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Geteilte Gedanken

von | Feb 3, 2022 | Aktuelles, Kolumne

Die Kulturseiten des PAN oder
Warum es bisweilen erquickender sein könnte, Kartoffelköppe zu malen – PART I

Heißt es eigentlich Die PAN, Der PAN oder Das PAN? – fragen uns gelegentlich die Leseratten unter euch. Woher kommt eigentlich der Begriff Leseratte? – frage ich mich, beim Schreiben dieser Zeilen am 21. Januar 2022 – dem Internationalen Ehrentag des Eichhörnchens (kein Witz). 

Ich verliere mich … zurück zum PAN … der richtigerweise als Der PAN bezeichnet wird. Warum? Weil Ramon Volmering im Jahr 1998 die Idee hatte, dieses ursprüngliche Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender so zu nennen. Angelehnt an die griechische Mythologie – wo der PAN den Gott des Waldes und der Natur charakterisiert – zugleich Schutzpatron der Hirten.

Das Leben verkörpernd, singend, auf der „Panflöte“ spielend, tanzend, Wein trinkend …. bereicherte Der PAN die Weinfeste des Landes und verkündete die neusten Nachrichten. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufälliger Natur – wenn auch gelegentlich zutreffend. Sprechen wir über die Kulturseiten des PAN, den ihr in den Händen haltet. In der Regel zwischen 12 – 16 Seiten am Anfang des Magazins – mit Hinweisen zu Veranstaltungen in der Heimat des PAN.

Wir haben diese Seiten in dieser Ausgabe mit einen roten Banner versehen, damit klarer wird, worüber wir schreiben. 

Zeitsprung – Mai / Juni 2020

Die Nebenwirkungen des Wortes mit dem „C“ – dessen Namen nicht genannt werden darf – hatten das kulturelle Leben hier, national und international zum ersten Mal ins Wachkoma versetzt.  

Als KULTURmagazin waren wir mittelbar betroffen. Wir haben mitgelitten – mit unseren Künstler- und Event-Freunden. Wir haben ihnen eine Bühne gegeben in unserem PAN, den wir im Galopp der Paarhufer mit Ringelschwanz digitalisiert hatten – wie in allen zurückliegenden 234 Ausgaben Pro Bono (zum Wohle der Öffentlichkeit – d.h. unentgeltlich). Der ersten Schockphase folgte die notwendig gewordene Digitalisierung des PAN zum ePaper – danach eine Phase der Besinnung, des Nachdenkens, des Umdenkens, des Neudenkens.

Eine Sequenz aus einem damaligen Dialog mit meiner Frau Kirsten – Herausgeberin und das Gesicht des PAN: 

Sag mal, was kostet dem Kunden eine Seite im PAN?
Steht in den Mediadaten – eine Seite kostet 1.210 Euro.

Was bekommst du als Gegenleistung für die 12-16 Seiten Veranstaltungshinweise?
Von den Leserinnen und Lesern immer noch sehr viel positives Feedback. 

… und von den Kulturträgern?
Von den Vereinen, den privaten wie kommerziellen Veranstaltern Lob, Wertschätzung und je nach deren finanziellen Möglichkeiten, eine Unterstützung. Beispielsweise eine veröffentliche Wertschätzung der Alten Molkerei, wo das Engagement der Beteiligten auf eherenamtlichen Tätigkeiten beruht. Oder als zweites Beispiel … das Stadttheater Bocholt hat regelmäßig, bis zum Lockdown, einmal im Quartal eine Anzeige geschaltet. Eine herausragende Ausnahme war sicherlich das Cover mit Philip Traber.

Bei den, ich nenne es mal städtischen Veranstaltungen, war das mal anders, besser und regelmäßiger halt. Hier haben sich die Dinge verselbstständigt. Unser Engagement in unserer Heimatstadt wird möglicherweise als selbstverständlich hingenommen. Die Balance stimmt da aus meiner Sicht nicht mehr. Wobei das von den Städten sehr unterschiedlich gehandhabt und wertgeschätzt wird. Monetär – wie durch Worte und Taten.

Seit wann hast du persönlich den PAN in die Hand genommen? Seit wann bist du die Herausgeberin dieses Magazins?
Das weißt du doch – seit Dezember 2004. Wohin führen diese Fragen? 

Lass mich kurz den Taschenrechner bedienen:
Nehmen wir im Durchschnitt 14 Seiten pro Ausgabe …. multipliziert mit 186 Ausgaben in den letzten 15 ½ Jahren …. multipliziert mit den 1.200 Euro für eine Seite im PAN ….
So kannst du das nicht rechnen ….
Mach ich auch nicht, macht das Handy …. weißt du, was es als Ergebnis anzeigt?
Sag ….
3.124.800 (drei millionen einhundertvierundzwanzigtausendachthundert) Euro. Du bist eine Kultur-Mäzenin im siebenstelligen Bereich.
Das wollte ich nicht unbedingt hören. Das macht es nicht besser.

Ich weiß. Ich weiß aber auch, dass der PAN in diesen bizarren Zeiten die Fahnen für die Gastronomie, den lokalen Einzelhandel, die Kultur hochhält. Wer hält die Fahne für den PAN hoch, wer hilft dir beim Tragen?
Wer sollte das tun?

Menschen, Organisationen, Unternehmen …  zu deren Aufgaben es gehört / die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Kultur zu fördern, zu unterstützen.
Das klingt gewaltig nach dicke Bretter bohren …

Das wiederum klingt so müßig, es sollte smarter gehen.
Wie? 

Es wäre gut, wenn deutlicher wird, dass sie nicht dich als Person unterstützen, sondern die kulturtreibenden und kulturinteressierten Menschen in der Region – eine Veränderung der Sichtweise halt. Bei Licht betrachtet unterstützt der PAN diejenigen, für die für den Imagetransfer dieser Region verantwortlich sind.
Lass uns diese Seiten mit den Veranstaltungshinweisen im PAN markieren und mental auf den Tisch legen, um darüber zu diskutieren.
Was ist, wenn uns es uns nicht gelingt diesen Perspektiv-Wechsel hinzubekommen …. wenn diese Einsicht nicht wächst? 

Dann sollten WIR, sprich der PAN die Perspektive wechseln.
Heißt was?

Dann sollten wir in einer der kommenden Ausgaben auf 14 Seiten Kartoffelköppe malen – statt Veranstaltungen zu promoten.
Nicht dein Ernst ….

Warum nicht? Es ist menschlich, dass man etwas erst vermisst, wenn es nicht mehr da ist. Wenn nach der Kartoffel-Köppe-Aktion Nichts vermisst wird – dann fehlt auch Nichts. Ich glaube das nicht, angesichts der wertschätzenden Stimmen von Kultur-Treibern zur 222zigsten PAN-Jubiläumsausgabe (Juni 2019). Aber wenn es so sein sollte, sollten wir diese Seiten anders nutzen …. dem PAN eine andere Ausrichtung geben. 

Ende der Dialog-Sequenz 

„Magazine machen auf etwas aufmerksam, das man im Netz nicht gesucht hätte.“

Der Juni 2020 war geprägt von Mails, Telefonaten, Meetings, Gesprächen mit einem Teil der Menschen, mit denen wir die Kultur seiten diskutieren … die wir als Förderer gewinnen wollten. „Powered by“ war unser Ansatz – sprich die regelmäßige, budgetierte Förderung dieser Kulturseiten im PAN. Neben einigen sehr wertschätzenden Gesprächen gab es aber auch Reaktionen, die eher eine Haltung von „powerless“ in sich bargen. Unser Fazit: kein guter Zeitpunkt, um echte Kultur-Gefährten für die Kulturseiten des PAN zu gewinnen, angesichts der anstehenden Kommunalwahlen.

Zeitsprung – zum Anfang des Jahres 2022 

Die eineinhalb dazwischen liegenden Jahre im „C-Modus“ blenden wir aus – was wir auch in privaten Gesprächen bisweilen tun, um den Gesprächen eine positivere Ausrichtung zu geben. Wie viele … waren wir schwer damit beschäftigt, unser Business zu stabilisieren und auf Kurs zu halten – auch wenn dieser bisweilen am Horizont zu verschwinden drohte. 

Ende letzten Jahres haben wir die Reißleine gezogen – eine Klausurzeit an der Nordsee Ende November, Anfang Dezember stand an. Die frischen Brisen an der See brachten die gewünschte Klärung unserer Gedanken.

Wir haben uns neu auf die Kartoffelköppe-Strategie committed – jedoch im positivsten Sinne. Verstärkt wurden diese Gedanken in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2022. Wir standen um 23:55 Uhr vor unserem historischen Rathaus und folgten als Medienvertreter dem Countdown zum 800. Geburtstag unserer Stadt. Ein historischer Akt, der mehr Publikum verdient hätte, als „C“ uns derzeit gestattet. 

Ein schön inszeniertes Momentum, was Gänsehaut und eine Entscheidung in uns auslöste:

Liebes Bocholt, wir werden dich mit dem KULTURGUT PAN durch dieses Jubiläumsjahr begleiten, wie es deiner Schönheit würdig ist. 

Was es mit den Kartoffelköppen auf sich hat und wie unser weiterer Weg aussehen wird, erzählen wir euch in den nächsten Ausgaben. Freut euch darauf, einen der größten Kunstsammeler des Landes kennenzulernen …

An euch liebe Leserinnen und Leser, Kultur-Gefährten, Kulturverantwortliche, Kulturtreibende haben wir eine Frage / eine Bitte: 

Welche Stadt kennt ihr, wo man ein Stück Kulturgut in diesem Magazin-Format, dieser Qualität kostenlos erhält? – analog und/oder digital?
Solltet ihr darauf eine Antwort oder gar ein Ansichtsexemplar haben, meldet euch bitte bei uns. Wir freuen uns darauf, einen Cappuccino mit euch in unserem Verlag zu schlürfen.

„Jede Stadt hat die Kultur,  die sie verdient.“

Dr. Roland Börner im Rahmen eines Stadtentwicklungsprozesses um die Jahrtausendwende 

Die Region ohne pan wäre…

Stimmen zur Jubiläumsausgabe no.222 (Juni 2019)

Die Region ohne PAN wäre, wie Perlentauchen ohne Taucherbrille – du siehst nicht klar und schwimmst an den Perlen vorbei. Warum dieses Bild? Unsere Region kann viel und bietet viel. Etwa im kulturellen Sektor. Dort gibt es neben großen, namhaften Events viele kleine, versteckte „Perlen“, die erst entdeckt werden wollen. Diese großen und kleinen Highlights zu finden, dabei hilft das PAN-Magazin – es ist für seine Leserinnen und Leser wie die „Taucherbrille“, die Klarheit und Orientierung schafft und den Blick auf das Schöne, Verborgene, Kostbare lenkt.  Veranstaltungshöhepunkte und Geheimtipps werden für die Leserschaft ausgewählt, sorgfältig kuratiert, modern und ansprechend präsentiert und textlich frisch auf den Punkt gebracht. Kurz: Wer wissen will, wo was wann los ist – ein Blick in den monatlichen PAN reicht. 

Der PAN bereichert als vertrauensvoller und etablierter Medienpartner seit über 18 Jahren unsere hiesige Kulturlandschaft. Dafür danke ich im Namen vieler Bürgerinnen und Bürger und wünsche dem PAN-Team auch für die Zukunft alles Gute!

Peter Nebelo,
war Bürgermeister
der Stadt Bocholt (bis 31.10.2020) 

Diese Region ohne PAN wäre wie die Toskana ohne Zypressen. Das Magazin gehört hier einfach in der Medienlandschaft dazu, man schaut immer wieder gern hin – und rein! Und dass der PAN schon 18,5 Jahre oder 222 Ausgaben am Markt ist, spricht für das Interesse an Inhalt, Aufmachung, Lesefeeling. Aber auch für viel Engagement, Ausdauer und Herzblut der MacherIn. Unsere besten Wünsche für die Zukunft für Euch.  

Ludger Dieckhues,
Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs & Stadtmarketing,Gesellschaft Bocholt mbH & Co. KG

Diese Region ohne PAN wäre wie sprechen ohne Stimme.

Wir als Kulturschaffende, als Veranstaltende, als Ideenumsetzende und Wegbereitende benötigen für unsere Arbeit ultimativ und unbedingt begeisternde Stimmen, welche die Gedanken aufgreifen und in die Welt tragen können. Was nütze uns die tollste Veranstaltungsidee, wenn keiner davon erführe?

Es wäre wie sprechen ohne Stimme. Schön, dass ihr unsere Stimme seid!

Jule Wanders,
Fachbereichsleiterin Kultur & Bildung 
der Stadt Bocholt

„Das PAN-Team hat es über Jahre hinweg geschafft, ein Magazin in der Region zu etablieren, welches neben dem großen Bereich der Veranstaltungshinweise auch Menschen, Projekte und die Gesellschaft vor Ort vorstellt. Auf diese Weise erhalten viele ehrenamtlich engagierte Personen, Künstler, ausgewählte Gewerbetreibenden sowie Institutionen eine Bühne für ihre Themen. Genau diese Bühne für die Öffentlichkeitsarbeit ist enorm wichtig, denn sonst würden bei Veranstaltungen Besucher fehlen, Projekten die öffentliche Unterstützung fehlen und viele gute Initiativen schnell im Sande verlaufen. Vor dem Hintergrund der zahlreichen anderen Publikationen und gerade auch der starken Verlagerung dieser Themenbereiche ins Internet, ist es jeden Monatsanfang ein kleines Erlebnis und ein haptischer Genuss das PAN-Magazin in den Händen halten zu dürfen. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für die jahrelange sehr gute und unkomplizierte Zusammenarbeit.“

Daniel Ehlting,
Stadtmarketing Rhede