Advertorial | Text: Roland Buß | Fotos: Kirsten Buß
BürgerMeister unplugged | Nahezu unpolitisch | 100 Fragen … nach 100 Tagen im Amt
Montag | 09. Februar 2026 | 16.15 Uhr
Münsterstraße 12 | 46397 Bocholt | Meetingraum PAN
Passend zum „Meisterstück“, dem Arbeitstitel dieser Ausgabe,
empfangen wir den Bürgermeister – den Meister für die Bürger.
Während Kirsten eine Runde Wasser serviert, lenke ich
Christians Blick auf den Stapel mit den ausgedruckten Moderationskarten im DIN-A5-Format für diese Unplugged-Interview-Session. 100 Fragen habe ich vorbereitet – seinen ersten 100 Tagen im Amt als Erster Bürger der Stadt Bocholt angemessen. Deren engagiert-couragierte Beantwortung
dürfte ca. 60 Minuten in Anspruch nehmen. Da weder ihn noch uns ein Anschlusstermin drängt, einigen wir uns darauf, das vorab angefragte Zeitfenster von ca. 120 Minuten auszureizen. Die Länge eines Fußballspiels plus Verlängerung sollte ausreichen, ein Bild davon zu bekommen, wie Christian Mangen tickt – innerhalb und abseits seines Amtes.
Zudem ermöglicht dieser Zeitrahmen, dass der Bürgermeister den 18.30-Uhr-Bus zurück nach Herzebocholt nehmen kann, gerade noch rechtzeitig, um etwas Zeit mit seiner Tochter zu verbringen, bevor das Sandmännchen bei ihr anklopft.
Mein Intro zu unserem Dialog: gerne maximal authentisch … auch mit Kanten und Brüchen … so, wie ihr es als Leserinnen und Leser von unserem Interview-Design gewohnt seid. Die Fragen sind darauf ausgerichtet, den Menschen kennenzulernen – jenseits politischer Einfärbungen.
Der Wechsel in ein lesegeschmeidiges Arbeits-Du sei okay,
genau wie der Mitschnitt via Audio-Rekorder, um im Gespräch präsent zu sein und sich nicht mit Notizen aufzuhalten.
Kirsten weist unseren Gesprächspartner darauf hin, dass er sich vom Klicken ihrer Fuji nicht irritieren lassen möge.
Zwei letzte Anmerkungen: Wenn eine Frage nicht schmeckt oder deren Antwort nicht auf der Zunge liegt … genügt ein „Weiter, bitte.“ Der zweite Kommentar „konkret schlägt abstrakt“ dient zum einen der Phrasen-Prophylaxe – zum anderen ist es der Hinweis drauf, dass ein Antwortgeber seines Glückes Schmied ist, wenn er auch gewillt ist, sein Interview mit Story-Details zu würzen. Auf gehts …
Christian … mit dem Wohnsitz in Herzebocholt … Landei oder Kosmopolit – was trifft am ehesten auf dich zu?
Ich bin ein Kind des Ruhrgebietes – dort bin ich groß geworden. Das ist nun nicht der Nabel der Welt, aber sicherlich auch nicht die klassische ländliche Prägung, die du meinen dürftest. Aufgrund meiner vorherigen politischen Zeit war ich auch oft in Berlin.
Als junger Mann hatte ich das Glück, viel in der Welt unterwegs zu sein … zum Beispiel in Südostasien, in Südamerika. Somit habe ich schon einiges von dieser Welt gesehen. Mich als Kosmopolit zu bezeichnen, würde ich aber negieren, da ich lieber ruhig wohne. Aber eine Mischung aus beidem trifft es ganz gut.
Welche Aktien hast du persönlich in Bocholt? … wie bist du hier gestrandet?
Durch meine Frau Paulina, die von hier kommt. Sie ist zum Mariengymnasium gegangen … hat dort ihr Abitur gemacht und ist irgendwann nach Mülheim an der Ruhr gezogen, wo ich damals gewohnt habe. Dort haben wir uns kennengelernt. Aufgrund meines politischen Berufes gab es dort für mich eine Residenzpflicht. Als wir beide gedacht hatten, dass diese politische Phase nun abgeschlossen sei, war es Paulinas Impuls, ins Westmünsterland zu ziehen, zumal ihre Eltern hier wohnen.
Als sich unser Nachwuchs angekündigte, haben wir diese Idee in die Realität umgesetzt und sind nach Herzebocholt gezogen. Es ist von unschätzbarem Wert, die Großeltern in der Nähe zu wissen – das ermöglicht es meiner Frau und mir, auch mal etwas am Wochenende zu unternehmen – manchmal auch ohne unsere Tochter.
Wann seid ihr konkret hier in dieser Region aufgeschlagen?
Eingezogen sind wir am 22. Dezember 2022. Zuvor waren wir mindestens einmal im Monat fürs Wochenende hier, um Paulinas Eltern zu besuchen – über einen Zeitraum von 10 ½ Jahren. Davor war ich auch schon einige Male in Bocholt – allerdings hatte sich das auf den Weg vom Bahnhof zum Gerichtsgebäude und zurück beschränkt.
Eine perfekte Überleitung zu deinem Beruf als Anwalt … in welcher Fachrichtung warst du unterwegs … was war deine Expertise?
Gestartet bin ich im Strafrecht. Einer der ersten Fälle, bei dem ich mitgewirkt habe, war das Bremer Vulkan-Verfahren.
Christian Mangen war im Zusammenhang mit dem Bremer‑Vulkan‑Komplex ein junger Jurist im Umfeld des Verfahrens: Er arbeitete 1996 zunächst als Vorstandsassistent bei der Bremer Vulkan und wechselte nach dem Konkurs kurzzeitig in die Kanzlei, die den Vulkan‑Vorstandschef im Strafverfahren verteidigte.
Quellen: Perplexity / www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=ZLANIN209|23|23
Außerdem war ich viel im Verwaltungsrecht unterwegs – bis zu dem Zeitpunkt, als ich Mitglied des Stadtrates wurde – das schloss sich dann ämterbedingt aus. Im Grunde genommen wollte ich mich immer im Bereich Arbeitsrecht spezialisieren – aber die Arbeitsrealität in den Kanzleien, in denen ich tätig war, spülte mir vornehmlich Fälle aus dem Bereich Corporate Finance, Handelsrecht etc. auf meinen Schreibtisch.
In den letzten drei Jahren als Anwalt wurde ich vor
allem von Mandanten konsultiert, die Einschätzungen über neue Gesetzeslagen haben wollten. Die griffen auf meine
Expertise zurück, die ich als Landtagsabgeordneter … der
Gesetze mitgestaltet hat, erworben hatte. Wenn man das Handwerkzeug des Gesetze-Machens kennt, weiß man auch, wie diese gelesen und ausgelegt werden können.
Vor deinem strafrechtlichen Hintergrund brauche ich dir den Unterschied zwischen einem „freien Bericht“ und dem danach einsetzenden Fragerecht nicht zu erläutern.
Also … bevor ich mit weiteren Fragen fortfahre, was würdest du gerne vorneweg als Statement … als freien Bericht loswerden?
Mir ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass ich vor
allem für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bocholt hier bin. Ich bin keiner Partei und keiner politischen Richtung in
irgendeiner Form verpflichtet. Es geht um die Menschen, die hier leben … die Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung … und … lass mich einen Schritt weitergehen … es geht mir auch um die Besucherinnen und Besucher unserer Stadt. Das ist das Einzige, worauf wir fokussiert sein sollten und worauf wir uns innerhalb der Stadtverwaltung als Team committen. Dazu zählt, dass wir uns wechselseitig vertrauen … auch in die jeweiligen Fähigkeiten.
Okay … wechseln wir in weitere Fragen – zunächst die, die kürze Antworten provozieren könnten.
Gerne.
Wein oder Bier?
Bier.
Dein Geburtsjahr?
1972 … ich wurde am 10. Januar geboren, um genau zu sein.
Ein 54-jähriger …
… Steinbock – wenn du das meinst.
Genau. Kennst du deinen Aszendenten?
Nö.
Welchen Eigenschaften zeichnen einen klassischen
Steinbock aus?
Starrköpfigkeit?
Hard- und Softfacts
Wurzeln & Wesen:
Ruhrgebietskind (Jahrgang 1972) und pragmatischer Steinbock.
Werdegang:
Vom Strafverteidiger und Landtagsabgeordneten zum Ersten Bürger Bocholts.
Taktung:
Konsequenter Frühaufsteher (06:45 Uhr) – Nachteule kann er nicht so gut.
Kulinarik:
Meister des handwerklichen Thai-Currys – striktesThermomix- Verbot im Hause Mangen!
Genuss:
Bevorzugt kühles Bier oder Riesling – Schnaps gibt’s höchstens auf Alpengipfeln.
Bodenhaftung:
Räumt als Rathaus-Chef seine eigene Kaffeetasse ganz selbstverständlich selbst weg.
Playlist:
Im Auto laufen Seemanns-Shantys, im Kinderzimmer regiert musikalisch der „Pavianpopo“.
Kompass:
Vertrauen, Augenhöhe, Verlässlichkeit – bei ihm schlägt der Mensch das Parteibuch.
… fangen wir gerne mit dem Positiven an …
Durchsetzungsstärke? Ich weiß es nicht genau … wie ihr seht.
Steinböcke gelten als ehrgeizig, diszipliniert und pragmatisch …
… pragmatisch würde ich sofort unterschreiben.
… weiterhin gelten sie als bodenständig, verantwortungsbewusst … sie streben nach Sicherheit sowie beruflichem Erfolg. Sie sind zuverlässige Realisten, die Hindernisse
beharrlich überwinden, können aber auch zur Starrheit neigen.
… ich bin mir sicher, dass meine Frau Letzteres bestätigen würde 😉
Auf diesen Lacher entkorke ich einen Chardonnay-Viognier von unserem Weinfreund Jean-Claude Mas aus dem Languedoc. Mit einem leichten Anstoßklirren und einem Schluck Weißwein geht es in die weiteren Fragen …
Früher Vogel oder Nachteule?
Eindeutig früher Vogel – Nachteule kann ich nicht so gut. Ich geh gerne um 22.00 Uhr schlafen …
… wann klingelt dann morgens der Wecker?
Um 06.45 Uhr – da ich meistens unsere Tochter gegen 08.00 Uhr zum Kindergarten bringe und gegen 08.20 Uhr in der Stadtverwaltung auflaufe.
Buch oder Hörbuch?
Buch.
PC oder Mac?
PC … wobei … wenn du meine Kolleginnen und Kollegen im Büro fragen würdest, würden die sagen: „Weder noch – der hat von Computern keine Ahnung.“
iPhone oder Surrogat?
iPhone.
Dein Kommunikationsverhalten … eher zuhören oder senden?
Eher zuhören. Als politisch aktiver Mensch musst du aufpassen, dass das auch so bleibt.
Barfuß oder Lackschuh?
Lackschuh.
Tanzbär oder Tresen-Klammeräffchen?
Schwierig zu beantworten … eigentlich eher Tresen-Klammeräffchen. Wer mich allerdings auf dem Prinzenfrühschoppen im Zelt beim Mariengymnasium wahrgenommen hat, würde wahrscheinlich Tanzbär sagen. Das hat wirklich Spaß gemacht.
Ich nenne dir jetzt drei Namen. Sag mir bitte, was dir spontan dazu einfällt …
Okay.
Donald Trump
Wer dessen Bücher von vor 20 Jahren gelesen hat, weiß genau, wie er tickt und sollte jetzt nicht überrascht tun.
Alice Weidel
Schwierige Frau. Sie scheint sehr intelligent zu sein, hat aber auch ganz offensichtlich ihren Laden nicht im Griff.
Markus Lanz
Schaue ich mir nicht an.
… ist auch nicht mehr deine Zeit 😉
Mag sein.
Nach Trump … wechseln wir in einen appetitlicheren
Bereich … bist du ein kulinarischer Mensch?
Ja.
Dein ultimatives Lieblingsgericht?
Da liefern sich zwei Gerichte ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und zwar Spaghetti Bolognese und Thai-Curry mit Garnelen,
Süßkartoffeln, Bohnen und natürlich Kokosmilch.
Das passende Getränk zu beiden Gerichten?
Bier.
Machen wir trotzdem einen Exkurs in Sachen Wein …
Wenn Wein, dann gerne weiß … am liebsten Riesling …
Rotwein vertrage ich nicht.
Kaffee oder Tee?
Kaffee.
Nespresso oder mit Anstand?
Mit Anstand.
Schwarz oder mit Gedöns?
Schwarz.
Wie viele Tassen am Tag?
Am Wochenende keine einzige – in der Woche … im Moment leider zu viel … drei, vier, fünf? … ich zähle nicht mit.
Deine eigene Performance an Pfannen und Töpfen?
Ich würde sagen gut. Bei uns wird frisch gekocht. Mittlerweile kocht meine Frau deutlich mehr als ich. Das war früher anders, da konnte sie eigentlich gar nicht kochen … aber sie hat richtig zugelegt. Deswegen muss ich nur noch ran, wenns schwierig wird oder wenn man sich trauen muss … wie bei einem Thunfischsteak zum Beispiel. Da fehlt ihr noch der Glaube, dass das nach 30 Sekunden anbraten auf jeder Seite schon fertig sein könnte.
… du weißt schon, dass wir solche Aussagen abdrucken … „gesagt ist gesagt“ …
Ja, klar.
Gibt es Gerichte aus deiner Kindheit, an die du dich gerne erinnerst?
Schokostreusel und die Spaghetti Bolognese, die mein Vater zubereitet hat – wahrscheinlich der Grund, warum ich dem Gericht heute noch so verfallen bin. Bevor ich es vergesse … Bratkartoffeln würde ich auch noch dazuzählen … und Quiche Lorraine, die gab es auch sehr oft in unserem Hause.
Deine schrulligste Macke beim Essen? Als Beispiel:
Mein lieber Freund Stefan steht total auf Suppenhuhn,
dessen ausgelöstes Fleisch er sehr großzügig mit Maggi
flutet 😉
Kann ich in Teilen nachvollziehen … auch in unserem Haushalt gibt es die legendäre Maggi-Flasche – allerdings noch unangebrochen. Ich würde Maggi nicht nur als Geschmacksverstärker labeln – sorgsam portioniert kann das sehr lecker sein.
Ich kann sowohl Christian … als auch meinem Freund Stefan nur zustimmen. Maggi verkörpert im Grunde genommen das, was man in der asiatischen Küche als Umami-Effekt bezeichnet – einen herzhaften, fleischigen, Brühe-artigen Geschmack.
Notiz an mich selbst: eine Ode auf die legendäre Maggi-Würze (est. 1886) schreiben.
Zweite Notiz an mich: erste Notiz streichen, weil das vom Schweizer Unternehmer Julius Maggi gegründete Unternehmen nach dessen Tod im Jahre 1947 in den Nestlé‑Konzern integriert wurde, der die Marke bis heute weltweit vertreibt. Seit der Aussage von dessen damaligem CEO Peter Brabeck‑Letmathe, dass Wasser kein Menschenrecht sein sollte, gibt es quasi ein Hausverbot für Nestlé-Produkte im PAN.
Ich bin sicher, dass Paulina blitzschnell eine Antwort auf meine Essens-Macke hätte …
… bisweilen ist es so, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht – will meinen … Menschen mit vielen
Macken fällt es schwer, eine einzelne hervorzuheben 😉
… schon möglich.
Bei Kirsten und mir gibt es Zutaten in unserem
Kühlschrank bzw. in den Vorrats-Arealen (früher sagte
man „Speisekammer“), bei denen wir nervös werden, wenn sie sich dem Ende zuneigen. Kennst du/kennt ihr dieses Gefühl?
Ganz klar … dazu gehört eine gute Currypaste … und … für mich … auch Mehl, Milch und Butter. Davon lagere ich stets so viel ein, dass ich dazu oft in Rechtfertigungsschwierigkeiten gegenüber meiner Frau komme 😉
Ein Aufruf zur Unbescheidenheit … für welches Gericht hättest du einen Stern verdient? Was macht dir so schnell keiner nach?
Das hatten wir vorhin schon einmal … es ist dieses besagte Thai-Curry. Das mit ein bisschen Koriander und einem Spritzer Limette verfeinert … das ist schon gut. Paulina würde möglicherweise ergänzen, dass ich ziemlich gute Eggs Benedict zubereite.
Eggs Benedict lieben wir … was ist dein Geheimnis dabei?
Wesentlich ist, wie viel Essig du ins Kochwasser gibst. Ich verwende immer den gleichen Topf dazu … und habe im Laufe der Jahre gelernt, den richtigen Schuss zu dosieren, ohne einen Messbecher zu gebrauchen.
Gibt es einen Küchenhelfer mit „T“ als Anfangsbuchstaben in eurem Haushalt?
Ich benutze eigentlich keine Küchenhelfer … meine Frau hat wohl so einen Mixstab … so ’n Quirl-Ding … und so eine Schüssel mit drei Armen, die einen Teig knetet …
Es scheint, als wenn du mich zwingen willst, den
Namen, „der nicht genannt werden darf“ (Harry Potter lässt grüßen), in den Mund zu nehmen. Also … gibt es im Hause Mangen einen Thermomix? … einen Lord Voldemort der Küche sozusagen 😉
Nee, haben wir nicht. Ich kenne aber Menschen, die so einen haben. Das Ding schreibt denen vor, wie viel sie wovon da reingeben müssen, damit etwas Gescheites dabei rauskommt.
… „Kochen nach Zahlen“ … wie wir sagen – oder die
Auslagerung des eigenen Geschmacks an eine Maschine.
In solchen Momenten wird mir wieder deutlich, dass ich kein klassisches Kochbuch schreiben sollte, sondern ein bildgewaltiges Inspirationsbuch, wie man die Prozesse des besagten Küchenschredderers mit „T“ am Anfang durch handwerkliche Prozesse mit schönen Küchenutensilien überflüssig machen kann. Okay … ich weiß … „Mister T“ spart Zeit … nimmt einem das Denken ab … ist platzsparend … leicht zu reinigen … etc.
Da kann man schon mal in die Versuchung kommen, für 1.549 Euronen Anschaffungswert den eigenen Geschmacksinn outzusourcen – doch besonders WERTvoll erscheint mir das nicht. Warum? Ein Thermomix hat keine Seele – er kann unsere Großmütter, Mütter und die kochenden männlichen Vorfahren nicht ersetzen. Er kann vornehmlich nur uniformierten Einheitsbrei produzieren.
Ich habe fertig!
Christian … dein ultimativer Restaurant-Tipp – gerne
außerhalb unserer Region, damit du nicht in Verlegenheit kommst 😉
Dann bewegen wir uns gerne zu unseren niederländischen Nachbarn … wir fühlen uns im Luck Cafe in Dinxperlo sehr wohl.
Ohne die Frage zu stellen, was denn die langweiligste
Sitzung oder Veranstaltung in deinem beruflichen Kontext gewesen ist … aber stell dir vor, du kommst genau von jener abends nach Hause. Gibts solche Hollywood-vertrauten Szenen im Hause Mangen, wo der erste Weg zum Barwagen mit dem Cognac führt?
Einen Barwagen gibt es bei uns nicht. Schnaps trinke ich nicht. Aber es kann schon mal vorkommen, dass ich in der von dir beschriebenen Situation ein Bier öffne.
Wobei … ich muss mich korrigieren … in Bezug auf den Schnaps. Wenn wir im Winter im Sonnenschein oben auf einem Berg stehen, kann ich auch schon mal zu einem Obstler greifen – was mir hier in der Region nicht in den Sinn käme.
In diesem Zusammenhang vertiefen wir uns in die Diskussion, was genau ein Obstler eigentlich ist … ob der Williams-Brand oder zum Beispiel ein Calvados dazugehören. Kurzum: Ja. Obstler ist eine Spirituose, die als Obstbrand aus vergorenen und anschließend destillierten Früchten – typischerweise
Äpfeln und Birnen, teils auch Zwetschgen – hergestellt wird.
Es kann schon mal vorkommen, dass, wenn ich mit alten Freunden aus der Marine zusammenkomme, wir einen Linie Aquavit trinken, weil es zur Tradition gehört. Das war damals wohl aus der Not geboren, weil an Bord wenig Platz war – du kannst halt schlecht Kisten mit Bier dort horten – deswegen lag es wohl nahe, auf hochprozentigen Stoff zu setzen. So oder so … es bleibt dabei … schmecken tut mir das nicht.
Schwenken wir zurück auf den Riesling … ein Weißwein, für den wir Deutschen in der ganzen Weinwelt beneidet werden – was wäre die passende Musik zu einem solch
inspirierenden Tropfen?
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich eigentlich nur im Auto bewusst Musik höre. Im Büro bin ich zu fokussiert, um mich ablenken zu lassen … und zu Hause gibt gerade der „Pavianpopo“ den Ton an – zur Freude unserer Tochter.
Einschub: Während der Niederschrift rufe ich auf dem zweiten Monitor den entsprechenden Youtube-Song auf. Puhhh … Mitleid mit unserem Bürgermeister überkommt mich. Ein
Barwagen, bestückt mit einer anständigen Batterie von
Obstlern hielte ich für angemessen, um in Balance zu bleiben 😉
Nehmen wir an, du würdest einen lieben Menschen in
deinem Auto mitnehmen – welche Musik würdest du ihm vorspielen wollen?
In der Regel höre ich 1LIVE – da habe ich nicht in der Hand, was dort gespielt wird.
Angenommen, du hättest es in der Hand, was würde dein Beifahrer hören?
Sehr zu seinem Schrecken würde ich wahrscheinlich irgendwelche Seemannslieder spielen – so Shantys … wisst ihr? Das erinnert mich an eine Wette im Wahlkampf – wenn ich nicht gewonnen hätte, wäre ich Mitglied im Shanty-Chor in Bocholt geworden. Jetzt hat Stefan Schmeink diesen Platz
belegen dürfen 😉
Liebe Bocholter Shantys … wenn ich an eurer Stelle wäre 😉 – da scheint noch was zu gehen, in Sachen Nachwuchs-Rekrutierung 😉
Du hast vorhin erwähnt, dass du lieber zum Buch greifst als zum Hörbuch … was liest du aktuell?
Ich habe vor Kurzem die „Selbstbetrachtungen“ von Marc Aurel wieder rausgekramt. Das sind genau die Dosen, die ich genießen kann, wenn ich nicht gerade im Urlaub bin. Das Problem ist, dass ich am Tag so viel beruflich zu lesen habe, dass mir nach Feierabend die Lust dazu fehlt. Ich finde das echt schade. Ich habe einen alten Freund, der war bis vor Kurzem Bundesjustizminister. Der hat nicht nur sich, sondern seinem ganzen Team das Angebot gemacht, dass sie während der Dienstzeit eine halbe Stunde damit verbringen dürfen, in einem Buch ihrer Wahl zu lesen.
Vermutung des Verfassers: Nahe liegend scheint, dass es sich hierbei um Marco Buschmann (FDP) gehandelt haben könnte.
Glaubst du, dass du mit den 30 Minuten Buchlesezeit im Rathaus mehrheitsfähig bist ;-)?
Müsste ich mal fragen – vorher mache ich keinen solchen Vorstoß.
Ich persönlich glaube an die Macht lebensverändernder Bücher … Druckwerke, nach deren Studium du ein wenig anders tickst … die in der Lage sind, deinem Leben eine
andere Denkrichtung zu geben … Gibt es solche Bücher
für dich?
In der Tat – es waren vernehmlich Bücher von Alfred Adler.
… dem Begründer der Individual-Psychologie, wie ich von den Begegnungen mit dem inzwischen verstorbenen Theo Schoenaker weiß – einem Lebensweisen, der viel Gutes in unserer
Region bewegt hat. Ich habe mich mehrmals an seine Worte hängen dürfen, wenn er von wahrem Glück sprach. Er knüpfte dabei an die These von Alfred Adler an, wonach Glück im Kern im Gemeinschaftsgefühl und in der gelingenden Bewältigung der Lebensaufgaben (Arbeit/Beruf, Freundschaft/Gemeinschaft, Liebe) liegt.
Wer mich auch fasziniert, ist Paul Watzlawick und sein
Denken in Bezug auf die Kommunikation, wie zum Beispiel: „Jede Botschaft hat eine Sachebene (den Inhalt) und eine
Beziehungsebene – und die Beziehungsebene bestimmt, wie der Inhalt verstanden wird.“
Ein kurzer Blick zurück auf das Thema Glück … ist dir der Begriff „Serendipity“ geläufig?
Bislang nicht.
Es geht im Wesentlichen darum, das Glück im Zufall zu
suchen.
Klingt gut … gibt es dazu Literatur?
Ja … sende ich dir. Dazu werden wir auch in dieser PAN-Ausgabe etwas schreiben.
Ich bin gespannt.
Themenwechsel: Ist Podcast ein Thema für dich?
Bislang eher selten. Ich habe ab und zu mal etwas von Christian Lindner gehört, weil ich ihn immer für einen brillanten Redner gehalten habe – im Plenarsaal. Mit seinem Podcast hat er mich allerdings nicht als Abonnenten gewinnen können.
Weiter gehts … hast du Lieblingsfilme?
Auch wenn es platt klingen mag … aber ich bin mit „Top Gun“ groß geworden, mit Tom Cruise in der Hauptrolle – den fand ich super – frag mich nicht, warum. Was mich auch nachhaltig bewegt hat, ist „Black Hawk Down“ – auch wenn es ein Militär-lastiger, biografischer Film ist.
Und … von daher bin ich dir wirklich dankbar für die
Frage, weil ich ihn lange nicht mehr geschaut habe … der Film „Die Brücke von Arnheim“. Mein Vater, der inzwischen
verstorben ist, war seinerzeit da stationiert. Ab und zu fahre ich mit meiner Familie nach Arnheim … und dann parken wir ziemlich genau an dieser besagten Brücke. Da bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut angesichts der Erinnerungen an die Geschichten, die mein Vater überliefert hat.
Was muss man in Arnheim gemacht haben – außer
asiatische Lebensmittel einkaufen … wie wir?
Stimmt … shoppen kann man dort auch gut – und ausgehen bzw. einkehren. Es gibt dort einen Platz im Zentrum … da laufen mehrere Straßen zusammen … da gibt es auf der Ecke eine urgemütliche Kneipe. Dort im Winter draußen unter dem Heizstrahler zu sitzen und ein Bier zu trinken, finde ich wunderbar.
Facebook oder Instagram?
In meinem fortgeschrittenen Alter bin ich wie viele damals mit Facebook gestartet … mittlerweile liegt mein Fokus auf Insta …
… ich weiß nicht mehr, wo ich die Information herhabe … aber im Vorwahlkampf soll deine Frau geäußert haben, dass bei deiner Insta-Performance noch Luft nach oben sei – da lag sie bei den Followern deutlich vor dir …
… was nicht verwundern sollte … Paulina ist deutlich jünger als ich. Sie hat mich dabei unterstützt, in dem Bereich besser zu werden. Alles, was auf meinem Profil gut zu sein scheint … habe ich definitiv ihr zu verdanken.
Kennst du eure aktuellen Zahlen auf Insta?
Nein.
Unser gestriger Faktencheck hat ergeben: Du 3.742 Follower … deine Frau 2.138 Follower – du hast sie überflügelt …
Das täuscht … meine Frau hat Zugriffszahlen, von denen ich nur träumen kann. Meine haben zwar den sechsstelligen
Bereich überschritten – aber Paulina darf sich über ein
Vielfaches davon freuen.
… wie viel ist „ein Vielfaches“ konkret?
… ca. 30 Mal so viel.
Wer managt eure Kanäle?
Wir selbst – ehrlich.
Ohne in Details zu gehen, unter welchem Stern steht eure Partnerschaft? „Gleich und gleich gesellt sich gern“ –oder „Gegensätze ziehen sich an?“
Eher Letzteres.
Was steht auf der Visitenkarte deiner Frau?
Der Name ihres Arbeitgebers … Ruhe-Real … deren Standort in Essen … ihr Name … und die Bezeichnungen „Projektmanagerin“ und „Bankkauffrau“.
Was haben H. P. Baxxter, Guido Maria Kretschmer,
Christian Mangen und Roland Buß gemeinsam ;-)?
Beim Singen wäre ich raus – das kann es also nicht sein?
Irgendwas mit Mode? …
… da wäre ich raus 😉 Wenn unsere Recherchen stimmen, haben wir alle auf Sylt geheiratet.
Ach, guck … ja … wir haben in Kampen geheiratet – während der Coronaphase … im Jahr 2020. Wir waren nur zehn Leute. Vom Standesamt sind wir ins Kaamps 7 am Strand zum Lunch eingekehrt – dem ehemaligen La Grand Plage.
Verborgene Erinnerungen ploppen bei mir auf: Inspirierendes … Chichi-freies Food zu fairen Preisen … mit Blick auf das Meer. Ich sollte deren damaligen Klassiker „Chicken Piri Piri“ als Hommage mal wieder neu in unserer Kombüse interpretieren. Zack – in meiner Wochenplanung verankert. Genauso wie Beate Lück-Wummel eine E-Mail schreiben – die supernette Standesbeamtin im Rathaus Westerland – an die Christian, Kirsten und ich uns erinnerten.
Das war ein wunderschöner Tag … und abends habe ich für uns alle gekocht.
Wie alt ist euer Töchterlein Amelie?
Dreieinhalb.
Das Glück eines „gereiften Vaters“ – woraus darfst du ihr gerade vorlesen … was ist ihr Lieblingsbuch?
„Wie Haie in die Heia gehen“ – ein Kinderbuch, das das Schlafverhalten von Tieren veranschaulicht. Wirklich spannend … auch für mich, wie Fliegen, Enten, Wale etc. nächtigen.
Stimmt … auch für mich … Zack … während der Niederschrift geordert … für Leon, meinen Enkel. Nebenbei fällt mir auf, dass da noch ein Buch für Kirsten im Warenkorb schlummert – ein Motivationskick für ihre Foto-Passion. Ebenfalls Zack – soll Herr Bezos gleich mitliefern 😉
Wir stimmen überein, dass auf jeden Fall Momo in Amelies Bücherregal gehört … wenn sie etwas älter ist. Die Kunst des Zuhörens gehört kultiviert!
Gehen wir in deine Kindheit zurück – pflegeleicht oder Problemkind?
Ich war in den ersten Lebensjahren nicht besonders gesund … das war ein Punkt, aufgrund dessen sich meine Eltern extrem um mich kümmern mussten – aber ansonsten war ich ziemlich pflegeleicht. Ich hatte nie Probleme in der Schule … hatte einen vernünftigen Freundeskreis … habe früh mit dem Sport losgelegt … bin nicht über die Maßen um die Häuser gezogen … und war regelmäßig nachts zu Hause.
Wann wurdest du flügge … wann bist du zu Hause ausgezogen?
Direkt nach dem Abitur …
Es gibt Menschen, die machen mit 30 Abitur 😉
Ich war 19 😉
Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, eine Dankesbotschaft an deine Eltern zu adressieren – wenn du magst.
Danke würde ich insbesondere für ihre Gelassenheit sagen … für ihr Dasein mit Rat und Tat. Sie haben meinem älteren Bruder und mir die Möglichkeiten gegeben, etwas aus unserem Leben zu machen, ohne uns in eine Richtung zu lenken – obwohl man unserem Vater den Schmerz anmerken konnten, dass weder mein Bruder noch ich Ingenieur
geworden sind.
Wo würden dich die Leserinnen und Leser antreffen, wenn du von dir behauptest, an deinem absoluten Lieblingsplatz zu sein – außerhalb der Stadtverwaltung 😉
Das ist schon im Winter … in den Alpen …
Konkret schlägt abstrakt …
… um einen gewissen Ruf zu bedienen 😉 … es ist die Region rund um Oberlech, Petersboden … aber es gibt eine Geschichte dazu, jenseits vom Schickimicki – zu Kampen übrigens auch. Während meines ersten Semesters saß ich im Dezember mit Kollegen in der sogenannten „Juristencafete“ unserer Uni. Einer meine Kommilitonen sagte: „Lass uns doch über Silvester nach Lech fahren und dort feiern.“ Skifahren konnte ich, das hatten meine Eltern mir in einem kleinen Skigebiet in Osttirol beigebracht. Was mir fehlte, war das nötige Kleingeld und die Fantasie, so kurzfristig in Lech noch eine Unterkunft zu bekommen. Beide Vorbehalte wurden durch meinen Studienfreund pulverisiert – sein Großvater hatte dort ein Haus, außerdem gehörte ihm die Liftanlage in
Oberlech. So kamen wir regelmäßig nach Lech – wo wir lediglich für die genossenen Bierchen bezahlen mussten. Ähnlich verhielt es sich mit Kampen. Ein weiterer guter Studienfreund von mir, der erfolgreich im Bankenwesen
unterwegs war … und schon früh in Immobilien investiert hatte, hat sich irgendwann mit einem Haus in Kampen
belohnt. Er hat dann initiiert, dass wir uns im letzten November-Wochenende des Jahres als Dreier-Team in seinem Haus treffen, um unsere Freundschaft zu pflegen.
Welche Stadt würdest du immer wieder besuchen und
warum?
Berlin! Nicht, weil ich diese Stadt schön finde, sondern weil ich viele Erinnerungen damit verknüpfe … auch wegen der Geschichte dieser Stadt und des politischen Pulses, den man dort spüren kann. Als Mitglied der deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG) genieße ich es, im Garten des Clubhauses direkt an der Spree zu sitzen und Kontakte zu pflegen. Für mich einer der schönsten Orte der Welt – auch wenn das politische Parkett dort ein gepflegter Rasen ist 😉
Wenn man dich momentan am Flughafen antreffen würde … welche Tickets hättest du bevorzugt in der Hand?
Aktuell könnte dort Thessaloniki in Griechenland darauf stehen – nicht, weil das mein absoluter Lieblingsort ist … sondern weil es dort genug kinderfreundliche Hotelanlagen direkt am Meer gibt.
Mit welchem Geschenk kann man dir so richtig eine Freude machen?
Ich bin selbst nicht sehr gut darin, Geschenke zu machen … von daher lasse ich mich auch nicht gerne beschenken. Mir kommt ein Moment in den Sinn, unmittelbar nach meiner Wahl zum Bürgermeister. Ich stand im Badezimmer unseres Hauses und beobachtete, wie sich all unsere Nachbarn unten versammelten. Schön, dass die sich treffen, habe ich gedacht. Als ich dann runterkam, war Paulina dabei, Brote zu schmieren – offensichtlich für die ganze Nachbarschaft, die waren zusammengekommen, um mir zu gratulieren – das hat mich berührt.
In dem Zusammenhang fällt mir noch eine Begebenheit ein: Ich habe ein Buch geschenkt bekommen … ähnlich wie ein Posiealbum früher … zum Ausfüllen, Malen … zum Individualisieren halt. Das Buch trägt den Titel „Amelie und Papa sind ein Superteam“ – ein Geschenk mit einer schönen Wirkung.
Apropos Amelie … wer hat euch zu dem Namen inspiriert?
Es waren Menschen aus unserem Umfeld. Die älteste Tochter meines besten Freundes heißt so, genau wie meine damalige Büroleiterin im Landtag. Wir fanden den Namen exotisch genug, um unsere Tochter auf ihn taufen zu lassen – nicht wissend, dass es vor ein paar Jahren der zweitbeliebteste Mädchenname nach Hannah war.
… ich habe sofort an „Die fabelhafte Welt der Amélie“ gedacht – wahrscheinlich, weil wir am kommenden Sonntag in Richtung Paris aufbrechen. Sicherlich werden wir wieder an dem Café vorbeikommen, in dem der Film damals gedreht wurde.
Ich habe letztens im Bouillon unweit des Moulin Rouge ein spätes Mittagessen eingenommen – ich konnte nicht
glauben, dass man dort ein anständiges Hauptgericht für
12 Euro und eine Flasche Wein für 11,50 Euro serviert
bekommt. Ein ehemaliger Mitarbeiter aus dem Landtags-
büro arbeitet mittlerweile als Anwalt in Paris – der hat mich ein wenig rumgeführt. In dem Zusammenhang waren wir auch auf einem der ältesten Märkte in Paris unterwegs … mit
überdachten Ständen … ähnlich wie auf dem Carlsplatz in Düsseldorf. Wir haben dort ein paar Schalentiere gekauft, ein
Baguette, eine Flasche Wein … und haben das Ganze in einem nahe gelegenen Park bei tollstem Wetter genossen. Den Wein gab es übrigens aus Pappbechern, die wir in einem Supermarkt erstanden haben – großartig, dieses Erlebnis.
Wir waren auch in einem Restaurant direkt am Eiffelturm … mit großer Aussichtsplattform. Das war auch super … aber … eng, laut und teuer. Der „einfachere“ Moment im Park hat mir besser gefallen.
Vollkommen d’accord – genau so lieben wir es, in Paris unterwegs zu sein … und die Vielfalt der eher einfachen Genüsse an ungewöhnlichen Orten zu zelebrieren.
Zurück zu teuer … gibt es irgendwelche Statussymbole, die dir wichtig sind?
Das liegt jetzt an euch, ob ihr das schreibt … weil es möglicherweise ein Klischee erfüllt … aber auch hierzu gibt es eine besondere Geschichte …
… Geschichten sind unser Ding 😉
Ich habe als Student in meinem Zimmer einen Film mit Bruce Willis geschaut. Der meinte zu einem Bösewicht „Sie haben eine schöne Uhr.“ Sein Gegenspieler antwortete, dass die
Marke die beste sei, die es auf der Welt gibt. Mit meinen
damals 23 Jahren konnte ich das Qualitäts-technisch nicht beurteilen … aber sehr wohl die Optik. Diese ikonische Uhr, mit einem schwarzen, klaren Zifferblatt und seinen drei
Zeigern hatte es mir einfach angetan.
Fast 20 Jahre habe ich den Wunsch in mir getragen – mit 42 habe ich ihn mir dann erfüllt.
Du weißt, was kommt … konkret schlägt abstrakt …
Schon verstanden, es ist eine Patek Philippe Calatrava 5227G – die ich aber nicht tagtäglich trage.
War es das zum Thema Spleen bzw. Luxus?
Weil ihr Storys mögt, teile ich gerne eine weitere mit euch. Ich trage gerne Schuhe von Church’s – obwohl die mittlerweile erschreckend teuer geworden sind. Aber … das sind die
Erfinder des rechten und linken Schuhs …
… Münchhausen lässt grüßen 😉
Ne, im Ernst … vor dieser Zeit waren der Standard „gerade Schuhe“, die keinen Unterschied zwischen linkem und rechtem Fuß machten.
Recherchen während der Niederschrift:
Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Church’s Herrenschuhe zurückverfolgen. Die 1873 gegründete Schuhmanufaktur aus dem britischen Northampton entstammt
einer traditionsreichen Schusterdynastie, die sich die
Erfindung halber Schuhgrößen zuschreibt, bereits um 1900 den nordamerikanischen Markt eroberte, von der Queen
ausgezeichnet und von Pierce Brosnan als James Bond
getragen wurde. Heute gehört Church’s zur Prada-Gruppe und fertigt nach wie vor feinstes Schuhwerk in exquisiter Handarbeit.
Quelle: www.braun-hamburg.com/de/designer/church-s.html
1881 als Meilenstein: Zwar wurde das Unternehmen 1873
gegründet, doch im Jahr 1881 führte Church’s als einer der
ersten Schuhhersteller speziell geformte rechte und linke
Schuhe ein.
Quelle: ChatGPT
Abermals werden wir um eine kleine „Wer-wird-Millionär“-
gerechte Story bereichert, die wir gerne mit euch teilen – falls ihr mal im Sessel von Günther Jauch Platz nehmen solltet – ähnlich wie gerade die Bocholterin Nadine Christmann.
Anmerkung der Redaktion: Nadine durfte mit 8.000 Euro den Rückweg nach Bocholt antreten.
Gelegentlich wurde ich im Wahlkampf darauf reduziert, dass ich zum Bespiel einen Gürtel von Hermès trage … und
möglicherweise viel in Kampen unterwegs sei. Meine Frau hat immer gesagt: Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die Bocholterinnen und Bocholter erkennen, was dich als Mensch ausmacht.
… wir sind ja dabei 😉 … doch zunächst noch die Frage, wie der Fuhrpark der Familie Mangen bestückt ist …
Ich habe ein ganz praktisches Auto … einen Cupra Sportstourer – das war früher auch mein Firmenwagen. Meine Frau fährt als Firmenwagen einen BMW. Daneben haben wir noch zwei einfache Hollandräder … die aber ein wenig Staub
angesetzt haben, weil unsere Tochter nicht so auf Fahrradfahren steht. Ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht auf Dauer so bleibt – angesichts der Facette „Fahrradstadt“ in unserem Markenkern. Ich habe da schon zweirädrige
Modelle bei einem Bocholter Unternehmen entdeckt, die mich angefixt haben 😉
Gibt es ein Zitat, eine Lebensweisheit, die dich trägt?
Ich habe eine gewisse Allergie dagegen entwickelt, fremde
Zitate zu gebrauchen, um jemanden zu überzeugen. Ein alter Kumpel von mir reagierte auf den Vortrag fremden Gedankengutes in Form eines Zitates immer mit einem ironischen: „… und Fred Feuerstein hat immer gesagt … Yabba Dabba Doo!“
Was ist der hervorstechendste Charakterzug, den du bei anderen schätzt?
Loyalität.
Gibt es Begegnungen, Mentoren, Idole … Menschen, bei denen du sagst, die haben echt etwas in dir ausgelöst?
Ja … mein erster Chef Dr. Friedrich Hennemann, Vorstands-vorsitzender der Bremer Vulkan Verbund AG. In diesem
Zusammenhang fällt mir ein Zitat ein, das er benutzt … und das mich geprägt hat: „Mach das Wichtige – und nicht das
Dringende.“
Mit welcher Person würdest du gerne einmal zusammengebracht werden?
Ich würde mich unheimlich gerne mal eine längere Zeit mit Angela Merkel unterhalten. Bei der Abstimmung zur 17.
Bundesversammlung sind wir namentlich aufgerufen worden, um nach vorne zu kommen und unsere Stimmen
abzugeben. Ich bin von den hinteren Bänken gestartet und irgendwann stand unsere damalige Bundeskanzlerin
namensbedingt hinter mir – wir haben uns dann drei bis fünf Minuten unterhalten. Ich finde ihren Machtinstinkt
immer unheimlich spannend – ohne eine Vorstellung davon zu
haben, wie sie wirklich tickt.
… ist man(n) da aufgeregt?
… um ehrlich zu bleiben … ich schon. Es gab auch Momente,
als ich bei der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft war … mit den Politikern, die wir alle aus dem Fernsehen
kennen – und ich mir bewusst machen musste, dass auch ich Teil dieses Clubs bin – obwohl ich bisweilen das Gefühl hatte, nur ein Tourist zu sein 😉
Kennst du den Begriff „Bucketlist“?
Ja, klar.
Führst du selbst eine solche Liste?
Nach einem Urlaub in New York haben wir uns mal hingesetzt und aufgeschrieben, wo wir überall noch hinwollen. Ich bin nur ziemlich sicher, dass sich all das Notierte in diesem Leben nicht realisieren lässt. Da ich seit Kurzem der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bin, steht der Besuch von Ysselsteyn ziemlich oben bei mir auf der Liste – zumal ich auch als Kind schon mal an diesem Ort war.
Die Deutsche Kriegsgräberstätte Ysselsteyn liegt 2 Kilometer südlich vom Dorf desselben Namens und 25 Kilometer nordwestlich von Venlo (beide Provinz Limburg). Es ist der einzige Friedhof für deutsche Soldaten in den Niederlanden. Dort sind 31.598 Menschen bestattet, hauptsächlich gefallene Wehrmacht-Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kriegsgräberstätte_Ysselsteyn
Jetzt haben dich einige Kolleginnen aus der regionalen
Medienlandschaft unmittelbar vor dem Ablauf deiner
heutigen 100-Tage-Frist interviewt – welche Frage hast du vermisst?
In der Tat war es die Frage, warum ich eigentlich angetreten bin.
… und deine Antwort darauf lautet wie?
Wenn du ein Mensch bist, der immer so ein warmes
Kribbeln im Bauch verspürt, wenn es darum geht, aktiv
Politik zu betreiben … dann bist du halt aufmerksam …
empfänglich für Gelegenheiten … etwas zu bewirken. Das hat den Reiz für mich ausgemacht, mich zur Wahl zu stellen.
Sag mal, kennst du unser Magazin Der PAN?
Natürlich.
Als Mensch, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist … der viel rumkommt … ist dir schon mal irgendwo ein regionales Magazin untergekommen, welches kostenlos an die Bürgerinnen und Bürger herausgegeben wird?
An kostenlosen Zeitungen kenne ich einige – ein qualitatives Magazin wie eures … wüsste ich gerade nicht.
Das ist übrigens eine Frage, die wir vielen stellen, auch euch, liebe Leserinnen und Leser. Springt gerne mit einem entsprechenden Exemplar aus einer anderen Region bei uns rein – ein Belohnungs-Cappuccino bzw. -wein ist euch gewiss.
Bleiben wir bei der Qualität – schwenken wir ein auf
deine Amtsführung … was sind die drei wichtigsten Werte für dich?
Vertrauen, Augenhöhe und Verlässlichkeit.
Vertrauen hast du als Erstes genannt – auf einer Skala von 1-10 … wo steht Vertrauen? Eins ist niedrig …
10
Wenn du auf die bisherigen 100 Tage zurückblickst … gab es da Fehler, die du dir eingestehen darfst?
Ganze viele … bestimmt. Zum Beispiel beschwere ich mich ständig darüber, dass die Technik nicht richtig funktioniert – um meistens festzustellen, dass ich selbst schuld daran bin.
Deine schrulligste Macke – im Amt?
Ich weiß nicht, ob es eine Macke ist … aber es wundern sich viele, dass ich meine Kaffeetasse, Geschirr, Gläser etc. selbst wegräume.
Eine Achillesferse im Amt?
Eine vermeintliche wurde unlängst medial offengelegt – nämlich der Anspruch, dass ich auch für meine Tochter da sein möchte. Manche münzen das in den Vorwurf um, dass ich nicht genügend arbeiten würde – wobei niemand
definiert, was denn wohl „genug“ in diesem Zusammenhang
bedeutet.
Nachdem ich das Ganze haben sacken lassen … und meinen Terminkalender reflektiert habe, würde ich sagen: „Schon nicht ohne – mein Amt“ … auch wenn ich nicht an sieben
Tagen in der Woche 16 Stunden am Tag zur Verfügung
stehe. Ich habe im Vorfeld meiner Wahl nie einen Hehl daraus
gemacht, wie wichtig mir meine Familie ist.
„Ihr bekommt den Christian Mangen, den ihr gewählt habt“ – hast du verlauten lassen, oder?
„Wir leben im Jahr 2026 – nicht mehr in einer Zeit, wo der Mann sagt: ‚Hier ist das Kind, kümmere du dich, ich bin raus.‘ Zudem sollte sich rumgesprochen haben, dass sich Arbeitsleistung nicht ausschließlich über Stunden am Arbeitsplatz abbilden lässt. Ich galt immer als recht gut strukturierter Arbeiter. Wir haben vier Vorstände in der Stadtverwaltung und 17 Geschäftsbereiche. Ich habe mich allerdings bewusst davon verabschiedet, sieben dieser Bereiche in meiner direkten Verantwortung zu bündeln. Mein Ansatz ist ein anderer: Wenn man sich voll auf die originären Aufgaben fokussiert, die die Gemeindeordnung (GO) für das Bürgermeisteramt vorsieht, und diese in ihrer ganzen Tragweite ernst nimmt, hat man damit vollauf genug zu tun.“
Wer oder was kann dir so richtig auf die Nerven gehen?
Eigentlich halte ich vieles aus. Aber … um auch hier
ehrlich zu sein … Autofahrer, die so parken, dass man mit dem
Kinderwagen nicht mehr durchkommt, die lupfen auch
meinen Ruhepuls an 😉
Welche Facette würdest du niemals von dir preisgeben … außer jetzt? 😉
Oh Gott … was für eine Frage … ich singe nicht unter der
Dusche … und ansonsten mache ich die Dinge so, wie ich sie mache und in Ordnung finde. In welche Richtung willst du mit deiner Frage?
Du sollst nur wissen, dass hier der Raum ist, sich komplett zu öffnen 😉 Ich würde vorschlagen, du schiebst diese Frage – es ist erst die zweite … nach der Zitat-Frage … bei der es ja auch eine Auflösung im Nachgang gab. Wie ist
deine Einstellung zur Fehlerkultur?
Nie in die Vergangenheit gucken … immer nach vorne … aus den Fehlern lernen und etwas Gutes daraus machen.
An wem orientierst du dich hinsichtlich deines Führungsverhaltens?
An Alexander dem Großen und meinem Bruder …
… eine fixe und klare Antwort. Stromberg hätte mich
irritiert 😉
Mich auch 😉
Wenn du auf die ersten 100 Tage schaust … wie zufrieden bist du mit dir selbst?
Ich bin ziemlich zufrieden mit mir – weil es mir gut geht … weil ich den Eindruck habe, dass die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hause gut mit meiner Art und Weise klarkommen … und dass viele Bocholterinnen und Bocholter gerne mit uns in die Zukunft wollen.
Was ist die „dickste Akte“ gerade auf deinem Schreibtisch?
Die Sanierung des Rathauses.
Der bislang schönste Moment im Amt – abgesehen von
deinem Wahlsieg?
Das war das Begrüßungs-Frühstück am 03. November,
mit dem Team aus dem Büro des Bürgermeisters.
Weil?
Weil ich sehr nett und persönlich aufgenommen wurde. Jeder hat sich persönlich vorgestellt, was es auch mir leicht machte, das zu tun. Es zeigt mir, dass ich es mit Profis zu tun habe, die dem Amt gegenüber loyal sind.
Lass uns den Grad deiner Vernetzung checken …
In Bocholt … würde ich sagen, für die ersten 100 Tage schon ziemlich gut.
Welche Handynummer hättest du gerne, die dein iPhone noch nicht gespeichert hat?
Da schließt sich der Kreis – die von Angela Merkel 😉
Wo siehst du aufgrund deiner noch jungen Erfahrung
Optimierungspotenzial für uns als Stadtgesellschaft?
Im Wir-Gefühl aller Bocholter – d. h. dass sich alle elf Ortsteile (Barlo | Biemenhorst | Bocholt | Hemden | Holtwick | Liedern | Lowick | Mussum | Spork | Stenern und Suderwick) noch stärker als Einheit verstehen.
Wenn du eine Agentur beraten würdest, die für das Marketing in der Region zuständig wäre, was würdest du denen ans Herz legen wollen?
Dass wir die Nähe zu unseren niederländischen Nachbarn noch mehr betonen sollten – und dass wir deutlich mehr über das sprechen, was hier passiert – wie viele tolle Unternehmen hier ansässig sind.
Ich schwenke jetzt auf das Thema Stadtmarke, mit seinen fünf Facetten – „Big 5“, wie es heißt.
Ich weiß nicht, ob es dazu wirklich eine Hamburger Agentur gebraucht hätte, um festzustellen, dass wir die Niederlande vor der Haustür haben, eine fahrradfreundliche Stadt sind … mit Historie und viel Natur und für einen starken Wirtschafts- und Hochschulstandort stehen …
Quelle: www.bocholt.de/stadtmarke
Wir kommen da auch nicht sonderlich gut drauf klar, warum es dazu ein externes Unternehmen braucht … aber sei es drum, jetzt geht es darum, diese Facetten mit Leben, mit Geschichten zu füllen … und … um die Vollzähligkeit der Facetten zu gewährleisten – auch, das 5. Element „Stadt mit starker Gemeinschaft“ nicht als Floskel zu begreifen … sondern erlebbar zu machen.
Wir stecken mit unserem Magazin, mit dessen Inhalten … unserem Netzwerk … mitten in einem Transformationsprozess – wir werden schauen, auf welche Felder der Dachmarke wir uns künftig stärker fokussieren – denn zum von dir genannten „Erlebbarmachen“ gehört es auch, die richtigen Geschichten zu erzählen und zu schreiben. Für uns ist die Dachmarke derzeit noch ein Buchrücken mit einer Kapitel-Struktur – die es mit konkreten Storys zu füllen gilt.
Ich habe gelernt, dass es gut ist, wenn Gedanken, Worte und Handlungen kongruent sind. Es gibt Personen, da mangelt es nachher an der Handlung … sprich der Umsetzung. Bist du ein guter Umsetzer?
Ja … weil ich mich an Dinge traue … und weil ich auf den Rat von Experten höre. Wenn z. B. ein Projekt zu 85 Prozent
geplant ist, dann muss es auch was werden. Man sollte nicht auf 100 Prozent durchplanen, dann wirst du nie fertig.
Konkret schlägt abstrakt – wie stehst du zum Projekt ATEA?
Ich finde es gut. Ich halte es für gewagt, es ist etwas Neues, es sticht heraus und hat eine klare Funktion. Es geht nicht
darum, ob du oder ich das hübsch finden – gerade in der Architektur sollte das kein tragender Gedanke sein. Hier ist es so, dass Wohnraum für eine Menge Menschen geschaffen wird – und das ist ein Thema, das uns beschäftigt.
Wir durften recht früh auf die neuen Entwürfe schauen. Unser erster Eindruck war: Wow. Der zweite Gedanke: Steht Bocholt aufgrund seiner Größe dieses Gebäude?
Meine Antwort ist: Ja. Wer sich immer zu klein fühlt, bleibt klein. Bei dem Begriff „Mittelstadt“ wird mir immer leicht schummrig – das mag theoretisch und sachlich richtig sein. Aber die Lebensrealität ist eine andere – wir sind zwischen der Achse Arnheim und Oberhausen die größte Stadt.
Biegen wir auf die Zielgerade ein. Welche Frage wärest du von uns gerne gefragt worden, die wir nicht gestellt haben?
Du hast echt viel gefragt. Wahrscheinlich hätte ich noch gefragt, was meine liebste Freizeitaktivität ist.
… mir fehlte die Vorstellungskraft, dass dir neben deinem Hauptamt, deinen Terminen, deiner Zeit mit Paulina und Amelie noch Eigenzeit bleibt ;-), aber schieß gerne los …
Du liegst schon richtig mit deiner Einschätzung … aber … ich erinnere mich gerne an einen Moment vor 9 oder 10 Tagen – ein Donnerstagnachmittag. Ein Termin, der den ganzen Nachmittag geblockt hatte, fiel aus. Es war ein wunderschöner Tag. Wir haben ja gerade das Thema der Bocholter Aa – was
passiert eigentlich im Flussbett, wenn der Wasserstand
dauerhaft niedrig bleibt. Und so bin ich die Aa entlang vom Aasee, durchs KuBAaI … am Mariengymnasium vorbei, bis nach Hause gelaufen. Gute zwei Stunden war ich unterwegs. Das war ein Moment, den ich sehr genossen habe. Ich habe sehr viel gesehen, was sich sonst nur aus der Vorbeifahrt kannte. Im Bereich Lowick traf ich auf zwei ältere Damen, mit denen ich gut 30 Minuten den Weg geteilt habe. Ich habe viel über Bocholt erfahren, was ich bis dato noch nicht wusste.
Das war das gewünschte unkomplizierte Unplugged-
Gespräch. Merci für deine Zeit … und … wir handhaben es so wie bei Gericht: Dem „Angeklagten“ gebührt das letzte Wort 😉 …
Eher eine Frage: Seit wann gibt es euch schon?
Kirsten seit 1968 … aber du meinst sicherlich das Magazin 😉 – seit Juli 1999 … also seit fast 27 Jahren. Apropos letztes Wort: Wir hätten selbst noch ein paar Punkte zum Thema Stadtmarke und GEMeinsam.
Sehr gerne. Lasst uns das in einem separaten Termin erörtern – dann schaffe ich es noch rechtzeitig zum 18.30-Uhr-Bus nach Herzebocholt. Danke für eure Einladung … fürs Interview … das hat Spaß gemacht.
#Quelle der Aa
Die Hochzeit der Bäche in Velen
#Mündung der Aa
in die Issel (Oude Jssel) in der Nähe von Ulft Niederlande
Epilog
Was bleibt nach diesen rund 120 Minuten? … Das Fazit daraus, dass Christian Mangen sich insgesamt 110 Fragen
gestellt hat.
Ein Mensch, der Pragmatismus schätzt, der auf Vertrauen und Augenhöhe baut … und der sich traut, Dinge umzusetzen, auch wenn sie erst zu 85 Prozent durchgeplant sind – so charakterisiert ihn eine künstliche Intelligenz – nach dem Studium des Interviews. Wie wir alle als menschliche Intelligenzen das bewerten – liegt bei der jeweiligen Leserin … dem jeweiligen Leser.
Kirsten und mir blieb das Fazit, dass es in der ganzen Zeit keinen Moment gab, der sich komisch oder un-authentisch anfühlte.
Es bleibt jedoch ein Nachgedanke … einer, der unsere PAN-Synapsen zu einer smarten Revolution beflügelt. Auf der Zielgeraden unseres Gesprächs erzählte Christian von seinem Spaziergang die Aa entlang.
Dass es offenbar ernst zu nehmende Bestrebungen gibt, diesen einst stattlichen Fluss … die fließende DNA unserer Stadt Bocholt … dauerhaft auf das Niveau eines Rinnsals zu degradieren, war uns nicht bekannt. Der Bürgermeister machte dabei unmissverständlich klar, dass er eine solche dauerhafte Absenkung unserer Aa explizit nicht befürwortet.
Wer jemals an der Quelle und Mündung unserer Aa stand … wer die historische und emotionale Tragweite dieser Hauptschlagader für Bocholts Entwicklung wirklich begreift … der kann und wird solchen Tendenzen nicht wortlos begegnen.
Bocholt 1793/ Bild-Quelle: https://wiki.genealogy.net/Datei:Bocholt1793.jpg
#Louvre
#Paris
#Die Freiheit führt das Volk
Unsere Stadtmarke definiert als eines ihrer fünf Kernmerkmale unmissverständlich die „Historie und Natur im Stadtbild“. Die Aa ist nicht bloß eine geografische Kulisse … sie ist ein elementares Erlebnis, unsere absolute Lebensader. Gerne erinnern wir uns an die Passagen von Ulrich Paßlick und Udo Geidies im Zusammenhang mit unserer Berichterstattung über das KuBAaI-Areal. Man sei mit der Aa lange Zeit nicht gut umgegangen … jetzt sei es an der Zeit, den Bocholterinnen und Bocholtern ihre Aa wiederzugeben – zumal wir der Aa die Ansiedlung Bocholts zu verdanken haben.
Wir finden, dass unsere Aa es nicht verdient hat, sich als trauriges Rinnsal durch unsere Stadt schlängeln zu müssen … mit Bereichen, die ans Wattenmeer erinnern.
All den schönen städtebaulichen Entwicklungen wie der versunkenen Brücke, den geplanten Uferbereichen an den 7Höfen … dem Weberquartier, der Verweil-Treppe im Bereich der Stadtsparkasse – all diesen Vorhaben könnte buchstäblich das Wasser abgegraben bleiben.
Als wir am 20. Februar 2026 im Pariser Louvre vor Eugène Delacroix’ meisterhaftem Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ standen, hat diese Ikone aus dem Jahre 1830 etwas in uns ausgelöst. Es hat unser Denken geschärft … und uns subtil daran erinnert, dass es Entwicklungen gibt, für die man auf die Barrikaden gehen muss …
Die Akkus unserer Kameras sind geladen – ausreichend Tinte ist auch vorhanden …
Der PAN wird recherchieren, dranbleiben und berichten.
Stadtverwaltung Bocholt
Kaiser-Wilhelm-Str. 52-58, 46395 Bocholt
Tel. +49 2871 953-0











