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Unterschätztes Risiko – Der Hitzschlag

Jun 1, 2023 | Gastautor

Wie schön ist es, mit dem Hund durch die Stadt zu bummeln und hier und da Dies und Das zu erledigen. Doch leider haben unsere Vierbeiner in so manche Gebäude keinen Zutritt. Supermärkte, Arztpraxen und verschiedene Restaurants hängen aus hygienischen Gründen das Schild „Wir müssen leider draußen bleiben“ aus. Doch wohin mit dem Hund, wenn draußen die Sonne brennt? Dass tagsüber die Unterbringung im Auto auf keinen Fall eine Alternative sein darf, möchte ich im Folgenden erläutern.

Jeder weiß, dass im Freien geparkte Autos sich bei hoher Außentemperatur aufheizen. Interessanterweise hat die Wagenfarbe einen erheblichen Einfluss auf die Autoinnentemperatur. Tests der Autoindustrie zeigten, dass das Wageninnere sich bei einer Außentemperatur von 30°C im dunkelblauen Auto nach nur 45 Minuten auf 83°C, im roten Wagen auf 74°C und im weißen PKW auf 69°C aufheizt. Kein Grund nun sein Auto neu zu lackieren, denn Tiere kommen schon bei geringeren Temperaturen nach kurzer Zeit in Schwierigkeiten. Hunde und Katzen sind einfach nicht für den Aufenthalt in einer Sauna bestimmt. Das liegt daran, dass die Vierbeiner im Gegensatz zum Menschen lediglich zwischen den Ballen und am Nasenspiegel wenige Schweißdrüsen besitzen. Der Ausgleich hoher Temperaturen kann nur durchs Hecheln erfolgen. Hierbei wird Verdunstungskälte erzeugt. Da der Vierbeiner beim Hecheln große Mengen Flüssigkeit verliert, muss stets Wasser zur freien Verfügung angeboten werden. Wird es Bello und Mietzi zu warm, steigt die Körpertemperatur deutlich an. Gesunde Hunde und Katzen haben eine im Po gemessene Temperatur von 37,5°C bis maximal 39°C. Im Falle eines Hitzestaus steigt diese bedrohlich an. Schon ab einer Temperatur von 40°C kann sich ein Schockzustand entwickeln und bei 43°C kommt es zur Gerinnung von Eiweißstoffen im Körper. Letztendlich stirbt der Patient an Herzversagen. Befindet sich ein Vierbeiner in so einer Krise, ist schnelles Handeln gefragt. Als erstes muss ein kühlerer Auenthaltsort aufgesucht werden. Hier kann das Tier mit Hilfe von nassen Tüchern oder auch Kühlpacks von den Pfoten aufwärts langsam gekühlt werden. Trinkt der Patient noch? Dann sollte Wasser in kleinen Portionen angeboten werden. Sowieso ist eine Tierarztpraxis aufzusuchen, damit der Schockzustand mittels Infusionen und kreislaufstabilisierenden Medikamenten aufgehoben wird. Damit Ihr Liebling im Sommer einen kühlen Kopf behält, ist also auf eine Verwahrung im Auto tagsüber zu verzichten. Auch ein Schattenparkplatz kann schnell zur Qual werden, da sich bekanntlich die Sonne dreht. Wenn Sie einen Hund in Not in einem PKW entdecken, ist unbedingt die Polizei zu verständigen. Eine gewaltsame Befreiung des Tieres auf eigene Faust ist rechtlich gesehen Sachbeschädigung und kann unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Vielleicht ist im Hochsommer der Spaziergang mit dem besten Freund in der Stadt, um Dies und Das zu erledigen, dann doch keine so gute Idee. Ihrem Hund wird ein Ausflug in den Wald, wo es viel kühler ist, oder an den See, in dem er sich abkühlen kann, bevorzugen. Wer das nicht möchte, lässt Bello einfach in den Mittagsstunden zu Hause. Auch wenn die sommerlichen Temperaturen.

Gefahren für unsere Lieblinge bergen, wünsche ich Ihnen einen wunderschönen sonnigen Juni und verbleibe mit dem Ausblick auf den Juliartikel „Kleine Ursache, große Wirkung – Tücken der Bissverletzung“.

Ihre Dr. Simone Möllenbeck

Dr. Simone Möllenbeck
Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde

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