ist ein gutes Stichwort. Die ganze Branche stöhnt über den Fachkräftemangel. Ihr habt in 60 Jahren fast 185 junge Menschen ausgebildet, wie Jürgen erzählte. Zudem haltet ihr mit dem ‚Lebensarbeitszeitkonto‘ stark dagegen. Zieht dieses Modell die besten Köpfe an?
Auf die Lebensarbeitszeitkonten bei TEKLOTH war ich bei meinen Recherchen im Vorfeld gestoßen. Dieses Modell gilt als echtes Aushängeschild der Arbeitgebermarke TEKLOTH und wurde zusammen mit der Deutschen Beratungsgesellschaft für Zeitwertkonten (DBZWK) als Innovationsmodell entwickelt
Stefan Boland: Das Lebensarbeitszeitkonto ist ein massiver Baustein unserer Arbeitgebermarke. Dieses Modell gibt unseren Leuten die Freiheit, Zeitguthaben anzusparen, um früher in den Ruhestand zu gehen oder sich Auszeiten zu nehmen.
Christof Tepasse: Wir punkten aber vor allem auch ganz stark beim Start der jungen Leute. Wer bei uns am 01. August anfängt, fährt nicht sofort auf die Baustelle, sondern bleibt erst mal eine komplette Woche hier im Betrieb.
Sebastian Groß-Hardt: Der große Clou an dieser Startwoche ist, dass sie komplett gewerkeübergreifend abläuft. Egal ob Kaufmann, Elektroniker, Anlagenmechaniker oder Mechatroniker für Kältetechnik – die lernen die Firma in Ruhe kennen und wissen, wo sie welche Ansprechpartner finden. Stell dir vor, du bist sechzehn Jahre alt und stehst plötzlich vor fast zweihundert fremden Leuten. Da ist es wichtig, dass sie direkt an die Hand genommen werden. Das schweißt enorm zusammen. Die machen in dieser ersten Woche direkt eigene WhatsApp-Gruppen auf und der Teamgedanke greift vom ersten Tag an.
Stefan Boland: Ein weiteres, echtes Pfund im Recruiting: unser regionaler Fokus. Wir haben unseren Einsatzradius ganz bewusst auf eine maximale Fahrzeit von 45 Minuten abgesteckt. Wenn sich heute jemand bei uns vorstellt, können wir zu 99 Prozent sagen: Du bist Heimschläfer in deinem eigenen Bett. Klassische Montage-Baustellen quer durch Deutschland mit Übernachtungen gibt es bei uns nur noch sehr selten.
Sebastian Groß-Hardt
Hard Facts: Nach einer Banklehre 2011 als Praktikant eingestiegen. Duales Studium, Master in Umwelttechnik. Der Jüngste im Geschäftsführer-Trio – seit Januar 2025.
Soft Facts: Der analytische Stratege der Runde. Zahlengetrieben, prozessorientiert und extrem detailverliebt.
Das Finale – Rock ‘n’ Roll & Charity (Das Event)
Am Ende unserer Tesla-Schleichfahrt stehen wir wieder auf dem Betriebshof von TEKLOTH und resümieren mit Jürgen Willing, dass das große Jubiläumsjahr der Firma TEKLOTH unaufhaltsam auf seinen emotionalen Höhepunkt zusteuert. Ein Event, das nicht nur den Betriebshof, sondern ganz Bocholt zum Beben bringen wird.
Jürgen, am 13. Juni lasst ihr es hier am Schlavenhorst 25 richtig krachen. Ein Open-Air-Konzert mit bis zu 3.500 erwarteten Gästen. Keine steifen Festreden, sondern echter Rock ‘n’ Roll
Das Besondere daran: Es ist keine geschlossene Firmenfeier, sondern ein echtes Benefiz-Event. 100 Prozent der Erlöse gehen an regionale Hilfsprojekte. Woher kommt diese tiefe Überzeugung, dem Standort Bocholt in dieser Form etwas zurückgeben zu wollen?
Das ist einfach ein großes Stück unserer DNA. Wir sind hier in Bocholt groß geworden, wir haben hier unsere tiefsten Wurzeln und unsere Mitarbeiter kommen aus der Region. Wenn du als Unternehmen über sechzig Jahre so extrem wachsen darfst, dann verdankst du das auch den Menschen hier vor Ort. Wir wollten dieses Jubiläum nicht einfach nur für uns im stillen Kämmerlein feiern oder ein langweiliges Zelt aufstellen. Wenn wir einen solchen Meilenstein erreichen, dann sollen die Region und die Vereine, die Unterstützung benötigen, etwas davon haben. Das ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit.
Die Vorfreude auf das Spektakel ist spürbar. Wir lassen den Blick über das Gelände schweifen. Hier, wo heute riesige Kabeltrommeln lagern und blaue Bullis rangieren, wird bald die renommierte U2-Tribute-Band „Achtung Baby“ auf der Bühne stehen.
Wie seid ihr auf die U2-Tribute-Band gekommen?
Wir diskutieren das im Team und schmeißen Ideen in den Ring. Mein Favorit, Die Toten Hosen, wären natürlich der absolute Knaller gewesen, da brauchst du gar kein Marketing mehr, da läuft der Vorverkauf von allein.
Aber … bei aller Liebe zur Rockmusik … für ein solches Zugpferd wäre wahrscheinlich eine Gage fällig, die außerhalb des Denkbaren für Jürgen liegt – vom Vetorecht der anderen Geschäftsführer ganz zu schweigen 😉
Die U2-Tribute-Band schien uns allen angemessen, sie kommt dem Original nahe und bringt diese gigantische Stadion-Atmosphäre mit, die wir uns für diesen Abend hier auf dem Hof wünschen. Musik ist für mich einfach eine der tollsten Nebensachen der Welt, sie verbindet über Jahrzehnte hinweg. Aber U2 passt einfach perfekt.
… und wie das passt. Ich teile mit Jürgen ein paar Umdichtungen legendärer U2-Hits auf die TEKLOTH-Welt: Aus „Achtung Baby“ wird bei den fast 80 Firmenfahrzeugen im Pantone-Blau ein augenzwinkerndes „Achtung Bulli!“.
Aus der Kern-DNA des 360-Grad-Prinzips, heute alle Gewerke aus einer Hand zu liefern, wird schlichtweg der Mega-Hit „One“.
Ein Song drängt sich bei der starken Bocholter Verwurzelung geradezu auf: „Where The Streets Have No Name“. Bei der enormen Marktdurchdringung müsste es eigentlich heißen: „Where The Streets Have A Name – Schlavenhorst 25“ ;-).
Das wird ein absoluter Gänsehautmoment werden. Wenn du da auf dem Platz stehst, das Licht angeht, die Musik startet und du siehst, wie unsere Mitarbeiter, langjährige Kunden, alte Weggefährten und die Bocholter Bürger zusammen feiern – und das alles für einen guten Zweck. Das ist der Moment, in dem du weißt, dass sich die harte Arbeit der letzten Jahrzehnte mehr als gelohnt hat. Und was mein Notizbuch angeht: Da steht der Termin natürlich ganz dick unterstrichen drin. Ich freue mich riesig darauf.
Ein perfekter Schlussakkord. Ein Unternehmen, das vor 60 Jahren in einer kleinen Garagenwerkstatt begann, heute als 360-Grad-Gebäudetechniker die Energiewende der Region massiv vorantreibt und zum Jubiläum die ganze Stadt für den guten Zweck zum Beben bringt.
TEKLOTH GmbH
Schlavenhorst 25, 46395 Bocholt
+49 2871 2520-0











